Mein Corona-Tagebuch

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Als ich Ende letzten Jahres die ersten Meldungen aus Wuhan in China vernahm, dass dort vermehrt Lungenentzündungen mit unbekannter Ursache auftraten und Mitte Januar feststand, dass es sich um eine neue Variante des Corona-Virus handelt, habe ich mir noch wenige Sorgen gemacht. China ist weit weg und die letzte Epidemie mit dem vergleichbaren SARS-Virus verlief ja auch eher unspektakulär — zudem kann ich mich an keine besonderen Einschränkungen des normalen Lebens erinnern.

Doch in den letzten paar Wochen hat sich viel geändert und die Einschnitte sind auch in meinem Alltag zu spüren, deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine Gedanken und die mich betreffenden Ereignisse mitzuschreiben. So schnell, wie sich die aktuelle Lage momentan ändert, ist es bestimmt aufschlussreich danach ein paar Informationen als Übersicht zu haben, insbesondere, da die Coronaviren ja recht mutationsfreudig zu sein scheinen und so etwas jederzeit wieder auftreten kann.

Mal schauen, wie sich dieser Artikel mit der Zeit so entwickelt. Ich bin gespannt und beginne mal mit meiner persönlichen Historie der Ereignisse!

Zur besseren Übersicht kannst Du mit diesen Kalendern auch direkt zu einem bestimmten Tag springen:

Corona-Tagebuch-Kalender im Februar 2020

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Corona-Tagebuch-Kalender Februar 2020

Corona-Tagebuch-Kalender im März 2020

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Corona-Tagebuch-Kalender März 2020

Logbuch der Ereignisse & Gedanken

Februar 2020

Nach den ersten Meldungen zum Corona-Virus habe ich die Meldungen immer nur so nebenher verfolgt, obwohl die Bilder aus Wuhan schon erschreckend waren. Leere Straßen, Krankenhauspersonal in Schutzanzügen und ein Krankenhaus wird in zehn Tagen hochgezogen. Dazu die zunehmende Verbreitung von Einzelfällen rund um die Welt und die Leute, die auf einem Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne stehen.

Aber irgendwie ist das alles auch noch so weit weg und surreal.

 

Sonntag, 23. Februar 2020

Die Meldungen bei Twitter sind noch zum größten Teil lustig und ich finde ein süßes Video zum Thema Händewaschen aus Japan.

 

Montag, 24. Februar 2020

Meine Firma rät generell von allen Flugreisen ab. Vermeidbare Meetings sollen remote stattfinden, in Ausnahmefällen soll mit der Bahn gefahren werden. Bei Twitter wird einem in jedem dritten Tweet erklärt, wie man richtig die Hände wäscht. Alles normal so weit.

 

Dienstag, 25. Februar 2020

Bei Twitter drehen alle durch und posten Fotos von leeren Regalen und die Hinweise zum Anlegen von Vorräten werden verbreitet. Im Bahnhof sehe ich die ersten Menschen mit Mundschutz rumlaufen, aber sonst ist alles normal. Ich bin beim Bahnfahren sowieso immer froh, wenn ich es schaffe die Strecke zu bewältigen ohne irgendwas anzufassen. Nicht wegen Corona, sondern wegen der normalen Bakterien und Viren. Als Pendler falle ich sowieso immer als einer der ersten um, wenn die Grippewelle kommt. Da bin ich eh schon vorsichtig und mache mir keine größeren Sorgen.

 

Mittwoch, 26. Februar 2020

Aufgrund der Berichterstattung überlegen wir tatsächlich kurz, ob wir uns nicht doch ein paar zusätzliche Vorräte anlegen sollten, um zwei Wochen in Quarantäne zu überleben. Ich erstelle eine Liste, wir verwerfen das dann aber doch — wohin mit dem ganzen Kram? Außerdem möchte ich mir kein Dosenfutter ins Regal stellen. Das essen wir eh nicht und müssten es dann in ein paar Jahren wegwerfen, das wäre blöd. Außerdem haben wir schlicht keinen Platz für so viel Wasser. Wir gehen erstmal davon aus, dass die gesamte Grundversorgung schon nicht zusammenbrechen wird.

 

Donnerstag, 27. Februar 2020

Der Abteilungsleiter geht durchs Büro und schickt einzelne MitarbeiterInnen auch Hause, die kürzlich beruflich oder privat in Risikogebieten waren oder Kontakt zu Personen aus diesen Gebieten hatten. Da wir gerade ein Projekt in einem „Risikoland“ haben, betrifft das doch einige Kolleginnen. Der Rest arbeitet verwundert, aber normal, weiter.

Ich finde, dass das durchaus eine gute Vorsichtsmaßnahme ist und hier sind alle an das Arbeiten im HomeOffice gewöhnt. Es wird also keine großen Einschränkungen geben.

Die Betroffenen sollen sich für 14 Tage in „freiwillige Selbstisolation“ begeben und für die Zeit vom HomeOffice aus arbeiten.
Zudem soll jede Abteilung Pläne für vermehrtes HomeOffice erarbeiten. Da ich in meinem Bereich standortübergreifend arbeite, erledige ich zwangsläufig jeden Tag die meisten Dinge bereits remote, auch aus dem Büro heraus, von daher stellt uns das vor keine großen Herausforderungen.

