Monitoring vom Raspberry Pi mit Netdata

Über die Nutzung des Raspberry Pi 400 als Desktop-Ersatz schrieb ich ja nun schon einen ausführlichen Artikel. Darin erwähnte ich auch die teilweise etwas behäbige Geschwindigkeit, in der der Raspberry so manche Aufgabe bewältigt.
Da würde ich nun ja gerne genauer wissen, wie sich die Performance und Auslastung des Raspberrys so verhält und habe ein wenig mit Grafana und einem Python-Script, welches eine InfluxDB befüllt herumgespielt. Leider ist das nur sehr ressourcenlastig und hoch vom konfiguratorischen Aufwand.

Nach weiterem Herumsuchen, bin ich auf Netdata aufmerksam geworden und habe es mal testweise installiert.
Das besondere an Netdata ist vor allem, dass es klein, schnell, resssourcensparsam und konfigurationsarm ist.

Netdata auf dem Raspberry Pi 400 installieren

Wie gehabt gehen wir mal wieder ins Terminal und geben dort den folgenden Befehl ein:

bash <(curl -Ss https://my-netdata.io/kickstart.sh)

Das recht komplexe Script führt alle benötigt Schritte der Installation aus, welche hier und dort kurz bestätigt werden müssen. Die gesamte Installation läuft dann ohne weitere Eingriffe ab und dauerte bei mir etwa eine halbe Stunde.
Man kann dasTerminal-Fenster also erstmal beiseite schieben und andere Sachen tun.

Netdata Dashboard aufrufen

Nach der Installation steht das Web-Dashboard auch schon zur Verfügung. Es ist über die folgende URL direkt auf dem Raspberry erreichbar: http://127.0.0.1:19999.

Feintuning

Damit auf dem Dashboard auch die Temperatur des Raspberrys angezeigt wird, müssen wir die Konfiguration um eine kleineZeile ergänzen, dazu öffnen wir im Terminal die folgende Datei:

sudo /etc/netdata/edit-config charts.d.conf

Und ergänzen dort am Ende diesen Parameter:

sensors=force

Nach der Anpassung muss der Netdata-Dienst einmal neu gestartet werden:

sudo service netdata restart

Fertig! Was geht noch?

Man erhält mit Netdata nun haufenweise grafisch sehr hübsch aufgearbeitete Daten zu allerlei Messwerten des Raspberry Pi, wobei sich die Last durch Netdata selbst erstaunlicherweise in Grenzen hält.
Das Gros der Last verursacht das hübsche Dashboard mit seinen vielen Javascripten drauf, aber das kann ich ja auch von einem anderen Rechner aus öffnen. Die reine Erhebung der Messwerte läuft performant im Hintergrund als Dienst.

Darüber hinaus könnte man Netdata beispielsweise auch auf mehreren Systemen installieren, in die Cloud hängen und alle Geräte an zentraler Stelle monitoren. Wenn man sowas denn braucht.

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