Es gibt keine Milch mehr

Der Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (kurz BDM) hat einen Milchboykott angekündigt*.
Dabei geht es nicht darum, dass die Verbraucher keine Milch mehr kaufen, sondern die Milchbauern werden keine Milch mehr produzieren.

Fragt mich nicht, wie die Bauern das den Kühen klarmachen…

Im Jahr 2000 wurden pro Tag bundesweit etwa 27.660.274 Liter Milch getrunken**; deutsche Milcherzeugnisse wie Joghurt, Sahne, Butter oder Käse mit eingerechnet.
Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Kühe nicht auf einen plötzlichen Produktionsstopp hin gezüchtet sind und unterstellen, dass dieser Wert stabil geblieben ist (ist er nicht, er ist gestiegen, die Zahlen liegen mir aber nicht vor), fließen ab Start des Milchboykotts in jeder Woche über 193 Millionen Liter Milch in die Kanalisation.

Da Milch hauptsächlich aus Fett besteht und die Klärwerke außerordentlich gut darin sind, Fette abzuscheiden, dürfte sich das zur Verfügung stehende Trinkwasservolumen während der Streikzeit leicht erhöhen, während der Bedarf nach fossilen Brennstoffen leicht sinkt (es fahren keine Milch-Tankwagen mehr).
Durch diese beiden Folgen des Streiks, rechne ich damit, dass sich die Wasser- und Ölpreise absenken werden und somit werde ich häufiger heiß baden können, während ich keine Milch mehr habe.

Um nun auch noch mit Milch in meiner heißen Badewanne zu sitzen, werde ich mich heute Abend nach Feierabend mit einigen Gallonen Milch eindecken – damit sollte ich dem Streik gewappnet sein, und vielleicht habe ich am Jahresende dann auch noch ein kleines Plus in meinem Haushaltsbuch stehen 😀

Aber zurück zum Thema: von den Molkereien fordern die BDM einen Milchpreis von mindestens € 0,40/Liter.
Derzeit liegt dieser bei 35 Cent.

Bei den von mir errechneten 10.096.000.010 Litern Milchverbrauch pro Jahr (Stand: 2000) machen diese fünf Cent einen Mehrbetrag von jährlich € 504.800.000,50 bundesweit aus. Schon happig.

Das Milchgeschäft scheint für Molkereien ein Großes zu sein, nun wundert es mich auch nicht, dass Müllermilch alle Molkereien vertritt – viel mehr wird’s dann wohl nicht geben.

Quellen: * Financial Times Deutschland
** Rund um die Milch

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