Es gibt den ersten Corona-Fall in Norddeutschland. Ein Arzt aus Schleswig-Holstein, der im UKE Hamburg arbeitet und gerade aus Norditalien zurückgekommen ist.

 

Freitag, 28. Februar 2020

Wir schauen uns ein paar Webseiten zur Übersicht der Coronavirusverbreitung auf der Erde an. In Deutschland sind die Fälle, bis auf NRW, noch überschaubar und in Hamburg gibt es noch gar keinen bestätigten Fall. Also business as usual. Im Büro wird eine Corona-Task-Force gegründet, die mögliche Krisenpläne entwickeln soll. Wir planen unseren Sommerurlaub erstmal normal weiter.

Wir sind angewiesen unsere Laptops jeden Abend mit nach Hause zu nehmen, sollte permanentes HomeOffice empfohlen werden. Für mich kein Problem, da ich meinen Rechner eh jeden Tag bei mir habe, um auch von unterwegs noch arbeiten zu können.

Der erste Corona-Fall in Hamburg wird bekannt.

Abends noch Bierchen trinken mit den Kollegen und Schuhe für den Sommerurlaub kaufen, damit ich sie noch einlaufen kann.

 

Samstag, 29. Februar 2020

Heute ist Markttag. Wir erledigen normal unsere Wocheneinkäufe. Von den bei Twitter geposteten leeren Regalen ist nichts zu sehen. Alles noch da und die Leute stehen entspannt am Kaffeestand und genehmigen sich eine Pause in der Sonne. Ein paar Leute mit Mundschutz laufen über den Markt. In der Drogerie und Apotheke gibt’s kein Desinfektionsmittel mehr. Das tangiert uns jedoch nur peripher, da wir noch genug Zuhause haben.

Zwei Fälle in Hamburg.

März 2020

 

Montag, 2. März 2020

Im Büro wird verkündet, dass das Pendeln per öffentlichen Verkehrsmitteln und Nah- und Fernverkehrszügen eingeschränkt werden soll. Wenn möglich, sollen die Termine remote stattfinden. Besuche der anderen Standorte werden, sofern möglich, ausgesetzt.

Man überlegt die Internorga abzusagen.

 

Donnerstag, 5. März 2020

Ich habe ein paar Besorgungen zu erledigen, Zahnbürstenköpfe, Zahnpasta, Waschmittel und so. Das Übliche eben. Die Regale in der Drogerie sind noch gut gefüllt und ich finde die ganze Panikmache in der Presse etwas übertrieben.

Im Hamburger Hafen werden die Plätze für Container rar, weil zu viel zwischengelagert werden muss, da viele Lieferungen aus China ausbleiben. Die Internorga wurde abgesagt.

Sechs Fälle in Hamburg.

 

Freitag, 6. März 2020

Ich sitze im Büro und überall ist Corona ein Thema. Manchmal sarkastisch, manchmal ernster aber viele Sorgen macht man sich in Hamburg bei aktuell zehn Fällen nicht. Desinfektionsmittel haben wir seit der letzten Grippewelle eh immer im Büro stehen und die meisten haben remote-Termine, weil viele Kollegen in Isolation sitzen.

Südtirol wird zum Risikogebiet erklärt.

 

Samstag, 7. März 2020

Im März hatten wir eigentlich einen kurzen Städtetrip geplant, um die Zeit bis zum Sommerurlaub zu überbrücken. Die Situation im Zielland verschärft sich zusehends und wir sondieren mal beim Reiseanbieter, wie es mit einer Verschiebung oder Stornierung des Urlaubes ausschaut. Ist ja alles schon bezahlt und bevor man das Geld aus dem Fenster wirft, würden wir wohl trotzdem fahren. Wird schon nichts passieren, sind ja alles nur vermehrt auftretende Einzelfälle.

Abends gehe ich zusammen mit 10.000 Anderen auf ein Konzert in der Barclaycard-Arena. Wir haben Sitzplätze, also alles ganz entspannt. Sind ja erst elf bestätigte Corona-Fälle in Hamburg. Alles easy.

 

Sonntag, 8. März 2020

Norditalien wird unter Quarantäne gestellt. Niemand rein, niemand raus. Das klingt drastisch. 15 Fälle derzeit in Hamburg und Jens Spahn rät dazu, Veranstaltungen mit über 1.000 Menschen abzusagen. Dafür erntet er momentan noch etwas Spott, aber schauen wir mal, wie es weitergeht.

52 Fälle in Hamburg. Es wird mehr.

 

Montag, 9. März 2020

Meine erste komplette Woche im HomeOffice startet. Einzelne Tage habe ich in der Vergangenheit schon oft komplett remote gearbeitet und da diese Zeiten bei mir zu den produktivsten gehören, freue ich mich eigentlich drauf, endlich mal die ganze liegengebliebene Arbeit zu erledigen. Das wird super!

Nebenbei verfolge ich die Ausbreitung des Corona-Virus auf einer schönen Karte.

