@Bastianoso

Inventur und Inventar

1. Unterscheiden Sie definitorisch die Begriffe Inventur und Inventar.

Inventur:
Die Inventur setzt sich aus der körperlichen Inventur durch zählen, messen, wiegen und schätzen sowie der Buchinventur zusammen.
Sie dient zum ermitteln der Sachwerte und Bankguthaben sowie Forderungen.

Inventar:
Das Inventar ist ein Vermögensverzeichnis und umfasst die Gesamtheit der beweglichen Vermögenswerte der jeweiligen Firma.
Es wird auf Basis der Inventur erstellt.

2.
a) Worin liegt der Unterschied zwischen einer körperlichen und einer buchmäßigen Inventur?

Die körperliche Inventur wird durch zählen, messen, wiegen und schätzen aufgestellt, während die Buchinventur das Bankguthaben und die Forderungen ermittelt.

b) Welche verschiedenen Tätigkeiten sind mit der körperlichen Inventur verbunden?

Wie bereits oben erwähnt, beschäftigt sich die körperliche Inventur mit dem zählen, messen, wiegen und schätzen der Sachwerte einer Firma.

c) Welche Bestände werden mit der buchmäßigen Inventur ermittelt?

Wie bereits oben erwähnt, ermittelt die Buchinventur das Bankguthaben und die Forderungen der Firma.

3.
a) Erklären Sie die zeitnahe Stichtagsinventur.

Die Bestandsaufnahme der Vorräte muss nicht zwingend am 31.12. erfolgen, muss aber innerhalb einer Frist von 10 Tagen vor oder nach dem Stichtag durchgeführt werden.

b) Erklären Sie die permanente Inventur.

Der Stichtag ist hier variabel. Die körperliche Inventur muss aber mindestens einmal im Jahr erfolgen. Weitere Zu- und Abgänge im Bestand müssen vor- bzw. zurückgerechnet werden.

c) Erklären Sie die zeitlich verlegte Inventur.

Die körperliche Inventur erfolgt bei der zeitlich verlegten Inventur an einem beliebigen Tag innerhalb der letzten 3 Monate vor oder der ersten 2 Monate nach dem Stichtag.

4. Stellen Sie die Vor- und Nachteile der in Aufgabe 3 genannten Inventurverfahren heraus.

zeitnahe Stichtagsinventur:
Vorteile: Sie ist einfach zu managen und gibt dem Unternehmen das Inventar zu einem genauen Zeitpunkt an.
Nachteile: Sie führt zu einem großen Arbeitsaufwand innerhalb weniger Tage, der oft Betriebsunterbrechungen zur Folge hat.

permanente Stichtagsinventur:
Vorteile: Sie ist besser plan- und durchführbar.
Nachteile: Warenschwund wird nicht beachtet und es drohen Rechenfehler.

zeitlich verlegte Inventur:
Vorteile: Flexiblere Planung im Unternehmen.
Nachteile: Es drohen ebenfalls Fehler bei der Berechnung und sie ist ähnlich aufwendig wie die zeitnahe Inventur.

5.
Ordnen Sie den zwei vorgegebenen Vermögensgruppen die jeweils besonders geeignete der beiden vorgegebenen Inventurmethoden zu. Begründen Sie Ihre Zuordnung.

Anlagevermögen,
Umlaufvermögen

permanente Inventur,
zeitnahe Stichtagsinventur

Für das Anlagevermögen eignet sich besonders die zeitnahe Stichtagsinventur, da die Fluktuation des Anlagevermögens überschaubar bleibt und der hohe Aufwand einer zeitnahen Stichtagsinventur nicht so groß ausfällt.

Für das Umlaufvermögen sehe ich eine permanente Inventur vor, da die Schwankung der Bestandswerte hierbei besonders hoch ist und sich eine Vor- bzw. Zurückrechnung anbietet.

6.
a) In welche Teile wird das Inventar unterteilt?

Das Inventar wird in die Teile A, B und C unterteilt.
A bezeichnet das Vermögen des Unternehmens und enthält das Anlage- sowie Umlaufvermögen.
B bezeichnet die Schulden des Unternehmens und enthält eine Unterteilung in langfristiges und kurzfristiges Fremdkapital.
C bezeichnet das Reinvermögen des Unternehmens. Hier wird das Eigenkapital aufgeführt.

b) Stellen Sie eine Gleichung auf, die die Beziehungen zwischen den drei Teilen des Inventar wiedergibt.

A = B + C
B = A – C
C = A – B

7.
a) Unterscheiden Sie definitorisch Anlagevermögen und Umlaufvermögen

Anlagevermögen: Als Anlagevermögen gelten alle Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Beispielsweise Geschäftsausstattung oder Grundstücke.
Umlaufvermögen: Als Anlagevermögen gelten alle Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Beispielsweise Rohstoffe oder Kassenbestand.

b) Nach welchem Gliederungskriterium werden die Vermögensteile im Inventar angeordnet?

