@Bastianoso

Über die positive Seite des Alltags

Allgemein ist das Wort „Alltag“ eher negativ konnotiert, dabei hat der Begriff auch gute Seiten, bietet er uns doch eine feste Struktur im hektischen Trubel.

Wikipedia definiert den Begriff des Alltags als „gewohnheitsmäßige Abläufe bei zivilisierten Menschen im Tages- und Wochenzyklus„. Und landläufig gilt der Alltag als langweilig, eintönig und wenig herausfordernd. Im Internet gibt es zahlreiche Ratgeberseiten, wie man den Alltagstrott durchbrechen und für Erfrischungen sorgen kann.

Sicher ist es wichtig, dass das eigene Leben nicht bloß aus automatisierten Abläufen besteht, die einem das Gefühl geben, man würde lediglich noch funktionieren und Aufgabenlisten abarbeiten. Ein gewisses Maß an Alltag sorgt allerdings auch dafür, dass wir uns sicher und in gewissem Maße geborgen fühlen.

Der eintönige Alltag

Alltag bedeutet auch, sich in festen Strukturen zu bewegen. Diese festen Strukturen generieren einen verbindlichen Rahmen, in dem wir uns frei bewegen können.

Legen wir folgendes Beispiel eines Tagesablaufs zugrunde:

07:00 Uhr: Aufstehen
07:15 Uhr: Kaffee kochen, frühstücken
07:45 Uhr: Waschen, Anziehen
08:15 Uhr: auf den Weg zur Arbeit machen
09:00 Uhr: Ankunft auf der Arbeit
12:30 Uhr: Mittagspause
13:00 Uhr: weiter arbeiten
18:30 Uhr: Feierabend, Heimweg
19:15 Uhr: Einkaufen
19:30 Uhr: Zuhause ankommen
20:00 Uhr: Abendessen machen
20:15 Uhr: Abendessen, Fernsehen schauen
22:30 Uhr: ins Bett gehen

Würden wir diesen Tagesablauf nun jeden Tag, von Montag bis Freitag, durchlaufen, fühlen wir uns nach der Woche sicherlich leer und ausgepowert. Zugegeben, dieser Tag ist nicht sonderlich abwechslungsreich und spannend, die feste Struktur kann uns hingegen auch Halt in stürmischen Zeiten geben.

Denn kein Leben läuft immer nur geradeaus. Ständig passiert etwas: Verwandte werden krank, die Nachbarn machen Urlaub und brauchen jemanden zum Blumengießen, das Auto muss in die Werkstatt, der Personalausweis muss verlängert werden oder ein Handwerker kommt (und sei es nur zum Kontrollieren der Rauchmelder).

Muss das so? Nein!

Beispielsweise haben wir einen relativen freien Zeitraum zwischen dem Aufstehen um 07:00 Uhr morgens und der Abfahrt zur Arbeit um 08:15 Uhr. Der Ablauf, bestehend aus frühstücken, waschen und anziehen muss nicht sklavisch nach diesem Muster durchlaufen werden, sondern kann an unsere eigenen Anforderungen angepasst werden:

  • was möchte ich frühstücken?
  • möchte ich vielleicht morgens mehr Zeit haben, um in Ruhe wach zu werden?
  • kann ich mein Frühstück abends schon bereitstellen?
  • lässt sich die Kaffeemaschine vorbereiten und mit einer Zeitschaltuhr programmieren, sodass ich morgens schon mit Kaffeeduft geweckt werde?
  • wie sähe mein perfekter Start in den Tag aus?
  • ließe sich das realisieren?

Auch die Freizeitgestaltung nach 19:30 Uhr ist auch komplett uns überlassen:

  • muss ich jeden Tag einkaufen gehen, oder kann ich auch einmal die Woche alles kaufen, was ich brauche?
  • möchte ich wirklich jeden Abend Fernsehen schauen?

Vielleicht ist es mir eigentlich lieber, mal nur Musik zu hören oder ein Buch zu lesen und schaue nur aus Gewohnheit jeden Abend TV. Diese Gewohnheiten lassen sich aufbrechen — es spricht nichts dagegen, mir meinen Tag so zu gestalten, dass er mr so gut tut, wie es nur irgend geht.
Warum sich quälen?

Der Alltag als Basis für das Abenteuer

Dank der festen Struktur eines Alltags haben wir einen tollen Rahmen, in dem wir uns relativ frei bewegen können. Sollte dieser Rahmen einmal nicht mehr zu den aktuellen Gegebenheiten passen, kann ich ihn jederzeit verändern und anpassen.

