@Bastianoso

Eine Woche kochen mit HelloFresh

Das Versprechen klingt gut: jede Woche kommen per Post leckere Rezepte und frische Lebensmittel in der entsprechenden Portionsgröße ins Haus. Gekocht wird selbst. Man spart sich einkaufen und Rezepte suchen. Geht das Konzept auf?

Da HelloFresh in den letzten Monaten intensiv mit Gutscheinen um sich geschmissen hat und es mir zeitlich gerade gut in den Kram passt, habe ich das Konzept von HelloFresh einfach mal ausprobiert.

Die Anmeldung ist schnell gemacht und hat die Wahl zwischen verschiedenen Kochboxen: „Neue Entdeckungen„, „Veggie Gerichte„, „Leichter Genuss“ oder die Zeitsparkiste „Zeit sparen“ mit Rezepten, die in unter 30 Minuten zubereitet sind. Es gibt sogar eine spezielle Box für ThermoMix-Besitzer.

Außerdem hat man die Wahl zwischen zwischen drei und fünf Mahlzeiten für zwei oder vier Personen.

Für den Start habe ich erstmal drei Mahlzeiten ausgewählt. Sollte das alles nicht funktionieren, muss man sich wenigstens nicht die ganze Woche damit rumschlagen.

Die Lieferung der Kochbox

Man wählt einen Tag in der Woche aus, an dem die Kochbox geliefert werden soll und kann ein grobes Zeitfenster angeben (vormittags, nachmittags, abends). Sollte man nicht Zuhause sein, kann man auch eine Abstellgenehmigung erteilen, sofern es denn einen halbwegs sicheren Ort für das Paket gibt. Geliefert wird per DPD.

Gleich in der ersten Woche fiel unsere Lieferung leider aus. Sehnsüchtig wartete ich auf DPD, doch niemand kam und laut Tracking lagerte das Paket immer noch im Zustellzentrum. Der Kundenservice von HelloFresh hat glücklicherweise prompt und kompetent per Twitter und E-Mail reagiert. Der Karton wurde offenbar über den zustellfähigen Zustand hinaus beschädigt und würde nicht mehr zugestellt werden.

Damit fiel das Kochen mit HelloFresh bereits in der ersten Woche aus, denn Ersatzlieferungen sind nicht vorgesehen. Das ist zwar sehr ärgerlich, zumal ich somit auch nicht für die Woche eingekauft hatte, aber mir ist es so immer noch lieber, als wenn ich eine kaputte Box bekomme.

In der zweiten Woche klappte dafür aber alles reibungslos und der Paketbote klingelte pünktlich mit der ersten Kochbox von HelloFresh an der Tür.

Die Kochbox

Geliefert werden Rezepte und Zutaten alle zusammen in einem großen Karton:

So sieht eine Kochbox von HelloFresh von innen aus
So sieht eine Kochbox von HelloFresh von innen aus

Für jede Mahlzeit gibt es eine Papiertüte, die die jeweiligen Zutaten in der entsprechenden Menge (also für zwei oder vier Personen) enthält.
Die Kühlware ist zusammen mit Kühlakkus und isolierender Wolle sicher in der weißen Plastiktüte verpackt und was nicht in die Papiertüten passte, liegt nebenbei.
Fragile Zutaten, wie in meinem Fall ein Joghurtbecher, sind nochmal separat umverpackt, sodass diese besser geschützt sind.
Bei mir ist alles heil angekommen, lediglich eine Karotte erlitt einen Bruch.

Die Verpackung

Ja, die Verpackung. Natürlich ist alles gut verpackt. Aber gute Verpackung kostet eben auch Verpackungsmaterial. HelloFresh hat sich diesbezüglich aber viele Gedanken gemacht und es geschafft, einen ganz guten Kompromiss zwischen bestmöglicher Verpackung in Hinblick auf Sicherheit und Frische sowie der Umweltverträglichkeit zu finden.

