Lambchop im Hamburger Kampnagel

Lambchop, eine US-amerikanische Countryband aus Nashville (woher auch sonst), trat heute Abend im Kampnagel 6 auf. Wir hatten uns tanzbereit und leicht aufgehübscht gekleidet in der Hoffnung im Kampnagel (bekannt durch den wöchentlichen Tanznagel) mal wieder so richtig schön abhotten zu können.
Gesponsert durch die taz kamen wir in den Genuss hervorragender Gästelistenplätze und nahmen, mit der Flasche Bier in der Hand, erstmal auf den gepolsterten Klappstuhlreihen platz.

Das Konzert begann pünktlich und ohne viel Trara mit geradezu minimalistischem, instrumentalem Einsatz.
Sechs Leute waren auf der Bühne und klimperten und zupften dezent auf ihren Instrumenten herum. Dazu brummelte der Sänder kaum Verständliches in das Mikro. Alles klar, dachten wir uns. Zu Beginn wärmen wir uns alle erstmal auf und dann wird richtig schön gerockt!


Aber Pustekuchen. Nach der ersten Stunde, wir hatten indes bereits das dritte Bier intus ohne stimmungsaufhellende Wirkung, war die Musik immer noch so lahm und schmuf wie am Anfang. Die Musik hätte genauso gut von Band kommen können, so völlig bewegungslos inszenierte sich die Band auf der Bühne.
Als der Sänger, Kurt Wagner, den zweiten Teil mit den Worten „faster, morge straight forward rock and louder“ ankündigte, schöpften wir Hoffnung; doch vergebens.

Ja, die BPM-Rate stieg von 60 auf vielleicht 80 oder gar 90 Schläge in der Minute an und einige, offenbar zugekiffte, Zuhörer erhoben sich von ihren Sitzen und tanzten wie hypnotisiert völlig neben dem Rhythmus.

Unsere Endorphine gerieten, leicht vom Alkohol angeheitert, erst ins Taumeln, als der großartige, totales Understatement ausstrahlende Gitarrist, der die gesamte Zeit über saß (rechts im Bild), sich erhob und, im Rahmen der Musik, richtig schön abging:


Und dann, kurze Zeit später war das Konzert vorüber. Wir haben die ganze Zeit gesessen und haben höchstens mit dem Fuß gewippt, waren dafür aber tiefenentspannt und um die Erkenntnis reicher, dass es auch Countrymusik gibt, die so gar nicht nach Country klingt.

Alles in allem ein klassisches Chillout-Konzert. Nicht tanzbar, aber hörbar und sehr nett.

Für alle Lambchop-Fans (und die gibt es!), hier die Playlist des Abends als PDF-Datei: lambchop.pdf

Nachtrag 26. August 2011: Über einen Tweet von @ellyteration stieß ich heute Abend auf das folgende Musikvideo von Lambchop. Tipp: Vor’m Schlafengehen genehmigen:

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