Tanz in den Mai

Nachdem die Maitanzfeiern in den letzten Jahren bei mir eher ruhig waren (vom zivilen Ungehorsam mal abgesehen) wollte ich mal wieder ganz gepflegt und spießig abhotten.
Wir trafen uns, quasi zum Vorglühen, in der Klimperkiste auf ein paar Cocktails und trafen dann gegen 23:00 Uhr im Café schöne Aussichten zum Tanz in den Mai ein.
Obwohl wir die Karten bereits in Händen hielten (selbstreden online vorbestellt) mussten wir uns an der Kassenschlange anstellen (wieso das?) aber zum Glück ging das alles relativ flott. Das Personal (sogar die Türsteher und sonstige Securites waren bis spät in die Nacht erstaunlicherweise duchweg gut gelaunt und immer für einen Scherz zu haben. Leider gilt das nicht für das gut gemischte Publikum. Es waren von 16 bis 45 alle Altersklassen vertreten und das sollte eigentlich eine gute Party verheißen, bei der jeder auf seine Kosten kommt.
À pro pos Kosten: ein Bier kostete verträgliche € 3,50, doch Longdrinks schlugen gleich mit € 7,50 – € 10,- zu buche. Dafür dass es eine Feier mit Eintrittserhebung war, fand ich die Preise etwas zu gesalzen.

Außerdem ist mir völlig unverständlich wie man als Veranstalter einer Tanzparty mitten auf die Tanze Stehtische stellen kann.
All die heißen Jungs, die viel zu cool zum tanzen sind, stehen dann nämlich nicht mehr locker mit ihrem Bierchen in der Hand am Rand, sondern mitten auf der Tanzfläche!
Dadurch dass der Veranstalter viel zuviele Leute reinließ, war die Tanze völlig überfüllt und man stieß unumgänglicherweise ständig an die dumm in der Gegend rumstehenden Gaffer, was die natürlich gar nicht mochten. Das strapazierte auf Dauer doch arg den Tanzspaß unserer Gruppe und nicht nur einmal wäre es fast zum Handgemenge gekommen, als die Steher uns tätlich belästigten. Absichtliches und sekundenlanges auf den Fuß stampfen, Drinks in den Rücken kippen, Ellenbogen in die Seite rammen und Aufforderungen doch bitte woanders rumzuzappeln – ihr kennt das sicher. Da kommt schon mal der Wunsch auf denjenigen mal so richtig in die Fresse zu hauen.
Aber wir waren ja zum Spaß haben da und nicht um uns zu prügeln und so machten wir nach einiger Zeit ein nettes, zwar abgesperrtes aber nicht unerreichbares Arreal auf der Terrasse direkt hinter dem DJ-Pult aus, auf dem wir noch einige Stunden ungestört von Stehern tanzen konnten.
Leider war es dem DJ nicht möglich, mal einen anderen Beat, vielleicht sogar mit wechselnden BPMs unter seine Samples zu legen, sodass die Musik nach mehreren Stunden einfach ausgelutscht war und der Wunsch nach was Frischem aufkam. So zogen wir los, eigentlich Richtung Kiez mit einem vermeintlich kurzen Zwischenstopp zur Stärkung beim Mäcces. Auf diesem Weg gabelten wir noch eine junge Dame auf, die ihre Freunde verloren hatte und als wir das nächste mal auf die Uhr schauten wurde es schon wieder hell.

Die ganzen auf den Sitzbänken des Schnellrestaurants schlummernden Schnapsleichen ließen wir hinter uns und ich habe sogar noch eine Mitfahrgelegenheit erwischt, die mich durch das Gewühle von Einbahnstraßen und Polizeiwagen sicher ins Bett brachte.

Fazit

Der nächste Tanz in den Mai findet auf jeden Fall nicht mehr im Café schöne Aussichten statt. Für so eine Party zahle ich keine € 10,- Eintritt und € 7,50 für’n Mojito!

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