Corona-Tagebuch im Mai 2020

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer mehrteiligen Serie:
Dieser Artikel wurde vorsorglich als unbezahlte Werbung markiert.

Neuer Monat, neuer Sars-CoV-2-Artikel. Tja, die Krise ist noch voll in Gange und eigentlich würde ich fast den gesamten Mai im Sommerurlaub verweilen.
Aber stattdessen sitze ich hier und wähle mich aus dem HomeOffice in Calls ein.

Wenn Du den Start der Reihe verpasst hast, findest Du hier die Einträge aus Februar & März, sowie dem April. Im folgenden Kalender kannst Du auch direkt zu einem bestimmten Tag springen:

MoDiMiDoFrSaSo
123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Corona-Tagebuch-Kalender Mai 2020
 

Freitag, 1. Mai 2020

Feiertag! Also, wirklich was zu feiern gibt es heute ja nicht, aber zumindest stehen heute mal keine Calls auf dem Terminplan. Im Fernsehen sieht man Bilder von traurigen Mai-Demonstrationen mit vielleicht zwanzig Personen, die vertraut rumstehen und Fähnchen schwenken. Naja.

Und dann bin ich noch über diese Schlagzeile gestolpert: „Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat eine Studie vorgestellt, derzufolge die Einschränkungen in der Sars-CoV-2-Pandemie Menschen seelisch krank machen können.“ — ach was?! Gut, dass für diese Studie Geld ausgegeben wurde. Was glauben die Leute eigentlich? Dass das alles hier einfach so spurlos und emotionslos an einem vorüberzieht? Naja, jetzt haben wir’s jedenfalls schriftlich, dass das hier eine schwierige Situation ist.

In Cuxhaven wurde das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ aufgrund eines bestätigten Sars-CoV-2-Falles unter Quarantäne gestellt. Aktuell liegt es seit Dienstag ohne Gäste, aber mit 2.899 Besatzungsmitgliedern an Bord im Hafen. Mit dem Schiff wurden nämlich die Besatzungen alle anderen Schiffe auf der Welt eingesammelt.

4.820 Fälle in Hamburg (+19).

 

Samstag, 2. Mai 2020

Wooohooo! Die Switch ist tatsächlich angekommen! Ich hätte ja nicht gedacht, dass die Bestellung wirklich korrekt im System angekommen ist, aber es hat geklappt! Damit sind die Tätigkeiten für das Wochenende schon mal geklärt.

4.831 Fälle in Hamburg (+11).

 

Sonntag, 3. Mai 2020

Ausschlafen, frühstücken, Animal Crossing spielen. Was gibt es schöneres?

Ahja: in Schleswig-Holstein ist verkaufsoffener Sonntag! Wenn das mal kein Grund ist, das Haus zu verlassen und sich in Innenstädten zu tummeln!

Ansonsten wird immer noch wild über den vermeintlichen Start der Bundesliga debattiert und am Montag machen, zumindest in Schleswig-Holstein, die Golfplätze wieder auf.

Und dann war noch diese Schlagzeile, die einer gewissen Ironie doch nicht entgehen kann:

Die Bauarbeiten an der Autobahn 11 an der Grenze zu Polen für einen speziellen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest verzögern sich. Wichtige Materialien aus China können nicht rechtzeitig geliefert werden. Grund ist die Corona-Pandemie.

Quelle: NDR

4.834 Fälle in Hamburg (nur +3!).

 

Montag, 4. Mai 2020

Neue Woche, neues Glück! Aufstehen, einwählen und malochen. Heute Nachmittag ging eigentlich unser Flieger ins Urlaubsland für unseren sensationellen Sommerurlaub! Über ein Jahr habe wir Pläne geschmiedet, Hotels rausgesucht und gebucht, Restaurants recherchiert und Eintrittskarten für Museen besorgt — alles storniert. Zwar konnte ich mich in den letzten Wochen schon so langsam vom Urlaub verabschieden, aber wenn der Tag dann kommt, an dem man gefahren wäre, bedrückt mich das schon ein wenig.

Vielleicht mache ich mir heute Abend mal einen schönen Whisky auf.