 

Donnerstag, 12. März 2020

Alle Schulungen, die in nächster Zeit anstehen, werden von der Firma abgesagt. Schade, auf die eine hatte ich mich eigentlich schon gefreut. Vielleicht sollten wir unseren Städtetrip doch lieber absagen? Da kümmern wir uns mal am Wochenende drum.

Habe gelesen, dass Dänemark die Grenze zu Deutschland geschlossen hat und die Fußballspiele am Wochenende gratis im Fernsehen übertragen werden, weil sie ohne Publikum stattfinden sollen. Das wird cool — den ganzen Samstag Fußball schauen!

Die USA beleidigen via Donald Trump die EU bezüglich des Krisenmanagements bei Corona und die EU schießt verbal zurück.

 

Freitag, 13. März 2020

2/3 der Belegschaft meiner Firma arbeiten remote, die VPN-Verbindung ächzt unter der Last und ich höre, dass die Fußballspiele doch abgesagt werden. Also kein Fußball am Samstag. Wir buchen die Theatertickets, die wir für Sonntag hatten um. Irgendwann im Sommer, dann wird der Spuk ja wohl vorbei sein. Vielleicht. (Nachtrag: der Spuk war noch lange nicht vorbei)

Das MoMa-Café ist heute leergefegt. Keine Menschen, die Band spielt trotzdem. Wirkt surreal.

Abends wollten wir eigentlich noch einkaufen gehen, damit wir nicht am Samstag mit allen anderen unterwegs sind, aber wir machen lieber extreme-couching und bleiben Zuhause.

Derweil setzt Stage Entertainment erstmal alle Musicals bis zum 19. April 2020 aus. Der diesjährige Musicalbesuch fällt damit leider aus. Außerdem schließen allerlei Theater, Diskotheken, Kinos, Schwimmbäder und Museen ihre Tore. Ich kann gar nicht auflisten, was alles geschlossen ist. Scheinbar macht alles dicht.

Auch die Schulen in Hamburg schließen in der nächsten Woche und in Hamburg haben wir aktuell 154 bestätigte Fälle. Das wird eine spannende nächste Woche werden, befürchte ich.

Sie nennen es „Lockdown„.

 

Samstag, 14. März 2020

Die erste Woche komplett im HomeOffice ist überstanden und bis auf einen Ausflug zum Bäcker und das regelmäßige Leeren des Briefkastens oder den Müll wegbringen, habe ich das Haus nicht verlassen. Und das hat erstaunlich gut funktioniert. Aber heute müssten wir eigentlich einkaufen gehen. Nichts besonderes, keine Hamsterkäufe; nur auf den Wochenmarkt, in den Supermarkt und die Drogerie. Aber vielleicht fällt der Ausflug auf den Wochenmarkt heute kürzer aus. Keine langen Schnacks mit den Bekannten und den Käse kaufen wir vielleicht mal ohne uns vorher durch die Auslage zu verkosten.

Auf dem Wochenmarkt ist bis auf die gestiegene Anzahl an Mundschutzträgern alles normal, nur der Spinat ist ausverkauft.
Im Supermarkt ist es drängend voll. Eigentlich wollten wir am Wochenende Spinat-Lasagne essen, aber auch hier gibt es keinen Spinat — weder frisch noch tiefgekühlt. Überhaupt ist das TK-Regal ordentlich leergefegt. Und Lasagneplatten gibt’s auch nicht mehr, oder Nudeln, oder passierte Tomaten oder Mehl — was machen die Leute mit all dem Mehl? Ja, wir backen ja auch mal ein Brot, aber backen jetzt wirklich alle Brot oder machen sich ihre Nudeln selbst? Kann ich mir kaum vorstellen. Achja, die Schokolade ist auch stark dezimiert.

Corona-Maßnahme im Supermarkt: keine Verkostungen mehr.

In der Drogerie gibt es tatsächlich weder Toilettenpapier noch Taschentücher. Und auch hier ist das kleine Mehlregal leergekauft. Ich wundere mich doch ein bisschen. Und viel schlimmer: mein Kaffee ist ausverkauft und ich habe nur noch eine Reservepackung! Dafür gibt es wieder Kemmsche Kuchen! Die waren über Weihnachten ständig ausverkauft und jetzt verstecken sich doch glatt ein paar Dosen Kekse unter den Ostersüßigkeiten

158 bestätigte Fälle in Hamburg (+4) und wir machen uns Sorgen, dass uns das für unseren Sommerurlaub auserwählte Land am Ende gar nicht reinlässt. Schließlich sind es in Deutschland in Summe schon über 3.700 Fällen! Zum Vergleich: Italien hat über 17.000 Fälle und Italiener werden nicht mehr reingelassen.
Das wäre wirklich ärgerlich! Denn diesen Urlaub planen wir schon seit über einem Jahr und haben sogar extra einen Sprachkurs besucht.

Spanien ruft den „Alarmzustand“ aus. Das Virus breitet sich dort exponentiell aus und auch die USA haben den „nationalen Notstand“ ausgerufen.

Da ich beruflich viel mit Spanien zu tun habe, werden mich Montag wohl einige Krisen-Calls erwarten.

Und Fußball gab’s auch nicht.

