@Bastianoso

Floating

Baden im Toten Meer in Hamburg. Das ist möglich im float Rotherbaum und ich habe es ausprobiert. Der Laden ist dezent, aber ansehnlich eingerichtet und erinnert ein wenig an eine Arztpraxis, was sicher auch an den weißen Crocs liegt, die dort jeder trägt. Auch wir wurden mit einem schicken Paar weißer Crogs ausgestattet und nachdem wir ein Aufklärungsformular gelesen und unterschrieben hatte, ging es zur Einweisung in die Floating-Kabine. Wir hatten ein Pärchen-Floating gebucht, welches sich vom Einzelfloating dadurch unterscheidet, dass man nicht in den bekannten Floating-Tanks liegt, sondern in einer großen Wanne – so passen beide gut rein ohne dass man aneinander stößt.

Was ist Floating?

Für diejenigen, denen Floating so gar nichts sagt: Beim Floaten liegt man in einer mit Salzwasser gefüllten Wanne (oder auch einem Tank). Das Salzwasser kann (aber muss nicht) aus dem Toten Meer stammen und hat auch die gleiche Dichte (1,30 g/cm³) wie in Israel. Das führt dazu, dass der Körper nicht ins Wasser sinkt, sondern an der Oberfläche aufschwebt, da die körpereigene geringer ist. Floating ist nun aber kein Baden im Toten Meer, sondern eine Ableitung, die aus der Wissenschaft kommt und später von der New Age Bewegung als Entspannungstechnik kommerziell genutzt wurde. Auch John Lennon war ein großer Fan des Floating. Der Casus Knacktus beim Floaten ist, dass die Sinneseindrücke auf den menschlichen Körper weitestgehend reduziert werden. In der Regel ist der Raum komplett abgedunkelt und gegen schall abgeschirmt. Dadurch, dass der Körper auch keine Berührungen zu fester Materie hat, ist auch der Gefühlssinn eingeschränkt. Aus diesem Grund trägt man beim Floaten auch keine Badebekleidung, sondern liegt komplett nackt im Becken.

Unser Floating-Erlebnis

Gerade der Aspekt des Nacktseins hatte mich zu Beginn etwas verunsichert und spontan an Bikram-Yoga denken lassen. Meine Sorge sollte sich aber als unbegründet erweisen. Unsere Floating-Kabine bestand aus einem Vorraum, einer Toilette mit Waschbecken, einer Duschkabine und dem eigentlichen Floatingbecken – einem etwa 5 m² großem, ca. 20cm tiefen Becken. Der Raum ist gut beheizt (sicher an die 28°C Lufttemperatur), sodass man sich beim nackedei rumlaufen nicht verkühlt uuund: der Raum ist verriegelbar. Nach der Einweisung lässt uns die Mitarbeiterin mit einem SOS-Knopf 90 Minuten lang komplett in Ruhe und das frische Salzwasser beginnt einzulaufen. Wir duschen uns kühl ab, legen die beigelegten Ohrstöpsel ein, damit kein Salzwasser in die Ohren läuft und begeben uns in die Wanne. Das Salzwasser ist annähernd auf Körpertemperatur, sodass man es weder als warm noch kalt empfindet und durch die hohe Raumtemperatur friert man auch „obenrum“ nicht – was ich als sehr angenehm empfand. Man hat die Möglichkeit sich mit leiser Esoterik-Musik beschallen zu lassen und kann verschiedene Lichteffekte aktiveren – wir genossen es aber in Ruhe und Stille zu schweben.

Ist da wer?

So völlig blind, taub und ohne Berührung im Nichts zu schweben ist eine ganz besondere Erfahrung. Je länger man da in der Dunkelheit und Stille liegt, desto weniger nimmt man seinen eigenen Körper noch wahr. Alles verschwimmt. Obwohl ich befürchtete einzuschlafen, schlief ich nicht. Dafür entspannte ich mich ganz verhorragend. Es ist wesentlich entspannender, als wenn man im Bett liegt, da man zwar liegt – aber eben nicht aufliegt. Man kann sich relativ frei bewegen ohne irgendwo anzustoßen und vor allem den Nacken mal frei und ohne Gewicht drehen. „Geweckt“ wurden wir nach 60 Minuten durch dezentes Aufblinken der Leuchten und seichter Musik. Ab da an kann man noch 20 Minuten in Ruhe zu sich kommen, bevor das Wasser automatisch aus dem Becken läuft. Dann kann man noch in Ruhe das Salzwasser abduschen, sich eincremen (sehr zu empfehlen!) und sich wieder bekleidet vor die Tür wagen.

Fazit

Ich fand es sehr angenehm, dass niemand um einen rumstromert, wie das bei Massagen der Fall ist, sondern man völlig allein gelassen wird. So kann man sich in Ruhe entkleiden, duschen und es sich gemütlich machen. Durch den dezenten Hinweis auf das Ende der 60 Minuten, die einem eher wie 20 vorkommen, fühlt man sich zu keiner Zeit gehetzt oder unter Druck gesetzt, wie das bei manch anderen Entspannungstechniken der Fall ist. Man fühlt sich auch nicht genötigt sich jetzt und sofort entspannen zu müssen. Man kann genau so gut einfach nur daliegen und ins Nichts starren – herrlich! Die Entspannung kommt dann wie von ganz alleine – und wenn nicht, dann hat man seiner Haut immer noch etwas sehr Gutes getan.

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