Diese Woche wird in Sachen Corona-News sicherlich noch mal spannend. Je nach Bundesland sind bereits zahlreiche Lockerungen beschlossen oder sogar schon in Kraft und diese Woche finden diverse übergreifende Konferenzen und ich denke mal, dass auch unsere Bundeskanzlerin dazu noch etwas sagen wird.

4.843 Covid-19-Fälle in Hamburg (+9).

 

Dienstag, 5. Mai 2020

Die Woche fängt schon wieder gut an. Calls von früh bis spät. Nebenbei gelesen, dass der Zoo in Hamburg wieder öffnet und auch Spielplätze ab Mittwoch wieder öffnen.

So langsam mehren sich die guten Neuigkeiten und überwiegen den schlechten Nachrichten. Es scheint sich also gemächlich alles wieder zu beruhigen.

Aber sind wir dann schon bald wieder im „normalen“ Leben angekommen? Ich traue dem Frieden noch nicht so ganz … obwohl die Neuinfektionszahlen in Hamburg ja in den letzten Tagen ja wirklich merklich gesunken sind.

4.855 Fälle in Hamburg (+12).

 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Schaffe, schaffe, Häusle baue — naja, nicht ganz. Im Büro baue ich ja keine Häuser, sondern bin nur an der Softwareentwicklung beteiligt. Aber abends werden dann Häuser gebaut, denn dann geht’s ab auf meine einsame Insel in Animal Crossing. Was für ein tolles und entspannendes Spiel, aber das schrieb ich ja bereits

In der Pressekonferenz von der Bundeskanzlerin wurden heute weitreichende Lockerungen verkündet. Die Bundesliga soll noch im Mai wieder starten, die Kindertagesstätten werden langsam wieder mit Kindern befüllt und auch Restaurants dürfen wieder öffnen.

Es dürfen sich nun auch zwei Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten wieder treffen.

Individualsportarten im Freien sind auch wieder genehmigt, alle Geschäfte dürfen wieder öffnen, Krankenhaus- und Altersheimbesuche werden wieder möglich,

Die Kontaktsperren werden, abgesehen von den Lockerungen, bis zum 5. Juni 2020 verlängert.

Passend zu all den Lockerungen steigen die, erfreulicherweise in den letzten Tagen gesunkene, Anzahl der Neuinfektionen in Hamburg leider schon wieder:

4.881 Fälle in Hamburg (+26).

 

Donnerstag, 7. Mai 2020

So langsam kommt Routine in den Alltag. Zwar hänge ich immer noch in viel zu vielen Calls, aber heute konnte ich tatsächlich mal fast eine Stunde am Stück ungestört arbeiten.

Nachdem nur allerlei Lockerungen beschlossen wurden und so langsam Stück für Stück in Kraft treten, ploppen auch schon die ersten Diskussionen dazu auf, ob man die Maskenpflicht denn nun nicht mal wieder abschaffen könne.
Wow, ich bin echt beeindruckt! Da haben es die Leute doch tatsächlich geschafft, mal zwei Wochen lang mit Mundschutz rauszugehen und haben schon die Nase voll davon.

Aber ehrlich: wenn man sich Inder Öffentlichkeit mal so umschaut und sieht, dass die Leute ihre Masken abnehmen, um in Ruhe niesen zu können oder sich zu unterhalten, um sie danach wieder anzugrabbeln und aufzusetzen, dann kann man die Maske auch gleich weglassen. So bringt das nämlich nur recht wenig.

Für mich nur ein weiterer Grund die Außenwelt erstmal zu meiden. Sollen mal alle das Virus noch etwas zirkulieren lassen bei den Lockerungsaktivitäten. Ich bleib Zuhause.

4.907 Fälle in Hamburg (+26).

 

Freitag, 8. Mai 2020

Die produktive Stunde gestern rächt sich und heute verbringe ich meinen Tag wieder nur mit Calls und damit Exceltabellen auszufüllen und Informationen aus allerlei Systemen zusammenzusuchen. Wäre schön, heute auch noch produktiv tätig zu werden, aber das kann ich mir wohl abschminken. Werde ma Wochenende wohl noch mal versuchen ein paar E-Mails zu schreiben und Informationen zu streuen, damit ich am Montag einen halbwegs überschaubaren Schreibtisch habe.

