@Bastianoso

Props to Greta Thunberg

Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg spricht aus, was alle wissen. Und die Leute geraten tatsächlich in Panik. Nur nicht so, wie Greta sich das gewünscht hatte.

Es fällt mir nicht leicht, etwas zu Greta Thunberg zu schreiben und eigentlich hatte ich das auch gar nicht vor. Durch die Ereignisse nach ihrer Rede in Davos fühle ich mich jedoch verpflichtet ein paar Worte dazu zu sagen.

COP24

Die erste Rede, die ich mir von ihr anschaute, war die zur COP24, der United Nations Climate Change Conference in Polen:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=HzeekxtyFOY

Die Rede an sich fand ich letztes Jahr ehrlich gesagt noch gar nicht mal soo besonders. Schließlich spricht Greta nur das Offensichtliche an und die nackte Wahrheit aus.

Höchst erfreulich und durchaus bemerkenswert fand ich jedoch, dass die alten Herren der UN-Konferenz es zugelassen haben, dass ein 15-jähriges Mädchen ihnen die Leviten liest.
So teile ich das Video ihrer Rede auf den gängigen Medien und widmete mich wieder meines Alltags. In trauriger Gewissheit, dass auch ihre Rede nichts am Ergebnis der Konferenz ändern würde.

Dann kam Davos

Über die Nachrichten bekam ich mit, dass Greta nun auch in Davos im Weltwirtschaftsforums gesprochen hatte. Eine ähnliche Rede, nur etwas energischer ausformuliert und mit der nötigen Dringlichkeit.
Auch diese Rede drehte auf Twitter wieder ihre Runden doch ich bemerkte zunehmend auch kritische Töne. Ich habe mir daraufhin die Rede noch einmal genau angehört, finde jedoch bis heute keine wesentlichen Kritikpunkte darin:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=M7dVF9xylaw

Für ein, inzwischen 16-jähriges, Kind ist das immer noch eine erstaunliche Leistung und ich etwas enttäuscht blicke ich da auf meine eigene Schulzeit zurück.
Zwar waren wir auch hier und da mal demonstrieren — für den Klimaschutz, gegen Atomkraft und gegen Unterrichtsausfall — doch vor eine so weltpolitisch und wirtschaftlich wichtige Konferenz zu treten und sein Anliegen dort vorzutragen kam uns damals nicht in den Sinn.

Obgleich sogar wir schon in der Schule die klimatechnischen Probleme durchgenommen haben. Dystopien in Lehrbüchern und Kindersendungen bebilderten schon in den Neunzigern einen verwüsteten Planeten voller Müll und Nahrung aus der Tube. Nach draußen konnte man nur mit Atemmaske. Quasi ein 1984 aus Umweltsicht.

Und wenn man sich einmal überlegt, wie lange es dauert, bis aus Studenten Lehrer werden, die dann Abiturienten unterrichten, dann muss dieses Wissen schon recht alt sein.

All das, was Greta Thunberg anspricht, ist also nicht neu und jeder sollte davon schon einmal gehört haben.
Und wenn man die Sachlage strikt logisch betrachtet und sich dabei auf wissenschaftlich erhobene Fakten stützt, dann kann man all die Klimaverschwörungstheoretiker ziemlich einfach von der Argumentationsliste streichen.

Übrig bleibt, worauf Greta hindeutet: eine Dystopie. Immer noch.
Signifikanten oder gar bemerkbare Änderungen sind bis heute nicht in Sicht.

Doch was passiert auf Twitter?

Anstatt dass die Menschen die mutige Rede von ihr fleißig Teilen und mit in ihren Kanon, der Meinung meiner nach im Kern richtig und erst recht wichtig ist, einstimmen, schlägt ihr eine Welle von übelsten Beleidigungen entgegen.

Da ich hier niemanden desillusionieren möchte, hier zu Dokumentationszwecken nur ein paar Tweets, über die ich gestolpert bin:

Joachim Nikolaus Steinhöfel auf Twitter

Thomas Rietzschel auf Twitter
Rocco Gigolosso auf Twitter
Jo Kern auf Twitter

Wer es aushält und die Muße dazu hat, kann ja mal den Hashtag #GretaThunberg auf Twitter durchschauen.

