@Bastianoso

Wozu aufräumen mit Marie Kondo?

Ausmisten nach der „KonMari“-Methode ist gerade groß im Kommen. Nicht zuletzt auch wegen der aktuellen Netflix-Staffel mit Marie Kondo. Doch wozu das alles? Und was bringt es?

Wer mag schon gerne aufräumen? Marie Kondo mag das.
Marie ist, dank ihrer neuen Serie bei Netflix, gerade die Aufräum-Königin im Internet.

Das Buch „Magic Cleaning„, in der sie ihre „KonMari“-Methode erläutert und Schrittweise durch sie durch führt, ist die Ausgangsbasis ihrer Fernsehserie und als Leser des Buches habe ich mir natürlich auch die Serie angeschaut.
Und dabei ist mir etwas aufgefallen: es geht Marie Kondo gar nicht so sehr um Ordnung, wie man meinen möchte.

Als ich das Buch gelesen — oder besser: durchgearbeitet — habe, ging ich davon aus, dass es hauptsächlich um Selbstorganisation und Aufräumen geht. Ähnlich wie bei „Simplify your life“ von Werner Tiki Küstenmacher oder „Getting Things Done“ von David Allen ging es meiner Meinung nach bei Marie Kondo darum, die Wohnung aufzuräumen und allerlei unnützen Krams, der sich über die Jahre angesammelt hat, zu entsorgen.

So habe ich fleißig das Buch durchgearbeitet und mich mit Bergen von Klamotten, Kisten und allerlei anderem Kram umgeben, um alles einzeln durchzuschauen.
Das Ziel: möglichst viel ausmisten!

Worum geht es Marie Kondo wirklich?

Doch nun, da ich mir alle Folgen ihrer Serie angeschaut habe, begreife ich, dass ihr darum gar nicht mal so sehr geht.
Klar ist Aufräumen und Ausmisten eines der vordergründigen Hauptziele von ihr. Aber es geht nicht darum, möglichst viel aus der Wohnung herauszubekommen, sondern sich ein Zuhause zu bauen, in dem man sich gerne aufhält. Umgeben von Dingen, die man mag.

The objective of cleaning is not just to clean, but to feel happiness living within that environment.

Marie Kondo

Etwas wunderlich mag es einem erscheinen, wenn Marie fordert, dass man sich bei jedem Stück, das man in Händen hält, fragt, ob es Freude bei einem auslöst.

So soll man jenen Dingen beginnen, bei denen man sich sicher ist, dass sie Freude in einem auslösen. So gewöhnt man sich an das Gefühl und kann auch kleinere Nuancen davon ausmachen. Wenn es keine Freude bereitet, soll man sich bei dem Stück bedanken und es aussortieren.

Ganz ehrlich: Wer macht denn sowas? Wer bedankt sich denn bei einem ausgeleierten T-Shirt, bevor er es wegwirft?

Aaaber: das ist der eigentlich Punkt von Marie Kondo!

Du solltest Dich mit Dingen umgeben, die Freude in Dir entfachen. Bestenfalls sogar nur mit solchen Dingen. Aber nur weil etwas keine Freude bei Dir entfacht, ist es ja nicht gleich wertlos. Deshalb hat es zumindest ein Dankeschön verdient.

Ein kleines Beispiel gefällig?
Ich persönlich mag keine karierten Oberhemden und habe vor Jahren mein letztes kariertes Oberhemd aussortiert. Aber ich kann dankbar für dieses Hemd sein, denn es hat mir beigebracht, dass ich karierte Hemden nicht mag.
So soll sich ein Faden der Dankbarkeit durch die ganze Aktion ziehen.

Ich sehe es zwar kritisch, bewusst eine Emotionalität zu einem unbelebten Ding aufzubauen, aber wer erinnert sich nicht gerne an sein erstes Fahrrad oder das erste Auto? Menschen sind nun mal emotionale Wesen und sich das einzugestehen und lernen damit umzugehen, ist meiner Meinung nach einer der Schlüsselideen von Marie Kondo. Sie hat es bloß etwas anders verpackt.

Man merkt es, wenn man sich Folge für Folge ihrer Serie anschaut.
Marie betritt die Wohnung und macht als erstes Komplimente über die tolle Einrichtung. Sie fragt, was die Bewohner beruflich und privat gerne tun und hört sich die Probleme an.
Daraus formuliert sie ein Ziel, welches ihr Kunde erreichen möchte und hilft ihm dabei, dieses zu erreichen. Und zwar durch zielgerichtetes Ausmisten. Und das kann man ja nur tun, wenn man auch ein Ziel hat.

Teilweise sind da absonderliche Szenen zu beobachten, wie Leute sich durch Berge von Kugelschreibern wühlen und sich selbst fragen, wieso sie so viele Werbe-Kugelschreiber haben oder Menschen mit hunderten von Turnschuhen.

Außerdem fällt auf, dass in der Sendung keine klassischen Messies zu sehen sind, sondern augenscheinlich normale Menschen mit normalen Problemen. Ein vollgemüllter Keller, eine Garage, die keinen Platz mehr für das Auto bietet und vollgestopfte Kleiderschränke.

Was mir in der Sendung ein wenig zu kurz kam war, dass der Fokus doch sehr auf dem Wegschmeißen lag. Dabei sind viele Dinge, die vielleicht bei mir keine Freude mehr entfachen, für andere Menschen durchaus interessant. Erst in den späteren Folgen sieht man Menschen auch mal zu GoodWill fahren.
Dass wir uns in einer Wegwerfgesellschaft befinden heißt ja aber noch lange nicht, dass man Dinge, die noch in Ordnung sind und ja durchaus ihren Wert haben, wegwerfen muss. Spenden oder auf dem Flohmarkt verkaufen kommen mir in der Sendung viel zu kurz.

Im Buch weist sie da etwas deutlicher darauf hin.

Wenn Du also auch mal in Ruhe und mit System ausmisten möchtest, dann kann ich Dir das Buch „Magic Cleaning“ von ihr sehr empfehlen.

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