Überblick prominenter Corona-Mutationen

Hinweis: Teile dieses Artikels sind möglicherweise veraltet und einige der Informationen nicht mehr aktuell. Der Artikel steht zu Referenzzwecken weiterhin online und wird gegebenenfalls noch aktualisiert.

Als hätten wir mit dem ursprünglichen SARS-CoV-2 aus Wuhan nicht schon genug Ärger, tauchen nun überall auf der Welt weitere Corona-Mutationen auf.
Um einen kleinen Überblick der wichtigsten Virus-Varianten zur Hand zu haben, versuche ich in diesem Artikel die neu entdeckten Corona-Mutationen mit ihren wichtigsten Eckdaten zu sammeln.

Mutationen sind bei Viren üblich und entstehen, vereinfacht gesagt, bei der Vervielfältigung des Virus durch „Kopierfehler“ ihres Erbgutes. Mutationen passieren dabei ständig. Mal haben sie direkte Auswirkungen auf Verbreitung oder Krankheitsverlauf, mal „verpuffen“ die Mutationen einfach aber auch wirkungslos.

Was wir heute als Corona-Virus oder SARS-CoV-2 bezeichnen, ist inzwischen die D614G-Variante des ursprünglichen Virus, die sich im Juni 2020 weltweit verbreitet hat und zur COVID-19-Pandemie geführt hat.
Als COVID-19 bezeichnet man hierbei eigentlich nur die durch das Virus ausgelöste Infektionskrankheit.

Hinweis: Beim Erstellen dieses Artikels habe ich mich durch diverse Studien und Fachartikel gearbeitet. Da der Themenbereich der Virusmutationen jedoch sehr komplex ist, bitte ich um Nachsicht, wenn die Informationen dazu doch eher an der Oberfläche bleiben.

Mein Ziel ist einfach nur, einen groben Überblick der Corona-Mutationen zur Hand zu haben, auf die ich im Rahmen meiner Corona-Tagebücher verweisen kann.
Deshalb konzentriere ich mich in diesem Artikel auf die herausragenden Corona-Mutationen, die direkte Auswirkungen auf die Pandemie haben.

Benennungsschema für Virus-Mutationen & -Varianten

Jede neue Virusvariante braucht natürlich einen eindeutigen Namen. Nur leider gibt es aktuell keinen weltweit einheitlichen Standard für die Benennung von Viren und ihren Mutationen oder Varianten.
Zwar bietet das International Committee on Taxonomy of Viruses, kurz: ICTV, ein Regelwerk an, dies ist jedoch nicht verbindlich. So haben sich weltweit die verschiedensten Schemata zur Benennung von Viren entwickelt. Diese Problematik fällt nun vor allem während der Corona-Pandemie auf und es gibt bereits seit längerem Bestrebungen, alle Viren einmal neu und dann einheitlich zu benennen.
Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, findet bei nature.com einen einleitenden Artikel.
Außerdem gibt es ein faszinierendes Tool, um die potentiell möglichen Corona-Mutationen in den verschiedenen Sequenzen besser identifizieren und abgleichen zu können. Aber das geht mir für den Moment dann doch etwas zu tief für einen schnellen Überblick.

Beim Corona-Virus haben sich auf Grundlage des Grund-Virustyps SARS hauptsächlich zwei Arten der Benennung durchgesetzt:

Variant of concern

Bei der britischen Mutation wurde der Name des Ursprungsvirus SARS-CoV-2 um den Zusatz „VOC“ (Varianten of concern) ergänzt und stumpf der Zeitraum der Sequenzierung und eine Versionsnummer angehängt: SARS-CoV-2 VOC 202012/01 (Variant of Concern, Jahr 2020, Monat 12 / Variante 01).

Angabe der Mutation

Darüber hinaus ist die britische Corona-Mutation auch unter dem Namen N501Y.V1 bekannt.
Das ist, simpel ausgedrückt, einfach nur die Beschreibung dessen, was mit dem Virus bei der Mutation passiert ist, nämlich der Austausch von Asparagin (N) gegen Tyrosin (Y) an Position 501 der Aminosäuresequenz des Spikeproteins in der RNA von SARS-CoV-2.
Und V1 ist einfach nur die Version 1 des Ganzen, weil das zuerst entdeckt wurde.

Klassifizierung der Mutationsgruppe

In Südafrika wurde eine Virus-Variante sequenziert, die ganz ähnlich der britischen Mutation ist. Denn auch hier fand der N501Y-Austausch statt. Da die südafrikanische Mutation nach der aus Großbritannien entdeckt wurde, erhält die südafrikanische Corona-Mutation den Zusatz „V2“.
Da beide Viren aber ähnliche Mutationen aufweisen, werden diese gemeinsam klassifiziert, was in dem Fall die Variantengruppierung B.1.1.7 ist.

B.1.1.7-Varianten

Diese Varianten zeichnen sich alle durch leicht veränderte Symptomatik aus:

  • Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Halsschmerzen treten etwas häufiger auf
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hingegen etwas seltener
  • die Häufigkeit von Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Erbrechen bleibt gleich

SARS-CoV-2 VOC 202012/01 (N501Y.V1-Mutation)

Erstmals am 14. Dezember 2020 in Südengland sequenzierte Corona-Mutation.

Eigenschaften:

  • erhöhtes Ansteckungsrisiko (+50-70% im Vergleich zum Ursprungs-Virus)
  • kein erhöhtes Sterberisiko
  • Corona-Impfungen bleiben wirksam

N501Y.V2-Mutation

Erstmals am 16. November 2020 in Südafrika sequenzierte Corona-Mutation, die sich laut den örtlichen Behörden mit einer Meldung vom 18. Dezember 2020 bereits lokal weit verbreitet hat.

Eigenschaften:

  • 50% höheres Ansteckungsrisiko
  • kein erhöhtes Sterberisiko
  • Corona-Impfungen bleiben wirksam

Y453F-Mutation

Die als „Cluster 5“-Variante bezeichnete Corona-Mutation wurde im August/September 2020 erstmals auf Nerzfarmen in Dänemark nachgewiesen.

Eigenschaften:

  • signifikante Reduktion der Neutralisationsaktivität beim Menschen

E484K-Mutation

Am 9. Dezember 2020 wurde eine erneute Infektion bei einem bereits genesenen Patienten in Brasilien mit der E484K-Mutation festgestellt.

Eigenschaften:

  • vorherig überstandene SARS-CoV-2-Mutation bietet keine Immunität gegenüber E484K
  • Wirksamkeit der Corona-Impfungen bei E484K noch nicht belegt
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