 

Sonntag, 15. März 20120

Polen hat die Grenzen geschlossen, stabile 156 Corona-Fälle in Hamburg und scheinbar ist der Podcast vom NDR mit Professor Dr. Christian Drosten (Leiter der Virologie an der Berliner Charité) sehr informativ. Wenn ich mal Zeit habe, höre ich da wohl mal rein.

Derweil schließt Deutschland morgen die Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz — damit hat sich unser Städtetrip wohl erledigt. Morgen mal im Reisebüro anrufen. Und ohjeohje, „alle öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen unabhängig von der Teilnehmerzahl werden ab Montag untersagt.“ — und das bis zum 30. April! Und weiter: „Gaststätten dürfen nur öffnen, wenn zwischen den Tischen ein Abstand von mindestens 1,50 Metern eingehalten wird.“.
Mit diesen neuen Regelungen fallen nun schlussendlich alle Vorhaben aus, die wir in den nächsten Wochen geplant hatten. Statt mit Klopapier hätten die Leute sich lieber mit Spielen und Büchern eindecken sollen.

Niemand lacht mehr über Jens Spahn.

Außerdem sind’s nun doch schon 196 Infizierte (+38).

 

Montag, 16. März 2020

Wer im Büro arbeiten möchte, braucht jetzt eine Genehmigung der Führungskraft.

Das Robert-Koch-Institut warnt vor sogenannten „Corona-Partys“ — das so etwas überhaupt nötig ist, ist schon absurd genug. Zudem gibt es allem Anschein nach erste Einschränkungen was Ladenöffnungen anbelangt: bei Supermärkten, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Banken soll der Zutritt beschränkt werden. Baumärkte, Kioske, Frisöre und der Großhandel dürfen weiter öffnen, allerdings dürfen auch hier nicht zu viele Künden gleichzeitig im Laden sein. Um die Versorgung sicherzustellen, dürfen Geschäfte nun auch am Sonntag öffnen. Restaurants schließen um 18 Uhr und sind damit für Leute, die länger arbeiten passé.

Der Hamburger Hafengeburtstag wurde logischerweise abgesagt und man überlegt in Krankenhäusern und Pflegeheimen nur noch einen Besucher, einmal pro Tag für eine Stunde zuzulassen.

Leute, das werden noch ein paar interessante und herausfordernde Wochen!

Aktuell 260 Corona-Infizierte in Hamburg (+64).

Besonders bemerkenswert finde ich jedoch, dass aufgrund der Schulschließungen auf einmal das „digitale Klassenzimmer“ entdeckt wird und auf einmal Microsoft Teams das Mittel der Wahl ist, um die Schüler zusammenzubringen und das Unterrichtsmaterial mit Videocalls und Präsentationen zu vermitteln. Ärgerlich nur, dass die Lehrer im Nebensatz bemerken, dass ja leider nicht alle SchülerInnen mit dem Computer umgehen können. Das regt mich glatt auf. Seit Jahren redet die junge Generation sich den Mund fusselig, dass technologische Früherziehung betrieben werden muss und nie geht was aber auf einmal, wie aus dem Nichts, gibt’s ein „digitales Klassenzimmer“. Surreal. Alles surreal.

 

Dienstag, 17. März 2020

Nachdem unser Reiseveranstalter uns mehrfach automatisiert anschrieb, wir mögen uns bezüglich unseres Städtetrips doch mal melden, was leider nicht möglich war, da andauernd besetzt war, wurde die Reise heute nun von ihm abgesagt.

VW schließt seine Werke, die Fußball-EM wird aufs nächste Jahr verschoben, FlixBus stellt den Betrieb ein und der Hamburger Tierpark Hagenbecks schließt bis auf Weiteres.

So erging es gestern auch dem Wildpark Schwarze Berge. Der erst am Sonntag noch schrieb, dass er frische Lämmer hat und selbstverständlich geöffnet hat. Knapp einen Tag später dann die Info, dass nun auch sie schließen müssen. Tja, so schnell kann’s gehen.

Derweil wurden in der Firma alle üblichen Routinen ausgesetzt und wir stimmen uns in täglichen Krisencalls zum weiteren Vorgehen ab. Je nach dem, wie lange die Krise wegen des Corona-Virus noch anhält, werden wohl eklatante Einschränkungen auf uns zukommen. Beruflich, wie auch privat. Dagegen ist die derzeitige HomeOffice-Situation das reinste Luxusproblem.

Aufgerüsteter HomeOffice-Arbeitsplatz für Corona

Dennoch habe ich heute ein paar Investitionen getätigt, um die Arbeit im HomeOffice etwas angenehmer zu gestalten. Der Schreibtisch ist doch etwas klein und mit Privat- und Firmenrechner drauf, wird der Platz nicht mehr. Mit einem kleinen Monitorständer und einem größeren Mauspad erhoffe ich mir mehr Flexibilität und Ablagemöglichkeiten, denn ich gehe mal nicht davon aus, dass ich nächste Woche wieder im Büro sitzen werde.

Die Stimmung „im Büro“ (also in unseren verschiedenen Chaträumen) ist bisher noch gut und alle sind fleißig am Arbeiten. Lediglich die Eltern, die keine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren konnten, leiden etwas unter den schlechteren Arbeitsbedingungen aufgrund der geschlossenen Kitas und sind oft nur so halb in den Calls anwesend.
Aber vielleicht müssen sich auch alle erst daran gewöhnen und einen neuen Alltag für sich finden.