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es pro Mahlzeit eine Papiertüte mit den Zutaten. Die kann man prima als Abfalltüte ein zweites Mal verwenden oder sie direkt ins Altpapier geben.

Die zu kühlenden Produkte werden mit selbstgerechten Kühlakkus, bestehend aus einer Plastiktüte und gefrorenem Wasser, kalt gehalten. Diese kann man sich entweder selbst in den Tiefkühlschrank packen und für das nächste Picknick nutzen, oder die Tüte aufschneiden, das Wasser in der Spüle dahinschmelzen lassen und die Tüte in der gelben Tonne entsorgen.
Die Wolle, mit der die zu kühlenden Produkte zur Isolation eingewickelt sind, kann laut HelloFresh komplett in die Biotonne gehen oder Vögeln zum Nestbau zur Verfügung gestellt werden.
So bleibt hier lediglich die umgebende Plastiktüte übrig.

Am Ende hat man nur noch den großen Karton. Entweder man nutzt ihn selbst als Versandkarton oder stückelt ihn einfach in die Papiertonne. Fertig.

Zwar habe ich, wenn ich selbst einkaufen gehe, deutlich weniger Verpackungsmaterial, aber dafür muss ich eben auch nicht einkaufen gehen.

Die Zutaten

Nun, selber einzukaufen hat ja unter anderem auch den Vorteil, dass man sich genau aussuchen kann, welches Produkt man nimmt. Insbesondere bei Obst und Gemüse sucht man sich in der Regel ja schon die besten Stücke aus dem Regal aus.

Bei HelloFresh hatte ich diesbezüglich große Bedenken. Taugt das Obst & Gemüse? Ist alles frisch? Oder bekomme ich schon angegammeltes Gemüse geliefert?

Zu meiner Erleichterung ist das Obst & Gemüse von guter Qualität, teilweise sogar biologisch angebaut. Bei dem Blumenkohl im Bild handelt es sich glücklicherweise sogar um ein kleines Exemplar (da ich die Kochbox ja für zwei Personen bestellt habe), sodass man nicht einen halben Blumenkohl übrig hat, sondern ihn komplett verbrauchen kann.

Die Rezepte

Normalerweise sitze ich oft stundenlang vor dem Bücherregal und wälze ein Kochbuch nach dem nächsten durch, um ein schönes Rezept für den Abend (oder die ganze Woche) zu finden. Dann schreibe ich mir die Zutaten auf die Einkaufsliste und laufe los. Oft sind einzelne Zutaten entweder ausverkauft oder in diesem Supermarkt generell nicht erhältlich, weshalb ich die Rezepte dann meist umgestalte und abwandele.

An diesem Punkt setzt HelloFresh mit seinen Kochboxen an und liefert mir nicht nur die Rezepte, sondern auch die Zutaten.
Doch was taugen die Rezepte?

Für jede Mahlzeit gibt es eine Rezeptkarte, die auf der Vorderseite ein hübsches Bild und eine kurze Beschreibung des Gerichts hat und auf der Rückseite eine detaillierte Anleitung, wie es das Gericht zuzubereiten ist.

In unserer ersten Woche hatten wir die folgenden drei Gerichte:

  1. Rinderschmortopf mit Wurzelgemüse
  2. Blumenkohl-Puten-Curry
  3. Spaghetti mit Gemüse-Bolognese

 

Kochen mit der Kochbox

Da die ersten zwei Gerichte Fleisch enthalten, haben wir sie zuerst zubereitet und das vegetarische Gericht zuletzt.

Rezepte benutze ich beim Kochen oft nur als Empfehlungen, wie etwas zuzubereiten ist und ich wandele sehr viel ab. Da landen in meiner Bolognese auch schnell noch die letzten Oliven und der Rinderschmortopf wird statt mit Wurzeln. mit Erbsen zubereitet. In diesem Testfall habe ich mich jedoch ausnahmsweise genau an die Rezepte gehalten und ich bin wirklich begeistert davon.

