Beton in der Kunst

Gerade eben habe ich wieder einen Artikel über ein zu planendes Kunstwerk gelesen. Kunst kann etwas sehr schönes sein. Gerade aber im urbanen Raum ist sie meist potthässlich. Kunstwerke aus grauem Stahlbeton können auch schön sein, aber mir scheint es gibt eine Mode, alles was man als Künstler so ausdrücken möchte in Beton ausdrücken zu wollen.

Dabei mag es für bestimmte Gedanken auch mal besser sein, auf das graue Hart zu verzichten.
Beim Holocaust-Mahnmal leuchtet mir die Verwendung von Beton ja noch ein, aber nun soll es auf Hamburgs Veddel ein Auswanderer-Kunstwerk geben, welches den Titel „Wings of Hope“ trägt.
Flügel der Hoffnung – ein sehr schöner Titel.

Was gar nicht geht

Ursprünglich sollte auf einem mit Namen von Auswanderern gravierten Betonsockel ein mehrere Meter hoher, aus Metall gefertigter Flügel sitzen. Im Laufe des mir vorliegenden Pamflets entwickelt sich das Kunstwerk sogar zum Denkmal. Der Standort ändert sich beliebig und scheinbar ohne Rücksichtnahme auf den eigentlich Zweck der Installation.

Nun wurde auch das Aussehen von der Politik angepasst: Es wird nun komplett aus Beton gefertigt.

Wie bitte?

Ein Flügel aus Beton? Aber sonst tickt ihr noch alle richtig, ja? Ein Flügel der Hoffnung aus Beton. Glückwünsche überbringt man aber anders…

Warum muss denn jedes Kunstwerk im öffentlichen Raum aus Beton hergestellt werden? Es gibt so viele andere schöne Werkstoffe. Studierte Künstler habena uch mal Materialkunde belegt, vielleicht sollten sich einige mal wieder daran erinnern, was es noch so alles gibt. Und wenn es dann wegen der Haltbarkeit oder Vandalismussicherheit schon unbedingt Beton sein muss, dann malt doch wenigstens mal irgend ein Kunstwerk bunt an.

Diese graue Beton in der Kunst geht mir auf den Senkel.
Da kann ich mir auch ’nen Bunker ansehen.

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