Parallel erreichen mich per Twitter, Facebook und E-Mail immer mehr Absagen von Veranstaltungen und Events und immer mehr Geschäfte und Restaurants leiden stark und sind gezwungen ihre Pforten vorübergehend zu schließen.
Ich hoffe, dass die Regierungen hier unbürokratische Hilfe zur Verfügung stellen können, denn die Existenzangst kann man zwischen den Zeilen sehr deutlich raushören.

Dass heute erst Dienstag ist, lässt mich nicht gerade positiv auf den Rest der Woche blicken — wie lange noch bis zum kompletten Lockdown von Hamburg?

312 Fälle in Hamburg (+52).

 

Mittwoch, 18. März 2020

Im Büro grooven wir uns so langsam ein und treffen uns mittlerweile tatsächlich remote zum Kaffeetrinken. So kann man wenigstens noch mal ein bisschen nebenher quatschen, wie man es im Büro auch gewohnt ist.
Ansonsten hangele ich mich den ganzen Tag über von Call zu Call und bin über meine Noise-Cancelling-Kopfhörer auch im HomeOffice sehr glücklich.

Heute Abend hält Angela Merkel eine Ansprache an die Bevölkerung in Deutschland und ich bin gespannt, was sie dort zu sagen hat. Werde ich auf jeden Fall mal reinschalten.

Derweil darf niemand mehr in die EU rein, der Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam wurde abgesagt, diverse Hotels schließen und Touristen versuchen ihren Erstwohnsitz nach Sylt zu legen, um nicht die Insel verlassen zu müssen.
Einige haben echt den Schuss noch nicht gehört.

414 Fälle in Hamburg (+102).

 

Donnerstag, 19. März 2020

Nach der Rede unserer Bundeskanzlerin gestern dünkt mich, dass ein Blogartikel für die gesamte Coronazeit bei mir gar nicht ausreichen wird, aber erstmal sammle ich alles noch hier drin. Mal schauen, wie es diese Woche weitergeht.

Gestern Abend haben wir uns dann mit Freunden zum Weintrinken getroffen — per Videochat. Damit man nicht völlig vereinsamt. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Und um 21:00 Uhr sind auch in unserem Wohnviertel alle ans Fenster gekommen und haben für all die Menschen applaudiert, die gerade für uns das tägliche Leben am Laufen halten. Eine wirklich schöne Geste!

Das Hamburger Tivoli-Theater von Corny Littmann bietet mit dem Schmidtflyx nun Theater zum Streamen an! Jeden Tag ab 20:15 Uhr! Da werden wir auf jeden Fall mal reinschauen.

Das morgendliche Treffen im Kaffee-Chat „im Büro“ ist inzwischen schon fast zur Routine geworden und ich muss zugeben, dass es echt nett ist so ganz zwanglos per Videochat mit den Kollegen zu quatschen, bevor man in den Tag startet. Coronabedingt habe ich momentan viel zu viel zu tun, sodass ich mich am Tage von Call zu Call hangele und für die eigentliche Arbeit kaum Zeit ist.

Heute habe ich das Haus nur verlassen, um nach Post zu schauen und den Müll rauszubringen und so langsam glaube ich, dass die Menschen es verstanden haben. Es ist merklich leerer auf der Straße. Weniger Autos, weniger Menschen, weniger Alltagsgeräusche. Vielleicht hilft das ja, die Verbreitung weiter zu verlangsamen.
Etwas erschreckend jedoch die Nachricht von Niedersachens Innenminister Boris Pistorius, nach der Polizei und kommunale Ordnungskräfte wegen der Corona-Epidemie mit aller Konsequenz einschreiten sollen, sollten die Regeln zur Eindämmung nicht eingehalten werden (NDR). Hoffentlich ist das nicht notwendig. Eine allgemeine Ausgangssperre, wie wir sie schon in Frankreich und anderen Ländern haben, wäre dann die Folge.

In Bremen gab es wohl die erste Schlägerei um Toilettenpapier, TUI kündigt Kurzarbeit an und der Virologe Prof. Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut rät dazu, Fußballspiele bis 2021 komplett auszusetzen.

506 Corona-Infizierte in Hamburg (+92)

 

Freitag, 20. März 2020

Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Corona-Virus in Hamburg: der Spielplatz ist gesperrt.

Nachdem es gestern gefühlt noch relativ ruhig blieb, ist heute wieder ein Tag, an dem die Nachrichten sich überschlagen: Netflix und YouTube reduzieren ihre Bitraten für Europa, um weiterhin halbwegs flüssiges Streaming zu ermöglichen, MOIA stellt seinen Fahrbetrieb vorübergehend ein und die Restaurantkette Vapiano meldet Insolvenz an.

Vapiano war ja schon vorher leicht in Schräglage, aber die Coronakrise hat ihnen jetzt leider den Rest gegeben.

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: obwohl Fielmann Kurzarbeit anmelden musste und die meisten Niederlassungen vorübergehend geschlossen haben, hat Fielmann angekündigt das Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter aufzustocken, sodass diese finanziell abgesichert sind. Chapeau, alter Arbeitgeber!