Eigentlich alle Gerichte würde ich komplett anders zubereiten, aber die Art und Weise der Zubereitung, wie sie auf den Rezeptkarten angegeben ist, ist einfach beschrieben, gut nachzuvollziehen und es kommen wirklich sehr schmackhafte Gerichte dabei heraus!

Für diese drei Gerichte kann ich schon mal sagen, dass mit Gewürzen und Kräutern sparsam umgegangen wird und der Eine oder Andere womöglich noch mal mit dem Salzstreuer oder der Pfeffermühle rübergehen möchte. Dennoch sind die Gerichte gut abgeschmeckt und auch ohne nachzuwürzen sehr lecker!

Außerdem ist die Anleitung wirklich pingelig genau. Die Mengenangaben ergeben alle Sinn und da die Zutaten ja meist sowieso nur in der benötigten Menge vorhanden sind, kann man eigentlich fast nichts falsch machen.

Fast nichts?
Ja, fast: denn im Blumenkohl-Puten-Curry ist gelbe Currypaste enthalten. Alle Zutaten dieses Rezepts sind nur in der benötigten Menge vorhanden, bis auf die Currypaste. Davon gibt es eine ganze Tüte, obwohl nur ein Teelöffel benötigt wird. Das wäre bei mir fast schiefgegangen 😉

Oh, und bei der Bolognese ist ein winziges Stückchen Parmesan dabei gewesen. Das Stück ist so groß, wie üblicherweise der Abschnitt vom Parmesan, den ich beim Reiben eines Stückes Parmesan so nebenbei vernasche. Also da könnte gut die zehnfache Menge drin sein! Da das preislich aber dann wohl grenzwertig wird, bin ich froh über das kleine Stück echt italienischen Parmigiano Reggiano anstatt dieses ekelhaften Schuhsolenabriebs, den es schon fertig pulverisiert im Supermarkt geben soll.

So sieht beispielsweise der fertig zubereitete (aber nicht sehr galant angerichtete) Rinderschmortopf mit Wurzelgemüse aus:

Rinderschmortopf mit Wurzelgemüse
Rinderschmortopf mit Wurzelgemüse

Und was ist mit den Kosten?

Zum Zeitpunkt meines Tests kostet eine klassische Kochbox mit drei Mahlzeiten für zwei Personen € 39,99. Dafür bekommt man die Rezepte, passende Zutaten und braucht nicht mehr einkaufen gehen.

Der Verdacht liegt nahe, dass man bei HelloFresh mehr bezahlt, als wenn man die Sachen selbst einkauft. Um diesen Verdacht mit Belegen zu untermauern habe ich mir die Zutaten der drei Rezepte rausgeschrieben und bin in den nächsten Supermarkt gegangen, um mir die dortigen Preise dafür zu notieren.

Und da bin ich auch schon auf die ersten Probleme gestoßen: denn bei HelloFresh bekommt man exakt so viel von der Zutat, wie man für das Rezept benötigt. Beispielsweise benötigt man für den Rinderschmortopf einen halben Zweig Rosmarin. Zu kaufen gibt es jedoch nur ein ganzes Schälchen (15 Gramm) mit einem halben Dutzend Zweigen. Rosmarin ließe sich zwar noch etwas länger lagern und für ein anderes Rezept verwenden, aber bei Kartoffeln, Kokosmilch (400 ml Dose, aber nur 150 ml werden benötigt), Basilikum, Linsen, Lauch, wird das Problem deutlicher. Für den Preisvergleich habe ich Zutaten, die es nur in größeren Mengen als benötigt gibt, die aber auch angebrochen länger haltbar sind, nur anteilig berechnet. das setzt natürlich voraus, dass man die restlichen Kartoffeln noch verbraucht und sie nicht so lange lagert, bis man sie entsorgt.

