Die Bundesliga live bei Sky — mit Hindernissen

Angesichts der aktuellen Situation (ich berichtete hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) und geschuldet dem Umstand, dass wir in absehbarer Zeit wohl keinem Fußballspiel mehr live beiwohnen werden können, haben wir überlegt uns die Bundesligaspiele zumindest im Fernsehen anzuschauen.

Nun ist das heutzutage ja alles nicht so einfach. Die Rechte dafür wurden irgendwie gestückelt versteigert und jeder Anbieter, der da irgendeine Auktion gewonnen hat, darf was anderes zeigen.

Während die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sich mit von Stolz erfüllter Brust darüber freuen, dass ihnen irgendjemand den Brocken über den Zaun geworfen hat, dass sie zumindest eine Zusammenfassung der Spiele online zeigen dürfen, teilen sich hauptsächlich zwei Anbieter den deutschen Markt.

Zum Einen das altbekannte Premiere, nun unter dem Namen Sky unterwegs.
Und der Newcomer „DAZN„.
Möchte man alle Spiele der ersten Bundesliga schauen, muss man beide Dienste abonnieren, da landet man aber aufs Jahr gerechnet bei über € 420,-. Und ganz ehrlich: Fußball im Fernsehen schauen ist mir echt nicht so viel Geld wert.

Den besten Durchschnitt an für uns auch in der Praxis schaubaren Fußballspielen hat scheinbar Sky im Angebot.

Um Sky habe ich bisher einen großen Bogen gemacht. Mundpropaganda sei Dank habe ich nämlich schon allerlei abenteuerliche Geschichten darüber gehört und hatte eigentlich echt keine Lust auf so ein Vertrags-Trara drumherum. Wir wollen ja schließlich nur Fußball gucken.

Also Sky statt DAZN

Aber gut, die letzten Hiobsbotschaften sind schon ein paar Jahre her und der Markt hat sich ja weiterentwickelt. Wenn ich daran denke, wie einfach es bei Netflix ist, Filme und Serien zu streamen, dann wird das bei dem neu aufgestellten Sky sicherlich auch alles super easy sein.

Registrieren, in der App einloggen und losschauen — das wird Sky ja wohl auch gebacken bekommen.
Aber erstmal muss man sich natürlich anmelden.

Das Lockangebot von Sky

Sky hat ja immer irgendwelchen prächtigen Lockangebote in der Welt wo irgendwelche ausgedachten Rechnungspositionen groß angekündigt gestrichen werden.
Und so haben auch wir ein „tolles“ Angebot gefunden. Den Sky-Q-Receiver gibt es anstatt für 149,- sogar gratis — keine Ahnung, wofür ich das Teil überhaupt brauche und wir bekommen sogar noch ein Trikot unserer Lieblingsmannschaft dazu und der erste Monat ist auch gratis. Toll.

Der Bestellprozess bei Sky

Nach Eingabe der Adresse und irgendeiner diffusen „Verfügbarkeitsprüfung“, die an frühere DSL-Zeiten erinnert, können wir unsere „Pakete“ auswählen. Scheinbar kann man jedoch nicht einfach nur das Bundesliga-Paket buchen, sondern muss zwingend und unabdingbar auch das nicht näher beschriebene Entertainment-Paket buchen.

Entertain me?

Im Entertainment-Paket gibt es „Serien und Filme on demand“ — also vielleicht so etwas wie Netflix? Oder muss man für die „on demand“ Streams dann noch extra bezahlen, so wie früher bei Premiere? Keine Ahnung, das wird nicht näher erklärt. Ist ja aber auch völlig Wurscht, denn ohne Entertainment gibt’s kein Fußball und wir wollen ja eigentlich nur Fußball schauen. Champions League und DFB-Pokal sind da übrigens nicht mit bei. Nur Bundesliga. Aber gut.

Wir klicken uns also durch den Bestellprozess und werden noch gefragt, ob wir lieber den HD-Sky-Q-Receiver für € 0,- haben wollen oder den UHD-sonstewas-Sky-Q-Receiver für € 0,- oder irgendwelchen anderen fancy Kram für mehr Geld. Am liebsten hätte ich gar kein extra Gerät, aber gut. Wir nehmen also das einfachste (und hoffentlich kleinste) Gerät und klickern den Bestellprozess weiter durch.

Irgendwo wird uns noch angeboten, ob wir lieber einen Monat gratis schauen wollen oder Sky go Premium PlusPlus bekommen wollen — was immer das nun wieder ist. Wir nehmen den Gratismonat, das versteht man wenigstens.