Außerdem weitet die Telekom ihr Angebot aus, bietet vielen Kunden bis auf Weiteres 10 GB Datenvolumen extra, Disney+ soll es für sechs Monate gratis geben und auch Microsoft bietet ihre Kollaborationslösung Teams für sechs Monate kostenlos an.
Gerade MS Teams ist zur Zusammenarbeit wirklich gut.
Audible bietet seine Podcasts ab sofort kostenlos an.

In Bayern soll es ab morgen Ausgangssperren geben. Leider unumgänglich, wenn ich mir so die Fotos von vollen Eiscafés und Biergärten in München auf Twitter anschaue. Manche verstehen es wohl nicht anders.

Auch im Büro reiht sich heute Krisenfall an den nächsten. Dabei weiß ich jetzt schon nicht, wann ich die ganze Arbeit erledigen soll. Die Stimmung ist bisher okay, wird aber zunehmend labil. Die nächste Woche ist definitiv noch remote Arbeiten angesagt.

664 Coronainfizierte in Hamburg (+158).

 

Samstag, 21. März 2020

Dank Corona endlich Zeit morgens in Ruhe einen anständigen Kaffee zu zaubern.

Zwei Wochen HomeOffice sind vorüber. Normalerweise würden wir uns heute auf dem Markt mit frischen Lebensmitteln eindecken, aber wir bleiben Zuhause.
Es fehlt mir, auf dem Markt Menschen zu treffen und leckeren Kaffee zu trinken und ein Panino zu essen. Zumindest den Kaffee können wir uns ja noch Zuhause machen, aber bei der Vorstellung jetzt wochenlang nicht mehr rauszugehen, wird mir schon etwas komisch.

Und eigentlich stünde heute ein Musicalbesuch an. Aber Zuhause ist es ja auch schön. So hatten wir mal wieder Zeit gründlich sauber zu machen.

768 Fälle in Hamburg (+104).

 

Sonntag, 22. März 2020

Restaurants dürfen wegen Corona nur noch außer Haus verkaufen, der Postbote schiebt die Pakete quer durch den Flur und irgendwie kaufen alle auf einmal Kartoffeln.

Außerdem gibt’s für gestresste Eltern in Mecklenburg-Vorpommern jetzt ein Hilfetelefon: 0385 4791570. In Frankreich schränkt Amazon seine Bestellmöglichkeiten ein, um wichtige Güter schneller ausliefern zu können.

Um 18:00 Uhr haben viele Menschen die Ode an die Freude mit ihren Instrumenten gespielt. Das war kurz, aber sehr rührend.

Und unsere Bundeskanzlerin muss in häusliche Quarantäne, weil sich ihr Arzt (doh! 🤦‍♂️!) infiziert hatte.

887 Infizierte in Hamburg (+119, also allein am Wochenende über 200 neue Fälle).

 

Montag, 23. März 2020

Ein neuer Montag, ein neuer coronagetriebener Tag. Mein Kalender ist von morgens bis abends gut gefüllt, teilweise leider auch mit Parallelterminen. Ich hangele mich also heute von Call zu Call, die erste Pause kommt nach 5½ Stunden. Corona ist DAS THEMA im Büro und momentan versuchen wir wirklich alles, um bestmöglich mit dieser ungewohnten Situation umzugehen. Sämtliche „Prio-0“-Projekte wurden vorerst gestoppt und durch Corona-Themen ersetzt. Ich nenne sie liebevoll „Doppel-Null“-Themen. Ich habe noch nicht mal Zeit, die begonnenen Projekte ordnungsgemäß zu Ende zu bringen, so sehr werde ich mit neuen Themen geflutet. Und für die fehlt mir gerade auch die Zeit. Es ist zum Mäuse melken im Moment. Und wenn ich den ganzen Tag in Terminen mit den tollsten Titeln hänge, schaffe ich Nullkommanix von meinem Tagesgeschäft.

989 Infizierte in Hamburg (+102).

 

Dienstag, 24. März 2020

Ich bin nun Mitglied unserer internen COVID-19-TaskForce für Projekte und stehe einer langen Liste von Themen gegenüber, durch die ich mich die nächsten Tage erstmal wühlen muss. Keine Ahnung, was sich da alles für tickende Zeitbomben drunter verstecken, aber das werde ich alsbald herausfinden. Zumindest, wenn meine Calls für heute durch sind.

Irgendwie hatte ich mir das dauerhafte Arbeiten im HomeOffice effizienter vorgestellt. Als ich noch ab und an mal HomeOffice gemacht habe, zählten diese Tage immer zu meinen produktivsten Tagen überhaupt. Da hatte ich wenige Termine und hatte wirklich mal Stunden am Stück Zeit, die Projekte und Themen mit der ihnen zustehenden Aufmerksamkeit zu bearbeiten. Im Moment bestehen meine Tage darin, dass ich morgens in aller Frühe aus dem Bett krabbele, mein Headset aufsetze und mich in den ersten Call einwählen. Irgendwann gegen Mittag nehme ich meine Kopfhörer dann das erste Mal ab, kann mir ein Wasser holen oder einen Kaffee ziehen und setze die Kopfhörer wieder an, um mich in den nächsten Call einzuwählen. Zwischendurch besteht meine „Arbeit“ nur daraus aufzulegen, den nächsten Termin rauszusuchen und mich wieder einzuwählen.