Die Vermögensteile werden nach Liquidierbarkeit sortiert angegeben. Am wenigsten liquidierbares steht zu oberst.

8. Nach welchem Gliederungskriterium werden die Schuldenteile im Inventar angeordnet?

Die Schuldenteile werden nach Fristigkeit sortiert angegeben.

9. Ordnen Sie die unten stehenden Inventarposition dem Anlagevermögen, dem Umlaufvermögen, den langfristigen Schulden und den kurzfristigen Schulden zu.

Forderungen an Kunden, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferern, Bankguthaben, bebaute Grundstücke, unbebaute Grundstücke, Darlehensschulden, Rohstoffe, Kassenbestand, Hypothekenschulden, Fuhrpark, Postbankguthaben, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Fertigerzeugnisse, Maschinen.

Anlagevermögen: bebaute Grundstücke, unbebaute Grundstücke, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen.

Umlaufvermögen: Forderungen an Kunden, Bankguthaben, Rohstoffe, Kassenbestand, Postbankguthaben, Fertigerzeugnisse.

langfristigen Schulden: Hypothekenschulden, Darlehensschulden.

kurzfristigen Schulden: Verbindlichkeiten gegenüber Lieferern.

Der Jeanshersteller Gust GmbH Frankfurt hat die unten stehenden Inventurbestände ermittelt. Erstellen Sie das Inventar.

  • Bebaute Grundstücke (Verwaltungsgebäude 400.000 €, Fabrikhalle 1 200.000 €, Fabrikhalle 2 150.000 €, Garagen 80.000 €)
  • Maschinen laut besonderem Verzeichnis (Anlage 1) 390.000 €
  • Fuhrpark (2 Lkw 120.000 €, 1 Pkw 20.000 €)
  • Betriebs- und Geschäftsausstattung laut besonderem Verzeichnis (Anlage 2) 130.000 €
  • Rohstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 3) 190.000 €
  • Hilfsstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 4) 80.000 €
  • Betriebsstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 5) 110.000 €
  • Unfertige Erzeugnisse laut besonderem Verzeichnis (Anlage 6) 340.000 €
  • Fertigerzeugnisse laut besonderem Verzeichnis (Anlage 7) 710.000 €
  • Forderungen (Kunde Fielers OHG 78.000 €, Kunde Mehlert KG 64.000 €, Kunde Kretzer OHG 59.000 €)
  • Kassenbestand 8.200 €
  • Bankguthaben (Stadtsparkasse Frankfurt 111.000 €, Frankfurter Volksbank 98.000 €)
  • Hypothekenschulden bei der Frankfurter Volksbank 680.000 €
  • Darlehensschulden (Stadtsparkasse Frankfurt 750.000 €, Frankfurter Volksbank 260.000 €)
  • Verbindlichkeiten (Lieferer Yildiz KG 92.000 €, Lieferer Eitner OHG 61.000 €, Lieferer Goll KG 48.000 €)
A. Vermögen
I. Anlagevermögen
1. Gebäude
Verwaltungsgebäude400.000 €
Fabrikhalle 1200.000 €
Fabrikhalle 2150.000 €
Garagen80.000 €830.000 €
2. Maschinen laut besonderem Verzeichnis (Anlage 1)390.000 €
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung laut besonderem
Verzeichnis (Anlage 2)
130.000 €
4. Fuhrpark
2 Lkw120.000 €
1 Pkw20.000 €140.000 €
II. Umlaufvermögen
Rohstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 3)190.000 €
Hilfsstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 4)80.000 €
Betriebsstoffe laut besonderem Verzeichnis (Anlage 5)110.000 €
Unfertige Erzeugnisse laut besonderem Verzeichnis (Anlage
6)
340.000 €
Fertigerzeugnisse laut besonderem Verzeichnis (Anlage 7)710.000 €
Forderungen
Kunde Fielers OHG78.000 €
Kunde Mehlert KG64.000 €
Kunde Kretzer OHG59.000 €201.000 €
Kassenbestand8.200 €
Bankguthaben
Stadtsparkasse Frankfurt111.000 €
Frankfurter Volksbank98.000 €209.000 €
Summe des Vermögens3.338.200 €
B. Schulden
Hypothekenschulden bei der Frankfurter Volksbank680.000 €
Darlehensschulden
Stadtsparkasse Frankfurt750.000 €
Frankfurter Volksbank260.000 €1.010.000 €
Verbindlichkeiten
Lieferer Yildiz KG92.000 €
Lieferer Eitner OHG61.000 €
Lieferer Goll KG48.000 €201.000 €
Summe der Schulden1.891.000 €
C. Reinvermögen1.447.200 €

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