Heute macht die Nachricht die Runde, dass sich bei der unbürokratischen Soforthilfe wohl auch ein paar Unberechtigte bedient haben sollen. Das war ja irgendwie klar. Die deutsche Anti-Geldwäscheeinheit (was es nicht alles gibt!), die Financial Intelligence Unit (FIU — geiler Name), recherchiert da gerade und arbeitet das Ganze auf. Find ich gut, schließlich war die Soforthilfe für diejenigen gedacht, deren Existenz gerade gefährdet ist und mal ehrlich: es kann sich doch jeder denken, dass da zwar erstmal flott ausgezahlt wird, aber da schon noch mal eine detaillierte Prüfung folgt, oder?

Auf dem Kiez gab es gestern eine kleine aber feine Demo, um auf die prekäre Situation der Klubs aufmerksam zu machen:

Und am 18. Mai öffnen die Kindertagesstätten in Hamburg wieder für -fünf & sechsjährige Kinder.

Ansonsten mal schauen, wie das Wetter am Wochenende so wird. Vielleicht wage ich mich dann ja doch mal wieder vor die Tür. Ansonsten verziehe ich mich einfach auf meine Insel Île Verte in Animal Crossing.

4.925 Fälle in Hamburg (+18).

 

Samstag, 9. Mai 2020

Schönes Wetter und Wochenende! Mal schauen, wie die Zahlen dann in zwei Wochen ausschauen werden. Wir werden heute auch mal versuchen das gute Wetter zu genießen.

Wer lieber Zuhause bleiben möchte, kann sich ein kostenlos spezielles Asterix & Obelix-Heft herunterladen: „Unbeugsam mit Asterix“ heißt das digital verfügbare Heft, welches extra für die Corona-Krise erdacht wurde. Da „blättere“ ich am Sonntag mal drin rum.

 

Sonntag, 10. Mai 2020 (Muttertag)

Herrliches Wetterchen bei über 25°C — wir waren heute die meiste Zeit draußen im Garten und haben mit den Nachbarn gequatscht. Das tat mal wieder gut, sich mit anderen Menschen auszutauschen.

Und weil heute Muttertag ist, wurden sogar die Grenzen geöffnet und Menschen dürfen ihre Mütter besuchen.

Roy Horn von Siegfried und Roy ist gestern an COVID-19 verstorben und im Schlachthof im Kreis Steinburg gibt es mittlerweile 128 identifizierte Sars-CoV-2-Fälle.

Morgen geht’s wieder remote ins Büro und mein Tag ist gespickt mit allerlei Meetings. Wenn alles gut läuft, habe ich ein produktives Stündchen, in dem ich mal arbeiten kann. Hoffentlich funktioniert das dann auch so und es kommen nicht noch mehr Spontanmeetings hinzu.

Bei Animal Crossing läuft’s bei mir auch recht gut. Ich habe heute feierlich meinen Campingplatz eröffnet und ab morgen können dort schon Urlauber auf meine Insel kommen. Es ist wirklich schön, sich zur Ablenkung mit diesen Trivialitäten zu beschäftigen und für ein paar Stunden in eine heile Welt einzutauchen.

4.946 Fälle in Hamburg (+8).

 

Montag, 11. Mai 2020

Die große Lockerungswelle schlägt diesen Monat zu: täglich hagelt es neue Berichte, was wann wo wieder unter welchen Bedingungen öffnen darf und von befreundeten Restaurants bekomme ich skurrile „Verhaltensregeln“ für den Besuch zugeschickt. In Hamburg fällt die Entscheidung wohl erst Mittwoch so richtig, von daher bin ich mal gespannt, was da, insbesondere in Bezug auf die Gastronomie, auf uns zukommen wird.

In Lübeck sollen jedoch die städtischen Wasserspiele (ein paar Sprinkelbrunnen hier und dort) erstmal abgeschaltet bleiben, damit sich dort nicht zu viele Menschen versammeln.