Heute habe ich drei Seiten in meinem Notizbuch mit Dingen vollgekrakelt, um die ich mich noch kümmern müsste, aber ich habe schlichtweg keine Zeit. Jetzt ist es schon wieder halb neun und ich habe von den dringendsten Dingen gerade mal eine Handvoll geschafft. Den Rest der Woche habe ich eigentlich Urlaub, aber wenn ich so mein E-Mail-Postfach, meine ToDo-Liste, meinen Kalender, die Notizen und Tickets betrachte, sehe ich noch nicht, dass ich morgen mal etwas länger schlafen werde.

Ich schwanke noch zwischen „ich habe Urlaub und genieße die freie Zeit“ und „ich habe Urlaub, aber es gibt Wichtigeres“. Obgleich ich zwar Urlaub habe und der Urlaub auch dazu gedacht ist, dass ich mich entspanne und Kraft tanke — wie kann ich mich entspannen, wenn ich genau weiß, dass meine Kollegen gerade alle rotieren und Mehrarbeit haben? Kann ich ruhigen Gewissens auf der Couch liegen und stumpfsinnige Dinge tun, während sich die Arbeit „im Büro“ gerade stapelt? Also werde ich mich wohl einfach in die ganzen Calls einwählen und versuchen die neu reingekommenen Projekte so gut es eben geht für die Umsetzung vorbereiten. Vielleicht lässt sich der Flächenbrand, der „in der Firma“ gerade umgeht, so ein wenig eindämmen. Nützt ja nichts.

Und wie ich es dann Donnerstag und Freitag handhabe, muss ich dann mal sehen. Im Moment ändert sich die Lage der Nation im Stundentakt, da kann ich unmöglich mehr als einen Tag in die Zukunft planen.

À pro pos „Lage der Nation“: Maredo hat offensichtlich auch Insolvenz angemeldet, die Abiturprüfungen in Hamburg sollen wie geplant stattfinden und es findet die erste bundesweite Studie mit einem möglichen Medikament (!=Impfstoff) gegen COVID-19 statt.

In in Niedersachsen und Bremen wurden über 9.500 Anträge auf Kurzarbeit eingereicht und in Hamburg ist ein 52-jähriger Mann an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus gestorben.

Anlässlich des heutigen Ablebens von Albert Uderzo (Herzinfarkt) und der Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokyo auf 2021, zeigt irgendein linearer Fernsehsender „Asterix & Obelix bei den Olympischen Spielen“.
Es sind wahrlich surreale Zeiten, in den wir gerade leben.

Aktuell sind es nun schon 1.237 mit COVID-19 infizierte Fälle in Hamburg (+248).

 

Mittwoch, 25. März 2020

Tja, an „Urlaub“ war heute nicht zu denken. Neuneinhalb Stunden wählte ich mich von Call zu Call und so langsam nehmen die Projekte immerhin Form an. Nun muss ich mal schauen, wie ich meine Urlaubstage anderweitig nehme, denn auch morgen bin ich schon wieder verplant. Seltsam, wenn man bedenkt, dass ich heute eigentlich zu einem spannenden Städte-Trip gestartet wäre.

Zumindest habe ich es nebenbei geschafft, die PlayStation zu aktualisieren, sodass ich theoretisch mal wieder spielen könnte. Wenn ich denn mal Zeit dafür habe.

Was coronamäßig heute in der Welt passiert ist, weiß ich nicht und ehrlich gesagt interessiert es mich heute auch nicht. Bin ganz schön kaputt und will nur noch auf die Couch.

Zu meinem tagtäglich genutzten Satz „aufgrund der aktuellen Situation“ gesellt sich inzwischen der Zusatz „arbeiten wir mit allen zur Verfügung stehenden Kapazitäten an Corona-Gegenmaßnahmen„.

1.450 Infizierte in Hamburg (+213).

 

Donnerstag, 26. März 2020

Ich habe keine Ahnung, was heute in der Welt passiert ist. Ich habe gearbeitet und heute meine Wochenarbeitszeit erreicht. Zumindest kann ich sagen, dass ich augenscheinlich auch so fleißig war, wie ich mich gerade fühle. Diese ständige Erreichbarkeit im HomeOffice, so lange, bis der letzte eingeschlafen ist, beginnt mir auf den Zeiger zu gehen. Hoffentlich lassen sich die aktuellen Projekte bald auf geordnete Bahnen lenken, in diesem Chaos aus aneinandergereihten, panischen Calls kann ich nun wirklich nicht produktiv arbeiten.

 

Montag, 30. März 2020

Die letzten Tage war auf der Arbeit so viel zu tun, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin, die aktuelle Lage weiter zu verfolgen. Die Arbeit im Büro hat gerade ein Maß erreicht, dass ein zeitnahes Abarbeiten unmöglich macht und die Meetings reihen sich nur so aneinander, dass man noch nichtmal Zeit hat, das besprochene zu dokumentieren, geschweige denn ordnungsgemäß zu kommunizieren.

