Niedersachsens Eskalationsplan für Corona

Um dem derzeit rapiden Anstieg bei den Neuinfektionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entgegenzuwirken, hat die niedersächsische Landesregierung am 5. Oktober 2020 einen „Eskalationsplan“ entwickelt, der auf einer Art Ampelsystem basiert. Dieser Plan soll die Maßnahmen transparent und nachvollziehbar machen.

Für jede Stufe gibt es dann ein eigenes Set an definierten Maßnahmen. Insgesamt beinhaltet der Eskalationsplan fünf Stufen.

Die fünf Stufen des Eskalationsplans

  1. normal (bis 20 7T-Inzidenz-Grenzwert)
  2. erhöht (ab 20er 7T-Inzidenz-Grenzwert)
  3. stark (ab 35er 7T-Inzidenz-Grenzwert)
  4. sehr stark (ab 50er 7T-Inzidenz-Grenzwert)
  5. eskalierend (weit über dem 50er 7T-Inzidenz-Grenzwert)

Inklusive praktischem Ampelsystem

Diesen fünf Stufen sind vier Ampelfarben als Grundszenarien zugeordnet:

  • grün — geringe örtliche Ausbrüche
  • gelb —begrenztes, aber stetigen Wachstum
  • orange —schwere Hotspots
  • rot — massives und landesweit eskalierendes Infektionsgeschehen

Der Plan eines Handlungskonzeptes

Die fünf Stufen des Eskalationsplans und auch das Ampelsystem mit den Grundszenarien sollen sich an der bewährten Messgröße der Sieben-Tage-Inzidenz orientieren, welche ich jeweils in Klammern hinter den fünf Stufen notiert habe. Der gesamte Plan wurde außerdem auch zum Download zur Verfügung gestellt.

Ziel des vorliegenden Handlungskonzepts ist es,
als Antwort auf erneute Risiken und Herausforderungen sowie aufbauend auf bisherigen Erfahrungen und bewährten Maßnahmen
ein massives COVID-19-Infektionsgeschehen (»zweite Welle«) und insbesondere eine Situation zu vermeiden,
in der eine Überlastung des Gesundheitswesens droht und infolgedessen ein erneuter landesweiter shutdown erforderlich werden könnte.
Zweck der dargestellten strategischen Ansätze und operativen Elemente ist es,
die zuständigen Behörden, Aufgabenträger im Gesundheitswesen und sonstigen Beteiligten und Betroffenen dabei zu unterstützen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Folgen einer »zweiten Welle« bestmöglich zu bewältigen.

Handlungskonzept zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens in der COVID 19-Pandemie, 5.10.2020

Stufe eins des Eskalationsplans

  • Routinebetrieb (Beobachtung/Meldewesen, Tracing/Containment)
  • Befolgung und Durchsetzung von Grundregeln (AHA, Corona-VO)
  • Planung für erhöhtes Inf.-Geschehen, lageangepasste Maßnahmen

Stufe zwei

  • Intensive Beobachtung/Kommunikation, weiterhin örtl. Verantw.
  • Planung/Vorbereitung konkreter Maßnahmen für 2. Welle
  • Lageangepasste Maßnahmen vor Ort und ggf. landesweit

Stufe drei

  • Engmaschiges Meldewesen, enge Begleitung unverändert verantw. Ortsebene; Bereitstellung überörtlicher Hilfe (MKTs, interkommunal)
  • Verschärfung Regelungen für Social Distancing, AHA und Veranstaltungen; möglw. örtliche Shut-/LockLockdown-Maßnahmen

Stufe vier

  • Intensive Begleitung der Ortsebene, ggf. weitere landesweite Maßgaben zu Social Distancing, AHA, Veranst., tlw. Shutdown
  • Örtl. Shut-/Lockdown, ggf. lokale Mobilitätseinschränkungen (Ausgangssperren, Gruppenquarantäne), ggf. Erhöhung KH-Kap.

Stufe fünf des Eskalationsplans

  • Neben intensiver Zusammenarbeit mit der Ortsebene weiter- gehende Landesentscheidungen (regulativ, operativ) bis hin zu ldw. Shut-/Lockdown, Mobilitätseinschränkungen, Schutzmaßnahmen
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