Der Bürotag bestand heute aus einer wohlgesonnenen Mischung von Meetings und Arbeitsmöglichkeiten, sodass ich für diese Woche ganz zuversichtlich bin.

4.951 Fälle in Hamburg (+5).

 

Dienstag, 12. Mai 2020

Privat ist, außer Arbeiten, nicht so viel passiert. Aber so langsam läuft alles wieder in geregelteren Bahnen. Klar lodert es hier und da noch mal, aber im Großen und Ganzen kann man jetzt wieder einigermaßen arbeiten. Von richtiger Produktivität bin ich allerdings noch weit entfernt.

Zur aktuellen Lage des Hamburger Flughafens möchte ich an dieser Stelle einfach den NDR zitieren:

Zu Stoßzeiten hebt auf dem Hamburger Flughafen alle fünf bis sechs Minuten ein Flugzeug ab. Der Kontrast könnte jetzt nicht größer sein: Fast ungestört grasen Kaninchen am Rand der Start- und Landebahn, Vögel zwitschern in den Bäumen und Sträuchern.

NDR/12.05.2020

Der Hamburg Senat hat heute verabschiedet, das die Gastronomie ab morgen wieder öffnen darf. Bis zu zwei Haushalte dürfen dann an einem Tisch sitzen. Ich glaube, mit bis zu zehn Personen. Das Personal muss aber Mundschutz tragen und die Gäste nur, wenn sie das Restaurant betreten oder den Tisch verlassen (z.B. um auf die Toilette zu gehen). Und die Gäste müssen ihre persönlichen Daten hinterlassen — damit man benachrichtigt werden kann, falls noch ein Sars-CoV-2-Fall auftritt.
In Laatzen bei Hannover füllt ein Restaurantbetreiber die aufgrund der Abstandsregelung geblockten Tische mit Schaufensterpuppen, damit sich die Gäste nicht so alleine fühlen. Wir werden wohl alle langsam verrückt.

Und was ist mit Events in Zeiten von Sars-CoV-2?

Ein völlig zu unrecht populärer Nachrichtendienst hat ein doch recht aufschlussreiches Video zur Problematik der Veranstalter im Kulturbereich veröffentlicht, welches unter anderem das Problem beleuchtet, wer bei Veranstaltungsabsagen jetzt eigentlich der richtige Ansprechpartner ist: Tickethändler oder Veranstalter (Tipp: es ist der Veranstalter).

4.964 Fälle in Hamburg (+13).
Davon aktuell infiziert: 450 Personen.

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Schön, schön, die Neuinfektionszahlen in Hamburg gehen Stück für Stück immer weiter runter — das ist doch gut. Mein Tag bestand heute fast nur aus langwierigen und leider nur wenig produktiven Calls. Aber nach Feierabend hatte ich dann meine Ruhe und konnte ein bisschen was wegschaffen für den kommenden „Urlaub“.

So langsam tröpfeln wohl auch die ersten halbwegs belastbaren Zahlen aus der Wirtschaft ein — so muss TUI weltweit wohl 8.000 Stellen abbauen, da das EBITDA von Oktober bis März um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro gesunken ist.

Am 20. Mai soll das Miniaturwunderland wieder öffnen. Bisher macht die Modellbahnanlage jeden Monat € 480.000 Verlust.

4.967 Fälle in Hamburg (+3).

 

Donnerstag, 14. Mai 2020

Der Tag war heute wieder gut mit spontanen und unangekündigten Calls gefüllt, sodass ich nur das Nötigste erledigen konnte — aber immerhin.

Neues zu Sars-CoV-2 aus dem Bundestag

Der Bundestag hat derweil über die Gesetzesentwürfe zur Unterstützung der Kulturbetriebe, insbesondere der Veranstalter, debattiert und, so wie ich es verstanden habe, dem ursprünglichen Gesetzesentwurf zugestimmt. Damit dürfte es für viele Kunden demnächst eine praktikable Lösung geben, die es den Veranstaltern hoffentlich ermöglicht nach der Corona-Krise noch tolle Events auf die Beine zu stellen.