Ich versuche zumindest abends mal wieder ein bisschen zu bloggen, um das erlebte zu verarbeiten.
Gestern haben wir das erste Mal wieder Nachrichten geschaut und waren, gelinde gesagt, geschockt, was sich gerade in der Welt abspielt. Die USA sind in Sachen Corona Weltmarktführer geworden und in Indien ist das reinste Chaos ausgebrochen. Dagegen befinde ich mich hier in der reinsten Luxussituation mit Arbeit bis zum Abwinken und einer warmen Bude. Dennoch fühle ich mich gerade nicht wohl und meine Arbeit im HomeOffice dieser Tage hat überhaupt rein gar nichts mehr mit meiner üblichen HomeOffice-Arbeit zu tun. Die Produktivität ist am Anschlag und reicht trotzdem nicht aus, dazu gesellt sich die surreale Situation um mich herum und man kommt zu nix.

À pro pos „surreal“:

 

Dienstag, 31. März 2020

Habe mir heute mal wieder die Zahlen aus Hamburg angeschaut. 2.290 Corona-Infizierte heute, also ein Plus von 840 Menschen im Vergleich zu letzter Woche Mittwoch. Uff, das ist viel.

Da ich immer noch viel zu viel zum habe, sammle ich die mir relevanten übrigen Nachrichten mal im Kurzformat:

  • Corona-Soforthilfe in Hamburg ist angelaufen.
  • Karl Lauterbach befürwortet verpflichtenden Mundschutz (die Dinger gibt’s noch zu kaufen?!)
  • Kriminologen warnen vor Videospielsucht (da sterben jährlich ja viele tausend Menschen dran)
  • Abiturprüfungen in Hamburg nun doch verschoben, auf den 21. April 2020
  • Bis 20. April keine Lockerung der einschränkenden Maßnahmen
  • Airbus stoppt Produktion in Stade
  • Im Kreis Stormarn wird zwei Wochen lang der Müll nicht mehr abgeholt, weil ein Fahrer an COVID-19 erkrankt ist
  • Adidas, H&M und Deichmann wollen ihre Ladenmieten nicht mehr bezahlen, weil die Läden ja geschlossen sind
  • Krabben-Fangstopp an der Nordseeküste – vielleicht tut das dem Bestand ja mal gut
  • Um Abstandsvoraussetzungen im ÖPNV zu gewährleisten, fahren nun mehr Busse durch Hamburg und man kann MOIA mit einer HVV-Karte nutzen
  • E-Scooter von VOI fahren nicht mehr in Hamburg
  • die Warnemünder Woche vom 4. bis 12. Juli (!) wurde abgesagt
  • Hamburg nimmt Corona-Patienten aus Frankreich und Italien auf

Wir haben gestern unsere Lebensmittelbestellung für in zwei Wochen gemacht. Da wir versuchen gar nicht mehr das Haus zu verlassen, müssen wir nun irgendwie planen, was wir wohl in zwei Wochen brauchen könnten. Das ist man so gar nicht gewohnt, wenn man nur ein paar hundert Meter vom Supermarkt entfernt wohnt und ich bin mir nicht sicher, ob wir an alles gedacht haben. Selbstverständlich bestellen wir trotzdem nur in haushaltsüblichen Mengen und decken uns jetzt nicht mit Tonnen an Lebensmitteln ein. Bin trotzdem gespannt, an was wir nicht gedacht haben.

Und einen wichtigen Hinweis habe ich noch: bitte kauft bei der Hamburger Marmeladenköchin ein! Sie hat gerade kaum noch Einnahmen, weil alle „Großkunden“ weggefallen sind und braucht jeden Auftrag: Die Marmeladenköchin.

Weiter geht’s im April

Da sich die Krise ja nun doch noch eine Weile hinziehen wird und dieser Artikel sonst recht lang wird, ich ihn aber trotzdem gerne fortführen möchte, habe ich mir überlegt, den Artikel nach Monaten aufzuteilen.

Für alle Ereignisse und Gedanken im April gibt es daher einen neuen Artikel.

Recherche-Quellen für mein Corona-Tagebuch

InformationQuelle
Tägliche Nachrichten aus NorddeutschlandNDR Info
Allgemeine Nachrichten aus DeutschlandTagesschau „Coronavirus“
Infektionszahlen aus Deutschland & HintergrundinformationenRobert Koch Institut (Dashboard)
Infektionszahlen aus der WeltGoogle News COVID-19 Map,
John Hopkins University
Corona-Tweet des TagesTwitter
Virologische Hintergrundinformationen„Coronavirus-Update“-Podcast von Dr. Christian Drosten
Informationen zur Corona Warn AppProjektwebseite
Song-EinbettungenQuarantäne-Playlist bei AppleMusic
Sieben-Tage-Inzidenz-GrenzwertBerechnung der 7-Tage-Inzidenz
Corona-Hotspots in DeutschlandHotspot or not?
Auslastung der IntensivstationenKlinik-Monitor Deutschland
Quellenverzeichnis mit praktischen Links zur Coronavirus-Pandemie; wird fortlaufend aktualisiert.
Hinweis: alle Fallzahlen basieren auf den Angaben der hier verlinkten Quellen, sind ohne Gewähr und unterliegen den Schwankungen der lokalen Regierungen.
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