Corona macht auch nachdenklich

Ich sitze nun seit drei Monaten Zuhause.
Nach anfänglichen, ich nenne es mal Findungsschwierigkeiten, hat sich inzwischen ein ganz solider Alltag etabliert. Ausführlich habe ich darüber ja in meinen Coronatagebüchern der letzten Monate berichtet.

Das Umschwenken von morgens früh aufstehen, zu Bus & Bahn hetzen, sich über Verspätungen und Zugausfälle aufregen, im Büro hocken, den ganzen Wumms wieder zurück nach Hause machen, einkaufen, kochen, schlafen — hin zu morgens etwas später aufstehen, kurz pseudo-wach werden, Kopfhörer aufsetzen und von Call zu Call springen, dann Feierabend, Kochen und schlafen (irgendwo dazwischen nehme ich noch meine Kopfhörer wieder ab) — hat reichlich viel Energie gekostet und mir oft auch Kopfschmerzen eingebracht.

Irgendwie habe ich mich mit dem neuen Alltag arrangiert.
Ich habe gelernt, was man alles online erledigen kann und bin größtenteils nur rausgegangen, um den Müll wegzubringen oder den Briefkasten zu leeren.

Dass ich nun mehr Zeit für meine eigentliche Arbeit haben würde, war ein Irrglaube, da die Arbeitsbelastung einfach exponentiell gestiegen ist und man im HomeOffice sowieso nie richtig Feierabend hat.

Im Moment geht’s noch, und ich komme ohne Theater-, Zoo- oder Restaurantbesuche aus. Treffe Freunde nur noch mit Abstand oder halt gleich per Videocall, gehe nicht mehr einkaufen. Meine Urlaube verbringe ich Zuhause, anstatt mir die Welt anzusehen und irgendwie geht das ja auch alles.

Ich frage mich nur: wie lange noch?

Ich versuche durch das beständige Erweitern meiner privaten ToDo-Liste das Aufkommen von Monotonie und Langeweile zu verhindern und bisher gelingt mir das auch sehr gut.

Ich blogge mehr, ich spiele wieder mehr Videospiele, mache Urlaubsplanung für das ferne Irgendwann, habe die Küchenabläufe optimiert und der Keller ist aufgeräumt.

Aber sieht so jetzt unser neues Leben aus?
Die großspurig verkündeten Lockerungsmaßnahmen funktionieren erstmal, tragen verborgen in sich aber das erhöhte Risiko einer zweiten Welle.

Während „da draußen“ langsam alles wieder zu einer Schein-Normalität zurückkehrt, schwebt das Corona-Virus immer noch wie ein Damokles-Schwert über der Welt und wenn ich Nachrichten schaue, sehe ich nur ahnungsloses Schulterzucken bei den Verantwortlichen.

Wir werden sehen, was die nähere Zukunft bringen wird.
Erstmal geht’s morgen wieder „ins Büro“.

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