Telefonische Krankschreibungen sind hingegen nur noch bis ende Mai möglich. Erstaunlich finde ich, dass ich, seit ich im HomeOffice verweile, noch keinen Anflug einer Erkältung hatte. Die Pendelei mit Bus, U-Bahn und Fernbahn scheint nicht ganz risikolos zu sein …

Bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus gibt es nun erste Prognosen, die von einem Start zur Zulassen zum Jahreswechsel 2020/2021 ausgehen. Bis dahin müssen wir uns wohl noch mit dem Virus irgendwie arrangieren — und hoffen, dass Sars-CoV-2 nächstes Jahr nicht mutiert und der ganze Spaß von vorne losgeht. Zumindest hätten wir dann schon ein wenig Übung und genug Vorräte & Masken.

Erste Studien sind wohl zu dem Schluss gekommen, dass es kein „einfaches“ Lungenvirus ist, sondern ein „Multi-Organ-Virus“ und für multiple Schäden an den inneren Organen sorgen kann. Man sollte also wirklich zusehen, dass man sich nicht damit infiziert.

Das Kurzarbeitergeld soll erhöht werden: diejenigen, die mindestens zu 50 % in Kurzarbeit sind, sollen ab dem vierten Bezugsmonat bereits 70 % und ab dem siebten Monat satte 80 % Netto-Gehalts bekommen. Das dürfte dann auch die Wirtschaft wieder ein wenig ankurbeln — schließlich müssen derzeit viele Menschen sehen, wo sie ihre Groschen hinstecken.

Und ein Thema, welches seit Jahren kontrovers in Hamburg diskutiert wird, ist auf einmal ganz einfach: die Notunterkünfte für Obdachlose bleiben bis Ende Juli geöffnet!

Und irgendjemand hat wohl gegen die zweiwöchige Quarantänepflicht nach Auslandsaufenthalten geklagt — und Recht bekommen. Ich halte diese Maßnahme eigentlich für recht sinnvoll, wenn man von einer Inkubationszeit von 1-10 Tagen ausgeht. Aber nungut.

Oh, und dann habe ich meinem Blog mal ein neues Design gegönnt. Das alte war ja auch schon wieder zwei Jahre alt.

4.973 Fälle in Hamburg (+6).

 

Freitag, 15. Mai 2020

Der letzte Arbeitstag der Woche und vor meinem Urlaub. Mal schauen, was ich in der Urlaubswoche so alles erleben, oder auch nicht erleben, werde. Die Übergabe ist geschrieben, drölfzigmal aktualisiert und soeben verschickt, das Team weiß bescheid und so sollte alles seinen sozialistischen Gang gehen.

Jetzt widme ich mich erstmal der Hausarbeit, bevor wir es uns heute Abend gemütlich machen. Und dann startet ab morgen der Urlaub!

Die Strompreise sollen wegen der EEG-Umlage wohl steigen — blöd, da wir Zuhause gerade wesentlich mehr Strom verbrauchen als üblich. Die Küche ist mehrmals täglich in Betrieb und die Computer, die nun nicht im Büro stehen, sondern Zuhause, laufen auch fast den ganzen Tag.

Und so wie es ausschaut, geht Karstadt — schon wieder — pleite und muss Häuser schließen. Sehr schade, ich habe dort gerne an der Champagnerbar gesessen.

Dafür gibt’s in Altona bald ein Autokino! Auf der Trabrennbahn soll der Spaß coronasicher aufgebaut werden.

Und morgen gibt’s bei uns gleich mehrere Highlights!
Eine Liste:

  • ausschlafen
  • in Ruhe frühstücken
  • Geister-Fußball gucken
  • Grillen (wenn auch wohl im Regen, aber egal)
  • sowas ähnliches wie den Eurovision Song Contest schauen
  • spät ins Bett gehen, in dem Wissen, auch am nächsten Tag ausschlafen zu können

Hamburg vermeldet heute satte 24 Neuinfektionen — allerdings wurden noch Zahlen der vergangenen Tage nachgemeldet. Ich hatte mich ja fast schon über die erstaunlich niedrigen Zahlen gefreut, naja.