Jedoch kommt an keiner Stelle die Auswahl, welches Trikot wir denn nun haben wollen. Vielleicht machen die das ja nachträglich via E-Mail. Die Prozesse bei sowas sind in größeren Firmen ja manchmal etwas hemdsärmelig.

Die Bestellung ist durch — und nun?

Ich bekomme einen ganzen Haufen E-Mails mit Kundennummer, E-Mail-Adressbestätigungen und irgendwelchen PINs und Jugendschutz-PINs, die ich unbedingt setzen soll, weil sonst gar nichts funktioniert.

Gesagt, getan.

Der Versand

Bereits einen Tag später wird dieser Receiver an uns gesandt und der kommt auch recht schnell an. Also auspacken und anschließen. Mit im Paket ist auch eine „SmartCard“. Keine Ahnung, was das sein soll, aber die ist irgendwie wichtig und muss in den Receiver gesteckt werden.

Die Einrichtung

Nach dem alles zusammen gesteckt ist, macht der Receiver erstmal einen Sendersuchlauf. Parallel versuche ich auf der Playstation die Sky-App zum Laufen zu bringen, aber ich kann mich dort mit meiner Kundennummer und der PIN nicht einloggen.

Es stellt sich heraus, dass es für die Playstation nur eine Sky-Ticket-App gibt und keine Sky-App. Das ist scheinbar ein gewichtiger Unterschied. Also kommen wir wahrscheinlich tatsächlich nicht darum herum, uns diesen usseligen Receiver ins Wohnzimmer zu stellen. Ungut, die Verkabelung muss ich dann noch mal schön machen. Aber für einen ersten Test reicht’s erstmal.

Nachdem der Receiver allerlei tolle Sender gefunden hat, gelange ich auf den „Home-Screen“, der mir sagt, dass ich dafür nicht freigeschaltet bin.
Irgendwo erscheint eine Meldung, dass die SmartCard noch freigeschaltet werden muss. Naja, das ist ja sicherlich keine Zauberei. In der Anleitung steht, dass man das selbst ganz einfach online machen kann.

Gesagt, getan. Eingeloggt und auf der Aktivierungsseite auf den großen „freischalten“-Knopf gedrückt.
Zack! Fehlermeldung. Technischer Fehler, temporär, geht gerade nicht, später noch mal versuchen, blabla.

Die Anleitung des Receivers rät zum Reset des Selbigen doch auch das ist ohne Ergebnis.
Ein weiterer empfohlener Lösungsansatz, den ich eher als Workaround bezeichnen würde, ist die den Receiver auf Kanal 100 zu stellen und mindestens 45 Minuten zu warten.

Der „Support“ von Sky

Doch auch nach zwei Stunden tut sich nichts.
Ich beschließe also die in der Fehlermeldung auf der Webseite genannte Telefonnummer für die Freischaltung der „SmartCard“ durch den Support anzurufen. Immerhin eine Münchener Orts-Rufnummer.

Und ich muss schon sagen, die Ansage ist echt der Burner: mir wird nämlich mitgeteilt, dass Sky-Go-Kunden keinen Anspruch auf telefonischen Support haben — und dann wird einfach aufgelegt.
Nur habe ich ja gar kein Sky-Go sondern ganz normales Sky, oder meinetwegen Sky Q — whatever.

Auf der Webseite gibt es auch noch einen WhatsApp-Chat, den ich mal ausprobiere.
Da läuft natürlich ein Chatbot, der überhaupt nicht versteht, was ich von ihm will.

Aber nach etwa einer Stunde bekomme ich tatsächlich Antwort von einem echten Menschen, der ein sogenanntes „Aktivierungssignal“ an meinen Receiver schicken will.
Erstaunlicherweise funktioniert das tatsächlich binnen weniger Minuten und das Dingen läuft.

Fazit

Nun haben wir da also diesen usseligen Receiver stehen, der über irgendeine Nummer auf der SmartCard wohl in der Lage ist, dass verschlüsselte TV-Signal von Sky zu entschlüsseln und diese Sky-Box hängt auch bei uns im LAN und darüber kann man wohl noch irgendwas streamen. Keine Ahnung.

Aber zumindest können wir jetzt Fußball schauen und das sogar recht problemlos und in guter Qualität.
Der Service von Sky ist auch gut, aber meiner Meinung nach sollte es bei einem Standardvorgang der Aktivierung eines neuen Receivers/einer SmartCard keine Notwendigkeit eines Kundenkontakts geben.

Aber Bitteschön, wenn das so sein soll, dann machen wir das halt so.
Nun mal schauen, wie das dann später mit der Kündigung wird, wenn wir wieder ins Stadion gehen, brauchen wir das alles ja nicht mehr.

Kommentarbenachrichtigungen
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments