Vernichtet eure CDs!

Die Musikindustrie, die die Schuld für ihr Versagen schon lange auf die Musikhörer schiebt, fährt nun neue Geschütze im Kampf gegen ihre Kunden auf: während früher lediglich Raubkopierer* für das Anbieten von Musikdateien über Internettauschbörsen abgemahnt wurden, scheint diese Einnahmequelle nicht mehr auszureichen den eigenen Lebensstandard zu finanzieren.
Denn nun finden auch Flohmarkthändler Abmahnschreiben in ihren Briefkästen:

Wer eine in einem Geschäft erworbene CD bei einem Online-Verkaufsportal wie eBay oder Hood.de einstellt, rechnet im Regelfall nicht damit, dass er abgemahnt wird. Immerhin hat er das Produkt ja selbst ganz regulär gekauft – und den Handel mit gebrauchten Tonträgern konnte die Musikindustrie trotz mehrerer Vorstöße bisher nicht grundsätzlich unterbinden. Trotzdem mahnen immer mehr Rechteinhaber private Anbieter von CDs, Bildern und Fanartikeln ab, von denen sie behaupten, dass sie nicht oder nicht ausreichend lizenziert seien.

Den vollständigen Artikel über einen besonderen Fall kann man bei Telepolis lesen.

Mir stach dabei vor allem der vorletzte Absatz ins Auge:

Wer jedes Risiko ausschließen wolle, der dürfe allerdings keine gebrauchten CDs verkaufen, sondern müsse sie behalten oder vernichten.

Sind dann alle Läden, die mit gebrauchten CDs und DVDs handeln automatisch illegal und potentiell abmahngefährdet? Können die alle ihren Geschäftsbetrieb einstellen? Wie sieht es mit offline Flohmärkten aus?

* Wikipedia: ein Raub ist nach deutschem Strafrecht die Wegnahme (Besitzübergang) einer fremden beweglichen Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen., § 249 Stgb.

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