Ein Kater zieht ein

Es kann ja nie genug catcontent im Netz geben und nun ist es auch endlich bei mir so weit, dass ich meinen Katzensenf dazugeben kann.

Am Neujahrstag 2014 ist bei uns Hemingway eingezogen, ein reinrassiger Sibirer vom Züchter mit Stammbaum und allem drum und dran. Ein Liebhabertier, denn wegen einer Katzenhaarallergie kommt leider keine gewöhnliche Wald- und Wiesenkatze in Frage. Den Sibirischen Katzen, oft auch fälschlicherweise Sibirische Waldkatze genannt, fehlt das allergieauslösende Eiweiß-Protein im Speichel, weswegen sie gerade bei Allergikern sehr beliebt sind.

Wie man auf dem Foto oben gut sehen kann, handelt es sich bei den Sibirischen Katzen mitnichten um eine Nacktkatze, wie von vielen vermutet wird, die das Wort „Allergikerkatze“ hören, sondern um eine Halblanghaarkatze. Die Sibis ähneln den Norwegischen Waldkatzen oder den Maine Coons (ursprünglich aus dem eher kalten US Bundesstaat Maine) und sind eine sehr menschenbezogene Rasse.

Nachdem wir uns mehrere Züchter angeschaut hatten, entschieden wir uns für den Liebeshof am Hamburger Hafen. Chris ist ein erfahrener Züchter von Sibirischen Katzen und hat sich ganz viel Zeit für alle unsere Fragen genommen. Wir konnten ihn mehrmals besuchen, bevor wir uns für ihn und seine Zucht entschieden haben und alles in allem hat es, von der Entscheidung eine Katze aufzunehmen bis zum Einzug, etwa ein Jahr gedauert.

Als er uns im Oktober per SMS von der Geburt berichtete, wollten wir natürlich am Liebsten gleich vorbeikommen. Aber so lange die Kitten noch nicht geimpft sind ist das zu gefährlich für die Kleinen und so warteten wir noch einige Wochen bis zum ersten Besuch.

Bei unseren Besuchen war Hemingway immer der schüchternste des Wurfes. Obwohl wir fast vier Stunden da waren, war er kaum zu sehen und an Streicheln war gar nicht zu denken! Dafür stürzten sich die anderen Katzen mit Neugierde auf uns — auch schön!

Bei weiteren Terminen versuchten wir Hemingway mit Spielzeug zu locken. Doch obwohl er das Spielzeug interessiert beäugte, waren seine Geschwisterchen schneller am Spielen als er. Also wieder nichts.

Kurz vor Weihnachten haben wir mit Chris dann einen Übergabetermin für den Kleinen ausgemacht — jetzt wurde es ernst! Wir statteten unsere Wohnung mit den üblichen Accessoires aus: Kratzbaum, Näpfchen (Wasser, Nass- und Trockenfutter), Katzenklo, Katzenbettchen und Spielzeug.

Der Neujahrskater kommt

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Am Neujahrstag war es dann soweit: Chris brachte den inzwischen zwölf Wochen alten Kater zu uns und wir waren überrascht, wie neugierig und aktiv er sein neues Zuhause erkundete!
Wie hatten uns eigentlich darauf eingerichtet, dass er gleich unter irgendeinem Möbelstück verschwindet und den ganzen Tag nicht mehr rauskommt. Aber stattdessen saß er bei uns auf dem Schoß und ließ sich in aller Ruhe von uns streicheln.

Klar war er nervös! Die Atmung schnell, die Augen weit aufgerissen und die Ohren gespitzt, beobachtete er alles ganz genau. Nahm die Standorte seiner Näpfe und des Katzenklos zur Kenntnis und zucket nervös, wenn wir uns bewegten.

Der Züchter blieb glücklicherweise lange bei uns, sodass Hemingway noch eine bekannte Bezugsperson im Raum hatte. Als der Züchter weg war, redeten wir ihm gut zu, streichelten ihn und ließen ihn sonst in Ruhe, damit er sich eingewöhnen und sich alles in Ruhe ansehen kann.

Doch dann wurde es langsam Zeit ins Bett zu gehen — nur was machen wir mit dem Kater? Eigentlich soll er nicht bei uns im Bett schlafen, doch sobald wir außer Sichtweite waren maunzte und miaute er auf der Suche nach seinen Geschwistern und der Mutter. Wenn wir am nächsten Tag nicht einen völlig verschreckten Kater haben wollten, konnten wir ihn so nicht die ganze Nacht durch die Wohnung ziehen lassen. Also nahmen wir ihn mit ins Bett und beruhigten ihn; so gut es eben ging.

Die erste verkaterte Nacht

An Schlaf war kaum zu denken. Hemingway nickte zwar ab und zu weg, wachte aber oft auf, lief im Schlafzimmer umher und rief nach seinen Geschwistern. Also versuchten wir ihn mit unserer Stimme zu beruhigen und ihn wieder ins Bett zu locken. Prompte Belohnung durch intensives in-den-Schlaf-kraulen bei Erfolg. Geschlafen habe wir aber nicht viel.

Der zweite Tag mit Kater

Hemingway stand mit uns zusammen auf und begab sich erstmal ins Bad um einen standesgemäßen Haufen ins Katzenklo zu setzen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so freue, wenn jemand anderes einen Haufen macht. Aber hier war ich wirklich erleichtert!

Er maunzte und quengelte immer noch viel und jemand musste ständig in Sichtweite sein. Kurz hinter der Küchenzeile verschwinden war nicht drin, denn sofort ging das Gemeckere wieder los! Also hieß es für mich: ab aufs Sofa und Kater streicheln. Im Laufe des Tages hat er sich den Rest der Wohnung angeschaut und sogar schon Nassfutter gefressen und getrunken (das Futter vom ersten Tag konnten wir wegwerfen — da hat er nicht mal dran geleckt).

Die zweite Nacht lief schon deutlich ruhiger ab. Auch wenn er seine drolligen fünf Minuten mitten im Bett hatte und sich wie ein Propeller im Kreis drehte, bekamen wir schon mehr Schlaf als in der ersten Nacht.

Der dritte Katertag

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Wir schreiben gerade den dritten Tag und während ich diese Zeile tippe, schläft Hemingway friedlich auf dem Sofa. So langsam hat er sich an sein neues Zuhause gewöhnt. Das Maunzen ist fast ganz verschwunden und wir können uns problemlos außer Sichtweite begeben oder sogar mal das Haus verlassen. Wir sind gespannt wie sich das Zusammenleben mit dem kleinen Kater weiterentwickeln wird — zumal in einem Monat noch ein Katerchen von Chris bei uns einziehen wird.

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