@Bastianoso

Deutschland geht es schlecht.

Ist es typisch deutsche Jammerei oder ist tatsächlich etwas dran, dass es uns allen immer schlechter geht?

Davon ging ich zumindest die letzte Zeit aus; denn wenn man sich nicht gerade den neuen Papst wählt, so schallt es aus allen Ecken: „Deutschland geht es schlecht“, „die deutsche Wirtschaft lahmt“, „deutsche Bundesbürger haben immer weniger Geld im Portemonnaie“ und natürlich der Klassiker: „alles wird immer teurer“.
Wo ich gerade dabei bin, die Butter ist auch schon wieder teurer geworden.
€ 1,80 an der Tankstelle gegenüber.
Das man 400m weiter nur einen Bruchteil dafür bezahlt scheint den Leuten nicht bewusst zu sein. Zumindest nicht denen, die ich neulich in einem Fernsehbericht sah.

Kraftstoff ist peanuts

Berichtet wurde über die gute wirtschaftliche Lage, in der sich die Tankstellen zur Zeit befinden. Klar, dachte ich naiv, bei einem Literpreis von € 1,229 kein Wunder. Aber darum ging es dann gar nicht.
Haupteinnahmequelle der Tankstellen seien Einrichtungen wie Backshop, Getränkeshop, Imbiss oder die Kneipe in der Tanke. Dort würden stetig wachsende Gewinne von derzeit etwa 17% erwirtschaftet, so ein Tankwirt.
Gezeigt wurden Tankstellen in der Stadt, auf dem Land, in Wohngebieten und an der Autobahn.
Und es wurde interviewt: die Tankstellenbetreiber und die Kunden.

Die Tankstellenbetreiber wundern und freuen sich über den Zulauf und die Kunden, tja die scheinen was am Kopf zu haben.
Zu den Kunden gehören neben Rentnern jüngere wie ältere Arbeitnehmer, jüngere wie ältere Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger anscheinend auch.
So vielfältig wie die Kundschaft sind dann auch die Gründe für den dortigen Einkauf:

  • Die Rentner schätzen vor allem die freundliche Bedienung, welche die Getränkekisten auch bis ins Auto trägt und dass sie nicht so weit laufen müssen, weil die Tankstelle direkt gegenüber ist.
  • Die älteren Arbeitnehmer, die die Tankstelle jeden morgen zum Frühstück aufsuchen, schätzen die freundliche Bedienung, mit der man auch mal ein paar Takte reden kann und finden die geschmierten Brötchen für € 3,– lecker.
  • Die jüngeren Arbeitnehmer sehen das mit dem Geld nicht so eng. „Gut man müsste schon sparen, aber es sei doch so nett hier und man können kommen wann man wolle“.
  • Die Arbeitslosen, jung wie alt, genießen die gemütliche Atmosphäre in der Ecke der Tankstelle in der man ein paar Bänke und Spielautomaten aufgebaut hatte und man sich das Bier direkt selbst aus dem Kühlregal nehmen konnte.
    „Das ist viel besser als eine Kneipe. Und billiger ist’s auch, in der Kneipe kostet mich ein 0,2er Pils € 2,–. Hier zahle ich für eine 0,33er Dose € 2,–.“, so ein Gast der Sitzecke.

Nette Atmosphäre in Tankstellen

Der im Bericht meist genannte Grund für den Einkauf an Tankstellen war die freundliche Bedienung und die nette Atmosphäre.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Leute sich mal dort umgesehen haben oder schon in eine andere Welt hinüber geglitten sind.
Tankstellen sind hässlich! Pott-hässlich! Ich habe noch nie eine augenschmeichelnde Tankstelle gesehen. Und ich war schon auf vielen Tankstellen. Überall stehen Regale und Werbeaufsteller im Weg und es säuseln überall Lüfter und Geräte vor sich her. Manchmal läuft auch Radio oder Fernsehen im Hintergrund.
Die dortigen Mitarbeiter würde ich zwar nicht als unfreundlich bezeichnen, aber mein Kassierer bei Aldi begrüßt mich jede Woche nett mit einem lächeln und wünscht mir einen schönen Tag und mit meiner Lieblings-Kassiererin bei Famila kann man auch immer ein paar Zeilen schnacken.
Und das ganz ohne dass ich € 1,80 für die Butter zahle.

 

Den Gürtel enger schnallen

Ich sehe, Deutschland geht es schlecht.
Und dank dem Bericht weiß ich auch wieso: weil die deutschen Bundesbürger anscheinend nicht mit ihrem Geld umgehen können und sich nicht bewusst machen wofür sie es ausgeben.
Ich schwimme nicht im Geld, aber ich habe was ich brauche. Ich habe im Gefühl wann die Discounter welche Angebote auf den Markt schmeißen und ich weiß was ich brauche. Was ich nicht brauche, das kaufe ich nicht. So spare ich gut an Geld.
Ein Beispiel:

Grillen für wenig Geld
Grill€ 4,99 Angebot
Grillkohle 3KG€ 0,99 Angebot
Kohleanzünder 32 Stück€ 0,49 Angebot
Kräuterbaguette€ 0,34
8 Hareico Schinkenwürstchen lecker!€ 3,99
Gesamtkosten:€ 10,80

Die Sachen hatte ich nach zwei Wochen warten innerhalb einer Woche zusammen und der Grill steht dank guter Pflege einsatzbereit im Keller.
Klar ist es kein Luxusgrill sondern nur ein zusammen steckbarer dreibeiniger Blechgrill, aber ich grille der Atmosphäre wegen, nicht des Grills wegen.
Wenn man nur nachdenkt bevor man losrennt und einkauft, kann man schon eine Menge Geld sparen und es bleibt mehr über, für die schönen Dinge im Leben. Einkaufen in der Tanke zähle ich nicht dazu.

2
Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Maika

Hallo Bastian,

ich unterschreib dir das so! Wort für Wort.
Nur den Einkauf für’s Grillfest – den muss ich demnächst mal machen:)

Schönes WE wünsch ich dir!

ich auch 😉 allerdings solange dies nicht bewusst ist, ist es an der Tanke noch nicht euer genug ;o)

Joy

[…] Sparen ist. Das zeigte sich mir auch in einem Fernsehbericht über den ich bereits schrieb (» Deutschland geht es schlecht). Auf den folgenden Seiten veröffentliche ich daher einige kreative Tipps und Kniffe um dem […]

Werbung Fahrrad iOS Programmieren Sicherheit OS X Videos IKEA Alkohol URL Hamburg Ernährung Wirtschaft Datenübertragung Kredite Sport Bilanz Datenschutz Musik Organisation Weihnachten Projektmanagement Webserver Tipps & Tricks Film Apple Datenbanken Redirect Internet Sibirische Katze Windows Kino Deutschland projekt52 Laufen Microsoft Silvester Einkaufen Kater twitter Weiterleitung C++ IST-Analyse Altona Gesellschaft Netzwerk Abschlussprüfung web 2.0 Facebook Restaurant Fotos Konzert BarCamp E-Mail Mac OS X Fernsehen iPhone Netzwerktechnik Computer Ausbildung Terminal Buchhaltung Inventur Sommer Party

Hinweise zum Artikel