5.009 Fälle in Hamburg (+24).

 

Samstag, 16. Mai 2020

Heute verpassen wir eine Geburtstagsparty. Hoffentlich freut sich das Geburtstagskind über das kleine Päckchen, welches wir ihm haben zukommen lassen.

Ansonsten lief heute fast alles nach Plan. Ausschlafen, Frühstück, Fußball gucken, Grillen und ESC sowie spät ins Bett gehen liefen gut. Nur die Nebenaktivitäten haben eine kleine Baustelle in der Wohnung verursacht. Dabei wollte ich nur ein LAN-Kabel neu verlegen. Also Schränke Leerräumen und von der Wand abrücken, Kabelkanäle verlegen und Kabel durchziehen. Nur war dies leider einen halben Meter zu kurz. Also flugs ein längeres Kabel bestellt — welches Montag ankommen soll — und so lange steht der ganze Krams halt in der Wohnung rum. Naja, gibt schlimmeres.

Zum Beispiel diese seltsamen Verschwörungs-Demonstrationen in Bezug auf Sars-CoV-2, die heute in ganz Deutschland stattfanden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Menschen gibt, die tatsächlich daran glauben, dass Bill Gates höchst persönlich bei Ihnen nachts vorbeikommt und sie heimlich still und leise im Schlaf impft und ihnen einen Microchip einpflanzt, um sie kontrollieren zu können. Was für ein Quatsch!

Für den Fernunterricht an Hamburgs Schulen sollen über 25.000 Laptops organisiert werden, mit denen die SchülerInnen dann ausgestattet werden sollen. Nicht schlecht, Herr Specht!

5.021 Fälle in Hamburg (+12).

 

Sonntag, 17. Mai 2020

Ausschlafen ist super! Heute gemütlich gefrühstückt und ganz viel Animal Crossing gespielt.
Ich habe mich heute mal an eigenen Wegen versucht und damit rumgespielt, eine Straße zu machen. Bin allerdings an Kurven und dem Ende der Straße gescheitert. Da muss ich wohl noch etwas nachbessern und so lange bleibe ich erstmal bei den Trampelpfaden.

5.029 Fälle in Hamburg (+8).

 

Montag, 18. Mai 2020

Erster Urlaubstag. Das längere Netzwerkkabel ist angekommen und so konnte ich schlussendlich alles wieder an seinen angestammten Platz stellen und alles hat Ordnung. In den nächsten Tagen wird noch ein bisschen weitere Technik (paar Kabel, Netzgeräte, Switches und Verteiler) geliefert, sodass ich dann im Urlaub wohl noch mal dazu kommen sollte, die gesamte Verkabelung in der Wohnung auf den aktuellen Stand zu bringen.

Ich wage mich ins Sars-CoV-2-Gefahrengebiet

Außerdem habe ich mich heute mal wieder rausgewagt und war einkaufen. Das erste Mal seit Mitte März. Mal eben kurz um die Ecke zur lokalen Drogerie.

Abstandsmarkierungen im Kassenbereich zu Corona-Zeiten

Am Eingang erwartete mich eine kleine Desinfektions-Station und die Einkaufskörbe. Im Laden hängen überall Aushänge bzgl. Abstandsregelung und haushaltsüblicher Mengen und tatsächlich hatten alle Kunden und Mitarbeiter Mund-Nasen-Masken auf. Fast alle übrigens OP-Masken. Ich war der einzige Kunde mit selbstgenähter Maske, dafür hat meine Sternchen drauf und ich bekam dafür viel Anerkennung eines kleinen Kindes dafür. Es ist übrigens auch alles da. Nudeln, Klopapier, Taschentücher, Seife. Nur kein richtiges Desinfektionsmittel. Aber da wir in den letzten Monaten eh nicht draußen waren, reichen unsere Vorräte von vor Sars-CoV-2 nach wie vor aus.

Die Kasse ist mit so einer durchsichtigen Kunststoff-Plane abgedeckt und im Kassenbereich sind überall Abstands-Markierungen auf dem Boden, an die sich die Menschen auch tatsächlich halten — aber gut, so voll war es heute zum Glück auch nicht.

