@Bastianoso

Home Office Organisation

Home Office ist derzeit mal wieder in aller Munde. Doch wie kann das wirklich produktiv funktionieren? Ich habe mich mal hingesetzt und meine Geschichte der Bürooptimierung aufgeschrieben. Mit dem von mir erarbeiteten Bürokonzept arbeite ich nun schon seit einem Jahr sehr erfolgreich.

Home Office ist derzeit mal wieder in aller Munde. Doch wie kann das wirklich produktiv funktionieren?

Bei der Neueinrichtung meines Arbeitszimmers habe ich mir vorgenommen einen kleinen aber feinen Arbeitsplatz einzurichten. So minimalistisch wie möglich ohne dabei jedoch auf essentielle Dinge verzichten zu müssen. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte.

Vor dem Umbau arbeitete ich mit drei Computern an fünf Monitoren. Das sollte sich ändern. Am liebsten wäre mir eine Reduktion auf einen Computer, aber ich muss oft Dateien verarbeiten, kodieren und rendern — das beschäftigt den Rechner so sehr, dass weitere Arbeiten damit nahezu unmöglich würden.

Also habe ich auf zwei Computer, mit je einem Monitor reduziert. So konnte ich die große zwei Meter lange Arbeitsplatte und den zweiten Schreibtisch abschaffen. Momentan sitze ich an einem umfunktionierten alten Küchentisch der gerade mal 70 Zentimeter in der Breite misst.

Darauf befindet sich mein Laptop. Angeschlossen an eine Dockingstation mit großem Monitor, Tastatur und Maus. So habe ich nahezu einen Desktop-Ersatz, an dem ich komfortabel arbeiten kann und verliere dennoch nicht die Mobilität meines Laptops.

Neben dem alten Küchentisch steht ein PC-Tower und auf ihm sein Monitor. Ich steuere den PC über eine extra Bluetooth-Tastatur mit integriertem Touchpad. Das spart den Platz für die zweite Maus. Seinerzeit hatte ich zwar auch Synergy im Einsatz, ein Tool welches eine Tastatur und Maus über mehrere Systeme zur Verfügung stellt, habe da allerdings zu oft meine Maus auf irgendeinem Rechner verlegt, sodass ich wieder auf eine extra Tastatur umgestiegen bin.

Die übrige Büroausstattung ist eher langweilig: ein Drucker, Scanner und Papiershredder vervollständigen das Inventar.

Der Umbau folgte vier grundlegenden Fragen, die sich jeder stellen sollte, der im Begriff ist sich ein besseres Home Office einzurichten:

  1. Welches werden die Hauptaufgaben sein, die es zu bewältigen gilt?
  2. Was brauche ich dafür mindestens an Equipment?
  3. Wie ist der ideale Ablauf der Arbeit?
  4. Was brauche ich für meine private Computernutzung?

Wenn man hauptsächlich damit beschäftigt ist, Dateien hoch- oder herunterzuladen, sollte eine schnelle Internetverbindung Pflicht sein. Müssen Fotos bearbeitet werden, braucht man genug Platz für die Maus oder ein Zeichentablet und einen flotten Rechner mit viel Speicherplatz — externe Festplatten sind auch nicht falsch. Telefoniert man viel, ist ein Headset Pflicht. Fragen über Fragen, die sich jeder am besten selbst beantworten kann.

Im Folgenden möchte ich kurz auf meine Antworten zu den Fragen eingehen und so etwas besser erklären, wie mein Home Office Arbeitsplatz zu Stande gekommen ist:

1. Welches werden die Hauptaufgaben sein, die es zu bewältigen gilt?

Meine Hauptaufgaben lassen sich gut aus einem typischen Arbeitsalltag ableiten. Ich starte den Tag im Büro mit dem Hochfahren des Rechners, dem Lesen von E-Mails und nebenher läuft dann meist schon der FTP-Client und lädt irgendetwas herunter oder hoch.
Die geladenen Dateien verarbeite ich dann weiter und lade sie wieder woanders hin — sei es auf ein Netzlaufwerk oder einen anderen Server im Netz.
Telefonieren muss ich wenig, das meiste läuft über E-Mail.

Wenn ich nicht gerade Dateien hoch- oder herunterlade, verbringe ich meinen Arbeitsalltag damit Konzepte für die Produktentwicklung zu schreiben oder sitze in Meetings, wo es eben um selbiges geht. Und dann ist der Tag meist auch schon wieder vorbei.