Ein möglicher Alltag könnte also beispielsweise auch so aussehen:

06:30 Uhr: Aufstehen
06:45 Uhr: Mit Kaffee auf den Balkon setzen und dem Treiben auf der Straße zusehen
07:00 Uhr: Sportübungen machen
07:10 Uhr: in Ruhe frühstücken
07:30 Uhr: Waschen, Anziehen
08:15 Uhr: auf den Weg zur Arbeit machen
09:00 Uhr: Ankunft auf der Arbeit
12:30 Uhr: Mittagspause
13:00 Uhr: weiter arbeiten
18:30 Uhr: Feierabend, Heimweg
19:15 Uhr: Zuhause ankommen
19:30 Uhr: Abendessen machen
19:45 Uhr: in Ruhe Abendessen
20:15 Uhr: Lesen, Musik hören, Spazieren gehen, Freunde treffen, whatever

Wie man sieht wurde nur wenig am Alltag geändert und das Grundgerüst steht immer noch — dieses Grundgerüst bietet uns eine gewisse Verlässlichkeit und Erwartbarkeit, was unseren Tag anbelangt. Hätten wir keinerlei Alltagstrott, so würden wir auch nicht wissen, was wir morgen, was wir übermorgen machen werden. Auf Grundlage dieser „Schablone“ sind unsere Tage zum Einen berechenbar, zum Anderen aber auch frei gestaltbar: denn wie wir die Schablone ausmalen, ist nur uns selbst vorbehalten.

Wichtig ist am Ende nur, flexibel zu bleiben und den Spaß nicht zu vergessen. Oft hat uns der Alltag so fest im Griff, dass wir nur von A nach B trotten, und den Weg dabei gar nicht mehr wahrnehmen. Passiert dann etwas Unerwartetes, was unseren Zeitplan durcheinander bringt, reagieren wir sofort gestresst und haben schlechte Laune.

Was ist der Grund für schlechte Laune?

In vielen Fällen sind aber nicht bloß die äußeren Einflüsse für unsere schlechte Laune verantwortlich. Sie sind lediglich eine bequeme Ausrede, damit wir passiv bleiben können. Verreckte beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit der Wagen und wir wären gezwungen, am Straßenrand auf den Abschleppdienst zu warten; so kann man mies gelaunt, ob der Verspätung auf der Arbeit, sein und sich dem Schicksal einfach ergeben. Man kann sich aber auch ein Eis aus dem Kiosk gegenüber holen oder den Abschleppdienst bitten, den Wagen einfach zur Werkstatt zu schleppen, während man selbst auf anderen Wegen zur Arbeit fährt und die Werkstatt telefonisch informieren.

Diese Beispiele sollen nur dazu dienen, aufzuzeigen, dass ein Alltag nicht per se monoton ist. Er stellt viel mehr die für uns verlässliche Ausgangsbasis für die alltäglichen Abenteuer dar. Bricht so ein Abenteuer auf uns nieder, können wir uns in dem Alltags-Rahmen sicher bewegen und wissen, wie es morgen, übermorgen oder auch nächste Woche wieder aussehen wird. Bei ganz Elementaren Störungen gilt uns der Alltag als Ziel, das es wieder zu erreichen gilt. Dank dem Alltag ist also sofort klar was zu tun ist, um den Zielzustand wieder zu erreichen.

Was ist ein Alltag ohne Alltagstrott?

Menschen, die keine festen Abläufe in ihren Tagen haben, sind oft schlecht gelaunt und missmutig. Wenn von außen keine festen Abläufe kommen, kann man mit ein wenig Arbeit einfach selbst welche definieren. Man könnte zum Beispiel jeden Tag sein Brötchen vom Bäcker drei Straßen weiter holen. Das ist nicht ganz bequem, aber das soll es ja auch nicht sein. oder man plant für jeden Tag zu einer festen Uhrzeit das Mittagessen ein oder geht nachmittags immer spazieren.

Wem das nicht gefällt, der kann sich auch von Außen einen Alltag holen. Man denke nur mal an die folgenden Punkte, die einem schnell die Woche füllen:

  • wann kommt die Müllabfuhr, sodass ich meinen Müll einen Tag vorher wegbringen kann?
  • ich etabliere einen festen Waschtag in der Woche
  • ich trage im Kalender ein, wann regelmäßige Tätigkeiten anfallen:
    • Kontoauszüge von der Bank abholen
    • Flusensieb der Waschmaschine alle drei Monate reinigen
    • Zahnbrüste auswechseln
    • Türschlösser ölen
    • Kalenderblätter umdrehen
    • usw.
  • an welchem Wochentag ist die Treppenhausreinigung, sodass ich meine Fußmatte reinholen kann?
  • ich etabliere feste Zeiträume für das Lüften.
  • usf.

Bereits diese kleinen Maßnahmen tragen dazu bei, dass man wieder das Gefühl bekommt, man weiß, was einen erwartet. Man weiß, was morgen bringt. Dass es dann manchmal ganz anders kommt, als geplant ist ja völlig normal.

Fazit

Einen Alltag zu haben ist nicht einfach und er kann uns schnell belasten. Gleichwohl gibt er uns im Leben wichtigen Halt und Sicherheit. Ihn sich selbst wohlwollend gegenüber zu gestalten, ist eine gute Möglichkeit dem eigenen Leben eine gute Struktur als Ausgangsbasis für alles Weitere zu geben.

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