Brennt euch die Hütte?

Scheinbar greift man immer zu persönlichen Beleidigungen, wenn man keine sachlichen Argumente mehr anbringen kann. Und genau das passiert gerade Greta Thunberg:

Sie will sich nur selbst profilieren.
Ein tolles Argument! Das kann man eigentlich jedem vorwerfen, der in der Öffentlichkeit steht. Vom Dschungelcamp-Kandidaten bis zum Bundespräsidenten wollen sich alle nur selbst profilieren. Ist klar. Dass es sich bei Greta einfach um ein mutiges Mädchen mit einem wichtigen Anliegen handelt, die den Rummel um ihre Person auf sich nimmt, um die Nachricht loszuwerden, kommt wohl niemandem in den Sinn.

Sie ist Asperger-Autistin und braucht psychologische Hilfe.
Pfff…! Wer braucht denn keine psychologische Hilfe? Diese ewige Verteufelung bei psychischen Problemen befeuert scheinbar nicht nur die Debatte um #notjustsad, sondern trifft nun auch Greta. Dabei leben in unserer Gesellschaft viele Menschen mit Asperger und ihre Besonderheit ist eine Bereicherung für uns. Ihre besonderen Talenten machen ihre Arbeit womöglich sogar erst möglich.

Greta lässt sich von Medien und den Klima-Lobbyverbänden vor den Karren spannen.
Es liegt wohl auf der Hand, dass Klimaschutzorganisationen Greta unterstützen. Schließlich haben beide die selbe Message und die Medien freuen sich bestimmt auch, über so ein tolles Mädchen. Der oft unterstellte Kindesmissbrauch und die Manipulation lassen sicher weder beweisen noch leicht widerlegen. Das ideale Verschwörungs-„Argument“ also.

Ihre Eltern drängen Greta dazu.
Ihre Mutter sei eine Linksextremistin und ihr Vater handelt hauptberuflich mit CO2-Zertifikaten. So so. Ihre Mutter ist eigentlich Opernsängerin und ihr Vater Schauspieler. Die Mutter schrieb ein Buch über ihre Tochter und ihr Vater arbeitet mit einer Klimaschutz-Plattform zusammen. Allerdings listet die ihn weder als Mitarbeiter noch als Teilhaber. Objektiv betrachtet sieht es also eher so aus, als würden ihre Eltern sie unterstützen und nicht missbrauchen. Ab wieviel Jahren wäre man denn wohl alt genug, sich für das Klima zu engagieren?

Quelle: Klaus Ammann/srf

Kurzum: ihr habt doch nicht mehr alle Latten am Zaun! Es kann doch nicht so schwer sein, die Wahrheit zu hören und endlich mal den Arsch zu bewegen, um das Ruder herumzureißen. Dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, ist doch inzwischen jedem klar. Dazu muss man weder Linksextremist, noch Klimaaktivist sein. Ein bisschen Logik und gesunder Menschenverstand reichen dazu aus. Wir reden hier ja nicht von einem Projekt im Büro, wo man dann am Ende schadenfroh sagen kann: „siehste, hab‘ ich ja gleich gesagt!“.

Wenn es schief geht — und im Moment deutet ja alles darauf hin — wird hinterher nämlich niemand mehr am Leben sein, der das sagen kann.

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Einkaufen E-Mail Buchhaltung Weiterleitung Gesellschaft Abschlussprüfung Redirect Weihnachten Windows Silvester URL Programmieren OS X Kater twitter web 2.0 Datenschutz Internet Konzert Datenübertragung Mathematik Terminal Sibirische Katze Inventur Deutschland Kredite iOS Microsoft Sommer Laufen Fernsehen Bilanz Facebook Party Datenbanken Kino iPhone IKEA Werbung Tipps & Tricks Film Netzwerk Altona Haushalt Sicherheit C++ Ernährung Sport Webserver Projektmanagement Mac OS X Musik Wirtschaft Fahrrad Organisation projekt52 Hamburg IST-Analyse Fotos BarCamp Netzwerktechnik Ausbildung Videos Apple Computer

Hinweise zum Artikel