2. Was brauche ich dafür mindestens an Equipment?

Bei mir ist für ein produktives Home Office eine schnelle Internetverbindung sehr wichtig, denn je länger ich auf die Übertragungen warten muss, desto später kann ich mit der Verarbeitung beginnen. Wartezeit ist hier vergeudete Zeit.
Für die Verarbeitung der Dateien habe ich keine besonderen Ansprüche. Ein wenig RAM, ein Mehrkernprozessor und etwas Plattenplatz reichen hier völlig aus.
Ein ganz passablen E-Mail-Client bringt Google schon mit, da brauche ich also auch nichts und wenn ich Home Office mache, telefoniere ich so gut wie gar nicht. Also verzichte ich auf ein Headset.

Ich brauche also eigentlich nur einen Rechner mit einer schnellen Internetverbindung.

Genau nach dieser Prämisse habe ich mein Arbeitszimmer zu Hause dann auch eingerichtet und anschließend um die beiden weiteren Fragen erweitert/angepasst.

3. Wie ist der ideale Ablauf der Arbeit?

Der ideale Ablauf ist, dass ich während meiner Arbeit im Hintergrund immer Datentransfers laufen habe, ohne dass diese meine Arbeit behindern. Dazu reicht mein Laptop zu Hause prima aus. Ich kann also bereits Daten herunterladen während gleichzeitig woanders schon wieder Daten hochgeladen werden und ich nebenbei meine E-Mails lese oder welche schreibe. Zum Konzepte schreiben brauche ich nicht mehr als eine Textverarbeitung und was zum Scribblen — also nur Software.

Mein Telefon steht in einer kleinen Dockingstation unterhalb des Monitors, sodass mir kein Anruf entgehen kann.

4. Was brauche ich für meine private Computernutzung?

Dieser kleine, letzte Punkt hat es für mich in sich gehabt. Die Ansprüche für meine private Computernutzung sind deutlich höher als für mein Home Office, sodass ich leider nicht um den großen PC herum komme.

Ich fotografiere viel und gerne und die Fotos wollen natürlich alle bearbeitet und — viel wichtiger — archiviert werden. Dazu hat der Tower-PC ein großes RAID-System mit reichlich Platz verbaut.

Außerdem rendere ich oft Videos. Das beschäftigt so einen Rechner schonmal mehrere Tage und wenn ich dann mal spontan Home Office machen muss (weil beispielsweise wieder irgendjemand zum Ablesen von irgendetwas zwischen 09:00 und 17:00 Uhr vorbei kommt) kann ich den Rechner nicht benutzen ohne die Konvertierung abzubrechen.

Dafür steht nun also neben meinem Schreibtisch der große Tower. Auf ihm der Monitor und hinter dem der Scanner.

Für den privaten Schriftverkehr steht auf dem kleinen Aktenschränkchen ein Laserdrucker. Ein kleiner Tintenpisser würde sicherlich auch reichen, aber der Laserdrucker ist eben noch vom Studium da und tut ohne Mucken und Murren seit über acht Jahren nun schon seine Arbeit, daher behalte ich ihn.

Mein Fazit

Durch den Umbau habe ich sehr viel Platz gespart und komme insgesamt nun mit etwa 1,80m Breite aus, anstatt wie früher 3,80m zu belegen (zwei Meter Computertisch, 1,80m Schreibtisch). Mein Stromverbrauch hat sich durch den Verzicht auf drei zusätzliche Monitore und einen Rechner auch erheblich verringert.

Außerdem konnte ich die Umbaumaßnahmen alle durchführen ohne jegliche Produktivitätseinbußen zu erleiden. Der eine Rechner rendert während ich an dem anderen arbeite — die perfekte Aufteilung.

Eine einzige Anschaffung ist jetzt noch nötig, nachdem ich bereits gut ein Jahr in dieser Konstellation arbeite: mein alter Schreibtischstuhl hat vor etwa einem Jahr die Fühler von sich gestreckt. Die einst runden Rollen waren nach 16 langen Jahren eckig, die Sitzfläche war durchgescheuert und die Hydraulik verselbstständigte sich dauernd. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich mir, da ich nunmehr zentral vor dem Rechner sitze und nicht mehr von fünf Monitoren eingekesselt bin, würde ein einfacher Klappstuhl reichen.

Doch mein Rücken beschwert sich über die unflexible Sitzposition und ich beiße nun in den sauren Apfel und leiste mir wieder einen Bürostuhl. Mein Rücken wird es mir sicher danken!

Dieser Artikel ist auch im Buch @Bastianoso — Eine Blog-Zeitreise von 2005 bis 2013 erschienen.

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Halo Bastian,
einen guten Artikel hast du da geschrieben. Ich hätte noch eine Ergänzung die dir dein Rücken danken wird. Probiere mal einen Ball, die gibt’s eigentlich schon relativ günstig so ziemlich überall. Du solltest nur darauf achten das es zu deiner Körpergröße und Beinlänge passt.
Ich sitze seit Dezember fast nur noch auf dem Ball und habe nur noch halb so viele Beschwerden.

Grüße,
Benjamin

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