Das Licht am Ende des Quarantänetunnels

Die wunderbärchentolle Bundesnotbremse scheint zu greifen — die Inzidenzwerte und Neuinfektionen sinken beständig und so peu á peu werden wieder die ersten Lockerungen in Angriff genommen.

Es bleibt nun abzuwarten, ob jetzt „endlich wieder alles wie vorher“ wird oder ob das Pandemie-Unheil lediglich eine kleine Pause gemacht hat, und jetzt noch einmal zurück kommt — vielleicht ja mit einer vierten Welle?

Wir sitzen hier derweil seit 246 Tagen in freiwilliger Selbstisolation und haben unseren Alltag inzwischen nachhaltig so umstrukturiert, dass er möglichst kontaktlos funktioniert.
Supermarkteinkäufe, Getränke, sonstige Güter des täglichen Bedarfs: kann man alles liefern lassen.
Hier drinnen, in unserer coronafreien Wohnung, haben wir inzwischen alles, was wir so brauchen, um unser Überleben zu sichern.

Und während wir in der Vergangenheit noch das nächste Wochenende anstrebten, um endlich wieder Videocalls mit unseren Freunden zu machen, verlieren auch die so allmählich ihren Zauber.
Klar freue ich mich, wenn ich unsere Freunde auf dem Bildschirm sehen kann — aber was gibt es denn noch zu erzählen? Es passiert ja niemandem mehr etwas Berichtenswertes.
Von Montag bis Freitag hängen wir von früh bis spät in beruflichen Calls und sind danach damit beschäftigt, unser Leben zu organisieren. Da müssen Bestellungen getätigt werden, Altpapier muss entsorgt werden und schließlich kochen wir seit der Pandemie auch fast jeden Tag Zuhause. Also abwaschen und kochen und wieder abwaschen. Da bleibt nur noch Kraft, um danach für ein Stündchen oder so den Fernseher anzustarren, bevor man dann ins Bett geht und sich alles wiederholt.

Und am Wochenende?

An den Wochenenden passiert ja auch nichts. Tagsüber ist es draußen zu voll, um ernsthaft in Erwägung ziehen zu können, rauszugehen und des Nachts herrscht die Ausgangssperre.
Wenn die nun fällt, können wir zumindest nachts mal wieder einen Spaziergang wagen. Aber sonst passiert halt nichts.

Keine Urlaube. Keine Ausflüge. Keine Theater- Kino oder Konzertbesuche mehr.
Was soll man da noch erzählen?

Vielleicht bleiben wir einfach für immer Zuhause.

Disclaimer: natürlich nicht, aber das in der Politik viel besungene „Licht am Ende des Tunnels“ sehen wir noch lange nicht.

0 0 Bewertungen
Gesamtbewertung
Kommentarbenachrichtigungen
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments