@Bastianoso

Ist Geld der Treibstoff des 21. Jahrhunderts?

Wir erleben dieser Tage einen Finanzkollaps nie dagewesenen Ausmaßes live mit (ich berichtete) und mir stellt sich die Frage, ob Geld wirklich der Treibstoff unseres Jahrhunderts ist.

Um dies Thema zu erörtern, möchte ich anekdotisch etwas ausholen und von meinem diesjährigen Jahresurlaub erzählen. Ich habe dieses Jahr einen klischeehaften Pauschalurlaub im Strandhotel eines warmen Landes gebucht.
Die Reise dort hin ging, von meiner Haustür ausgegangen, über Bus, Bahn, Flugzeug und wieder Bus, bis ins Hotel.
Schon auf diesem Weg habe ich unsere Welt mit ganz anderen Augen wahrgenommen, als man sie sonst im Alltag sieht.

Im Alltag pendelt man zielorientiert die Strecke zwischen Arbeitsstelle und Wohnung hin und her und bemüht sich gelegentlich zum Einkaufen der nötigsten Dinge vor die Tür. Meist kauft man dann Dinge für den Haushalt; Nahrungsmittel, Reinigungsmittel etc.. Eher selten kauft man sich neue Klamotten oder sogenannte Luxusgüter wie DVD-Player, LCD-Fernseher oder Laptops.

Das Ziel, unser Hotel, war zum Zeitpunkt der Abreise noch weit entfernt und man ist zeitlich an die Termine der öffentlichen verkehrsmittel gebunden und diesen ausgeliefert. So hat man Zeit sich dem allgemeinen Strudel hinzugeben – und dieser besteht aus Shopping!

Man mag es kaum glauben, aber an jeder Ecke kann man irgendwas kaufen.

  • Auf dem Bahnhof gibt es Snack-Shops, Souvenir-Shops und Kioske
  • der Flughafen toppt dies um duty-free-Shops und angeblich exklusive Modeläden mit billigen Asia-Fetzen im Schaufenster
  • im Hotel gibt es einen Lobby-Shop mit Postkarten, Souvenirs, Klamotten (:???:) und Schmuck
  • an der Strandpromenade ist alles voll mit Mini-Markets, die Souvenirs und hässliche Klamotten vertickern
  • und auf den Ausflügen macht man stets einen etwa zweistündigen Halt, um einkaufen zu können; in – natürlich souvenir-Shops, Mode-Shops oder Mini-Markets.

So viel, wie ich während meines einwöchigen Urlaubs hätte kaufen können, würde ich während meines einjährigen Alltags nicht kaufen können! Es war der schiere Wahnsinn: überall Shops, überall Kaufen!

Zurück in der Heimat verschwand dieses Bild, so schnell wie es gekommen war.
Die Souvenir-Shops am Bahnhof nimmt man nicht mehr wahr und im Kopf geistern nur noch die Dinge des täglichen Bedarfs herum.

Doch um die Finanzkrise besser zu verstehen ist dieses Bild hilfreich; denn wer konsumiert, hält das Geld im Fluss.
Ich gebe mein Geld an den Händler, der hat weniger Waren und kauft vom Geld mehr Waren beim Großhandel, der Großhandel hat weniger Waren und lässt diese Nachproduzieren und anliefern – davon leben tausende von Menschen.

Wenn ich aufhöre zu konsumieren, kommt der Kreislauf ins stocken – und genau das ist bei der Finanzkrise passiert.
Die Banken leihen sich gegenseitig Geld um davon dies und das zu finanzieren.
Es ist ein pulsierender Kreislauf, der solange funktioniert, wie Geld fließt.
Geht eine große Bank pleite, verunsichert das die anderen Banken und sie geben vorerst keine Kredite mehr an andere Banken, weil sie befürchten ihr Geld nie wieder zu sehen.
Diese Banken bekommen aber auch von anderen banken keine Kredite mehr, weil die genauso denken.

Dadurch fehlt Geld für große Investitionen in der Wirtschaft und das kann dann ganz schnell auch auf die kleineren Wirtschaftszweige durchschlagen.
Etwa den kleinen Souvenirshop, der keine Waren mehr vom Großhändler bekommt, weil der Großhändler von der Fabrik nichts mehr geliefert bekommt, weil diese Pleite ist weil die Fabrikerweiterung von der Bank nicht weiter finanziert wurde, die Handwerker aber ihr Geld einfordern.

In diesem Sinne:
Money keeps the world go around 😉

Dieser Artikel ist auch im Buch @Bastianoso — Eine Blog-Zeitreise von 2005 bis 2013 erschienen.

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