Google Chrome: der Test

Seite heute Abend ab etwa 21:00 Uhr kann man den per Comic konzipierten und angekündigten Browser von Google unter google.de/chrome herunterladen und ausprobieren, den es ja eigentlich gar nicht geben sollte. Fabulierte Google nicht erst vor ein paar Jahren, es werden von Google keinen Browser geben?

Naja, genug des Alten, lassen wir das und uns dem neuen zuwenden:

GoogleChrome Screenshot

So sieht er also aus, der neue Killer-Browser, der es auf Microsoft und Firefox zugleich abgesehen hat.
Die Installation ist fix gemacht und genauso fix ist der Browser dann auch im Netz unterwegs.

Ich war wirklich erstaunt, wie schnell sich Internetseiten im Chrome aufbauen.
Ich nutze ja immer noch den FireFox in der Version 2, weil der 3er meine Extensions nicht unterstützt und jetzt auch nicht sooo viel schneller war, wie ich mir erhofft hatte.
GoogleChrome ist dafür sauschnell.
Der geht ab wie Schmidts Katze, wenn man so sagen will! 😀

Mein Eindruck, den ich nach 20 Minuten Kurztest vom neuen Google-Browser hatte, zusammengefasst:

  • schneller Browser
  • viel Platz für die Anzeige der Webseite
    • keine Statusleiste (wird nur bei Bedarf eingeblendet)
    • kein „Datei“-Menü
    • keine fetten Toolbars
    • keine Titelleiste (!)
  • wenige, dafür aber sinnvolle Optionen
  • Suche direkt über die Adresszeile
  • sehr geniale Downloadverwaltung
  • praktischer und leicht zu bedienender „anonymer“ Surfmodus

Details

Man merkt deutlich, dass es sich bei der aktuellen Version um eine Betaversion handelt, z.B. kann man mit dem Mausrad zwar runterscrollen, aber nicht wieder hoch und ein paar Standard-Features (E-Mail versenden, Bookmarkverwaltung um nur einige zu nennen) fehlen noch.
Außerdem steht GoogleChrome derzeit nur für die Windows-Plattform zur Verfügung. Portierungen für Mac OS X und Linux sollen aber folgen.

Dafür gefällt mir vorallem der sorglose Umgang mit Tabs.
Großes Feature beim FireFox ist ja, dass man die Tabs in der Reihenfolge nach Belieben sortieren kann. Bei GoogleChrome kann man die Tabs aber auch zu eigenen Fenstern machen, in dem man den Tab einfach aus der Tableiste zieht.
Das ist für das tägliche Browsen ein wahrer segen, lassen sich doch so thematisch getrennte Surfvorgänge auch in eigenen Fenstern abhandeln.
Selbstredend lassen sich Fenster auch wieder zu Tabs machen, indem man das Fenster in die Tableiste eines anderen GoogleChrome-Fensters zieht.

Ein bisschen Technik

Beim Rendering von Webseiten konnte ich auf Anhieb keine Probleme feststellen, lediglich einige Embedded Videos ließen sich nicht abspielen und Webseiten mit harten Browserweichen* lehnten GoogleChrome einfach ab.
GoogleChrome verwendet diesen User Agent:

Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; en-US) AppleWebKit/525.13 (KHTML, wie z. B. Gecko) Chrome/0.X.Y.Z Safari/525.13.

Noch etwas positives zur Stabilität des Browsers: mir ist es schon das ein oder andere Mal passiert, dass mein Browser während der Eingabe eines Blogbeitrags oder einer E-Mail abgestürzt ist – das soll bei GoogleChrome nicht mehr passieren.
Der Google-Browser verfügt über einen eigenen Taskmanager, der jeden Tab, jedes Fenster, jeden Download etc. in einem eigenen Prozess startet. Hängt sich eine Seite ab, ist ein Tab weg und kann über den Taskmanager beendet werden. Der Rest von Googles Browser bleibt dabei funktionstüchtig.
Ich habe es „leider“ noch nicht geschafft, etwas mutwillig abstürzen zu lassen um das Features auszuprobieren 😐

Großer Meister, was nun?

Die Frage, die sich wohl jedem aufdrängt: gibt es einen neuen Browserkrieg?
Aus meiner Sicht ist die Antwort klar: ja.
Aber mit Einschränkungen, denn die Waffen haben sich seit den 90ern natürlich weiterentwickelt.
Alle teilnehmenden Browser, dazu zähle ich jetzt mal Microsoft Internet Explorer, Apple Safari, Mozilla FireFox und Google Chrome (Opera, Camino, Flock etc. gibt’s auch, ich weiß…), benehmen sich halbwegs anständig im Netz.

Es ist nicht mehr so wie früher, wo Internetseiten völlig zerschossen waren, wenn man mit dem „falschen“ Browser unterwegs war. Im Moment beschränken sich die Abweichungen auf Details in der Umsetzung. Viel mehr Unterschied macht da heute die Usability der Browser.

Dies ist der entscheidende Faktor im neuen Browserkrieg.
Wer ihn gewinnen will, muss mit Komfortfeatures überzeugen.
Geschwindigkeit, Handhabung von Lesezeichen, Unterstützung von Erweiterungen etc. werden „den Krieg“ entscheiden.

Selbstredend ist ein korrektes Rendering der Webseiten – ohne das hat man verloren. Gerade das ist jedoch der Schwachpunkt des MS IE der sich vehement dagegen wehrt, mal anständig die Standards zu implementieren.

* harte Browserweichen sind Entscheidungspfade in Webseiten, die nur bestimmte Browser durchlassen. Die Browser werden dabei anhand ihres User Agents identifiziert.

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