Bei Zutaten jedoch, die angebrochen nicht lange haltbar sind und in größeren Mengen als benötigt verkauft werden (zum Beispiel die Kokosmilch), musste ich fairerweise die komplette Verpackungseinheit anrechnen.

Bei den Preislagen habe ich, sofern vorhanden, immer die günstigsten Produkte genommen (das wäre ja der Sinn von selbst einkaufen). Jedoch muss man HelloFresh zugutehalten, dass die Zutaten recht hochwertig, teilweise sogar ökologisch-biologisch angebaut, sind.

Summa summarum bin ich auf einen ähnlichen Preis gekommen.
Konkret war der eigene Einkauf der Zutaten für die Rezepte nur € 0,49 teurer als im Supermarkt.

Fazit

Die erste Woche mit HelloFresh hat uns hervorragend mit Abendessen versorgt. Wir brauchten nicht mehr einzukaufen, hatten die Zutaten im Kühlschrank, genaue Rezepte zum Kochen und sind alle satt geworden.

Positives

  1. Einkaufen fällt weg
  2. Zutaten sind in guter Qualität
  3. Dank genauer Portionsgrößen kocht man nicht mehr zu viel und muss dann entweder einfrieren oder tagelang den selben Spinatauflauf verzehren (das kann natürlich auch ein Minuspunkt sein, wenn man Spinatauflauf sehr liebt)
  4. Die Rezepte sind lecker
  5. kein Abo!
    Die Lieferung können von Woche zu Woche pausiert werden und man geht keine Verpflichtung ein, monatelang Kochboxen zu beziehen

Negatives

  1. Der Versand per Post ist knifflig.
    Entweder man ist vor Ort oder hat einen sicheren Abstellt für die Lebensmittel, die dann im Zweifel mehrere Stunden dort stehen
  2. Gegebenenfalls der Preis
    Je nach dem, wie man selber einkauft, gibt man im Supermarkt für die gleichen Zutaten weniger Geld aus.
    Allerdings hat man bei HelloFresh den Vorteil, nicht in Versuchung geführt zu werden, Dinge einzukaufen, die nicht auf der Liste stehen und erhält die Zutaten exakt in den Mengen, die benötigt werden (und keinen 2,5kg Sack Kartoffeln, obwohl man nur vier braucht)

Dadurch, dass wir uns nur an drei Tagen in der Woche mit der Kochbox vergnügen, haben wir noch genug Zeit auch unsere üblichen Sachen zu kochen.
Alles in allem eine runde Sache und wir werden das noch ein paar Wochen weiter ausprobieren.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, das auch mal auszuprobieren, dann kannst Du Dich mit diesen Link bei HelloFresh anmelden und sparst € 20,- bei Deiner ersten Kochbox.

Bewertung von HelloFresh
  • Anmeldung/Abo
  • Auswahl an Kochboxen
  • Lieferung
  • Verpackung
  • Umweltschutz
  • Frische & Qualität der Zutaten
  • Verständlichkeit der Rezepte
  • Zubereitungszeit
  • Lecker? Lecker!
  • Service
4.3

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Sport Redirect Kredite Organisation Party IST-Analyse Ausbildung Sicherheit URL E-Mail Netzwerk Deutschland Facebook Datenübertragung Film web 2.0 Haushalt Werbung Laufen Kino Windows Fernsehen Bilanz Weiterleitung Datenschutz Datenbanken Silvester Altona Videos Sommer Sibirische Katze IKEA Musik Fahrrad projekt52 Apple Konzert Kater Netzwerktechnik Projektmanagement Wirtschaft Ernährung Hamburg Inventur Buchhaltung Programmieren Computer C++ twitter BarCamp iPhone Fotos Terminal OS X Internet iOS Weihnachten Tipps & Tricks Mac OS X Webserver Microsoft Mathematik Einkaufen Gesellschaft Abschlussprüfung

Hinweise zum Artikel

Heiß diskutiert