@Bastianoso

Einen Tag offline

Ein Tag ganz ohne Handy & Internet. In meinem Experiment wollte ich herausfinden, wie sich das anfühlt und was die Auswirkungen davon sind.

Wie letzte Woche angekündigt, habe ich den vergangenen Samstag komplett offline verbracht.
Ich wollte mal schauen, wie abhängig ich inzwischen von meinem Handy und Computer bin und wie sich ein Tag ohne diese digitalen Hilfsmittel gestaltet. Dazu habe ich bewusst einen Samstag gewählt und die Aktion vorher meinen Freunden angekündigt; denn schließlich sind es alle gewohnt mich fast immer erreichen zu können und ich wollte nicht, dass man anfängt sich Sorgen zu machen.

Also, wie war es?

Ich habe das Handy am Freitagabend vor dem Schlafengehen ausgeschaltet und erst Sonntag nach dem Aufstehen wieder in Betrieb genommen. Samstag konnte ich ausschlafen, so brauchte ich die Weckfunktion des Handys nicht. Nach einem ausgiebigen Frühstück — ohne E-Mails checken und durch die Twitter-Timeline scrollen — habe ich mich der Hausarbeit gewidmet und dabei mal wieder Musik gehört. Und ohne ständig auf das Handy zu schauen, verging die Zeit auch wie im Fluge.

Beim Putzen bin ich auch auf das alte Lammfell aufmerksam geworden, welches die Kater durch ihre Liebe und Fürsorge über die Monate arg in Mitleidenschaft gezogen hatten. Zeit für eine Grundreinigung! Doch kann man ein Lammfell in die Waschmaschine stecken? Der Frage online nachzugehen war ja nicht drin, also hatte ich die Idee, einfach einen Laden, der Lammfelle verkauft, anzurufen und nachzufragen. Doch wie komme ich an die Nummer?
Denn Telefonbücher horte ich schon Jahre nicht mehr.
Also fiel die Reinigung des Fells aus.

Richtig schwierig wurde es ohne Handy und Internet erst gegen Abend, als es darum ging ein car2go zu mieten um zum Restaurant zu fahren. Denn wie findet mein ein car2go ohne die App oder einen Internetzugang? Da musste ich das erste Mal schummeln und meine charmante Begleitung hat mit ihrem Handy recherchiert.
Den Weg zum Restaurant ließen wir uns ebenfalls von ihrem Handy zeigen, was ich aber völlig okay finde, denn alternativ hätte ich ja auch das im Fahrzeug verbaute Navigationssystem nutzen können. Ob wir pünktlich im Restaurant ankommen würde, blieb ungewiss denn ohne Uhr an der Hand ist man aufgeschmissen.

Am Restaurant angekommen, griff ich automatisch an meine Tasche um mein Handy zu zücken und bei Foursquare (respektive Swarm) einzuchecken — doch da war kein Handy! Ich bin seit Ewigkeiten mal wieder in einem meiner Lieblingsrestaurants (das Trific) und kann es nicht in meinem Kalender eintragen! WAAAAHHH!

Außerdem war es mir natürlich auch nicht möglich, das wunderbar angerichtete und sehr leckere Essen für Instagram zu fotografieren oder mich über den aktuellen Spielstand des DFB-Pokalfinalspiels des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund zu informieren.

Für den Weg zurück nach Hause mussten wir, wie früher, ein Taxi auf der Straße ranwinken, anstatt einfach die MyTaxi-App zu nutzen und auch in den heimatlichen Gefilden konnte ich nicht einchecken.

Damit endete mein einer Tag ohne Handy, PC oder Internet.

Was habe ich verpasst?

Die spannende Frage war ja unter anderem, wie die Konsequenzen aussehen werden. Und die sind, zumindest samstags, gar nicht so schlimm wie man vielleicht denken mag:

  • 1 „verpasste“ SMS
  • 37 E-Mails (ein paar Server-Fehlermeldungen, Newsletter und nur drei wirklich wichtige E-Mails)
  • 1 verpasste Challenge bei einem Handyspiel
  • 12 verpasste Foursquare-Checkins meiner Freunde
  • 1 Kontaktanfrage auf LinkedIn

Hinzu kommt noch, dass ich weder auf Twitter, noch auf Facebook oder anderen Netzwerken unterwegs war und dementsprechend womöglich etwas verpasst haben könnte. Aber sind das wirklich wichtige Dinge?

Fazit

Ja, es war nur ein Tag und außerdem ein Samstag, an dem ich mein Experiment durchführte — und dennoch habe ich einiges über mich und meine persönliche Nutzung der aktuellen Technologien gelernt.

Mein Handy ist mein ständiger Begleiter: Wecker, Uhr, Musikquelle, Recherchewerkzeug für die Hausarbeit, Navigationsgerät, Auto- und Taxibesorger, persönliches Tagebuch, Kamera. Ohne es, bin ich natürlich noch überlebensfähig aber ich bin langsamer und unbeholfener in vielen Dingen.

Selbstverständlich verzichte ich auch in Zukunft nicht auf mein Handy, werde es aber womöglich weniger oft aus der Tasche ziehen und mir lieber wieder eine Armbanduhr zulegen. Es ist schon erstaunlich, wie oft ich am Samstag an meine Tasche griff, um auf die Uhr zu schauen. Und wenn man das Handy dann erstmal in der Hand hat, checkt man auch schnell noch E-Mails, Twitter, Facebook und all die anderen bunten Apps der Reihe nach durch, bis wieder eine Viertelstunde um ist.

Im Gegensatz zu den Recherchezwecken oder der Fortbewegung sind das zeitverschwenderische und unproduktive Ablenkungen und ich werde versuchen, zumindest diese etwas zu minimieren. Ob es mir gelingen wird? Die Zeit wird’s zeigen.

3
Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei

Du hast wirklich Recht damit, wie oft man das Handy eigentlich nur in die Hand nimmt, um „mal eben“ nach der Uhrzeit zu gucken und dann plötzlich doch wieder alles Mögliche andere macht. Ich glaube ich werde mir auch wieder eine Armbanduhr zulegen 🙂

Habe gerade bei den Iron Bloggern gelesen, dass wir mehr oder weniger das Gleiche durchgemacht haben – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Ich finde erstaunlich, dass einem zuerst Putzkram in den Sinn kommt. Ging zumindest auch mir so.

Ich habe mir angewöhnt  in der U-Bahn und Morgens nicht mehr Online zu gehen, das entspannt und spart Zeit für andere Sachen wie lesen, nachdenken, schlafen. Es ist auf dauer echt entspannend.

Buchhaltung iOS Film Ausbildung Organisation Apple iPhone Netzwerk Mathematik Projektmanagement Kino Tipps & Tricks Microsoft Deutschland Videos Laufen Mac OS X Sport Computer Sibirische Katze Bilanz Werbung URL C++ OS X Konzert twitter Ernährung IST-Analyse Silvester Datenübertragung Programmieren Kredite Weihnachten Facebook Abschlussprüfung Haushalt Kater Datenschutz Sommer Fernsehen Terminal Musik web 2.0 Sicherheit Weiterleitung Wirtschaft Netzwerktechnik IKEA Redirect E-Mail Hamburg projekt52 Fahrrad Party Einkaufen Gesellschaft Webserver BarCamp Windows Datenbanken Inventur Fotos Altona Internet

Hinweise zum Artikel