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Vom Whiskytrinken

Eine Geschichte, wie ich zum Whiskytrinker wurde und was ich am Getreide-Destillat besonders schätze.

Ich bin ein Wodkatrinker. Whisky kannte ich bisher nur als geschmackliche Verfälschung in Whisky-Cola, von der man am nächsten Tag einen fiesen Kater hat. Da trink ich lieber meinen Wodka. Der hat einen feineren Geschmack.

So jedenfalls war meine Auffassung Anfang 2013. Und dabei hatte ich durchaus, meiner Meinung nach, teurere Whiskys ausprobiert. Bis dato zierte ein, immerhin, über € 20,- teurer, irischer Tullamore Dew mein Regal. Den konnte ich trinken. Der ging gut runter. Aber lieber war mir immer noch mein Wodka.

Dann kam mein Schottlandurlaub.
Und mehr aus Pflicht, denn aus Wonne, absolvierten wir eine Distillerie-Tour in der Whisky-Brennerei von Oban. Obans Cashcow ist der 14 Jahre alte Single Malt Whisky. Unser Guide war ein typischer Schotte und war dementsprechend schlecht zu verstehen. Er ertrug meine Nachfragen aber geduldig und antwortete ausführlich, sodass wir uns ein gutes Bild der Whisky-Produktion machen konnten. Die Brennerei in Oban gehört zu den kleineren der schottischen Highlands. Bei der Tour hatten wir die Möglichkeit die Destillate der verschiedenen Produktionsstufen zu verkosten, unter anderem auch den frisch destillierten Whisky, der so klar wie Wodka daherkommt.

Bereits nach drei Jahren hat er ein wenig Farbe angenommen und der Geschmack hat sich verändert. Nach sieben Jahr schmeckt er bereits schön weich, erreicht seine gaumenumschmeichelnde Milde aber erst nach den 14 Jahren, nach denen er abgefüllt und verkauft wird.

Im Anschluss an die Führung gab es noch die Möglichkeit an einem kleinen Whisky-Tasting teilzunehmen. Die Whiskys waren thematisch nach Herstellungsgebiet (Highlands, Islands, Islay, Lowlands, etc.) zusammengefasst. Da ich so gar keine Ahnung von den lokalen Unterschieden der Whiskys hatte, entschied ich mich einfach für irgendwas. Meine Wahl fiel dabei auf die „West Coast Malts“. Darin enthalten waren:

Der Singleton of Dufftown ist ähnlich zurückhaltend wir der Oban-Whisky, Caol Ila und Talisker waren mir persönlich zu scharf — erinnert mich zu sehr an den Tullamore Dew. Doch der Lagavulin! Der hatte es mir angetan! Mit nur wenigen Tropfen Wasser ist der Lagavulin derart weich und vollmundig — gar kein Vergleich mit meinen Whiskyerfahrungen zu Hause! Lagavulin gehört zu den rauchigsten Whiskys Schottlands. Das für ihn gekeimte Getreide wird über Torfrauch getrocknet und dieser Lagerfeuerflair zieht sich durch alle Herstellungsprozesse hindurch bis ins Glas. Es wäre, als würde man an einem Lagerfeuer sitzen.

Wieder zurück in Hamburg habe ich mir gleich ein Fläschchen Lagavulin gegönnt und inzwischen den einen oder anderen Whisky zur Auswahl, die übrigens alle anders schmecken! Wer also sagt, er mag keinen Whisky, sollte sich mal bei Whiskyerfahrenen Freunden durchprobieren. Mit Sicherheit ist etwas dabei.

Meinen Whisky genieße ich derweil pur, höchstens mit etwas Wasser. Aber niemals nicht mehr mit Cola! Dazu nehme ich meinen Wodka!

Slàinte mhath!


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