Wieso ich einkaufen war?
Wir haben am Wochenende einen Karamellkuchen gebacken und leider ist der Zuckerdeckel in den Backofen gelaufen. Daher war heute großes Backofen-Schrubben angesagt und ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden:

Corona ist auch: endlich einen sauberen Backofen zu haben!
Blitzeblanker Backofen

Dafür brauchten wir natürlich Haushaltshandschuhe, Backofenreiniger und wenn man schon mal da ist, kann man sich auch gleich wieder mit feiner Schokolade und anderen Entbehrungen der letzten Monate eindecken. Leider war Eis ausverkauft, sonst könnte ich auch mal wieder ein schönes Eis essen.
Aber vielleicht das nächste Mal — jetzt habe ich ja gesehen, dass es gar nicht so voll im Laden ist und die Leute sich tatsächlich an die Regeln halten.

Was war sonst so Sars-CoV-2-mäßig los in Hamburg und Deutschland?

Das Reeperbahn-Festival soll im September wohl unter speziellen Auflagen und in verkleinerter Form stattfinden. Das klingt spannend und ich bin auf das Konzept gespannt!

Unser Außenminister, der Heiko Maas, möchte die aktuell geltenden Reisewarnungen in Bezug auf Sars-CoV-2 zu Reisehinweisen herunterstufen. Ich stecke n nicht tief genug in der Materie, aber so wie ich die Regulären der Reiseveranstalter kenne, zielt diese Maßnahme wohl auf die Stornobedingungen ab, und nicht so sehr auf verantwortungsvolles Umgehen mit den gesundheitlichen Risiken. Aber mal sehen, was am Ende dabei rauskommt.

Zum Vatertag soll bundesweit der Alkoholausschank eingeschränkt werden. Schützt die Massen vor sich selbst — scheint hier die Devise zu lauten.

Oh, und Hamburg soll eine „autoarme Innenstadt“ bekommen — was immer das konkret heißen soll. Denn im Moment liest man nur davon, dass am Jungfernstieg keine Autos mehr fahren sollen. Das war doch eh nur eine Mietwagen-Poser-Strecke für prollige Single-Männer mit Defizitausgleichsbedarf.
Ich persönlich fahre jedenfalls nur sehr ungern mit dem Auto in die Innenstadt, zumal diese einfach perfekt via ÖPNV zu erreichen ist und wenn man mal zu viel shoppen war, liefern einem (die richtigen Läden) die Einkäufe auch problemlos nach Hause, sodass man seinen Shopping-Tag noch gemütlich bei einem Kaffee ausklingen lassen kann.

5.034 Fälle in Hamburg (+5).

 

Dienstag, 19. Mai 2020

Nachdem wir gestern ja doch recht eifrig im Haushalt waren, haben wir es heute ruhiger angehen lassen und den freien Tag genossen. Muss ja auch mal sein.

So wie es ausschaut, holt die Welt die CO2-Einsparungen bald wieder auf: denn niemand möchte mehr ÖPNV nutzen sondern fährt hygienisch unbedenklicher lieber im Auto durch die Gegend.

Sonst war die Nachrichtenlage heute überraschend ruhig. Das gefällt mir.

Immer noch 5.034 Sars-CoV-2-Fälle in Hamburg, denn heute gab’s keine Neuinfektionen zu vermelden!

 

Mittwoch, 20. Mai 2020

Pünktlich vor dem Feiertag sind noch alle benötigten Kabel angekommen, sodass ich die Netzwerkverkabelung im Haus mal ordentlich machen konnte. Ein paar Switches und Kabel hier und da wirken manchmal Wunder und nach knapp drei Stunden war alles verlegt und wieder chic.

So konnte ich ein paar Geräte vom WLAN ins LAN bringen und in der nächsten Arbeitswoche haben wir hoffentlich etwas mehr Kapazität im WLAN frei. Es macht sich halt doch bemerkbar, wenn die Nachbarschaft auch Zuhause ist und ihre WLAN-Netze unter Last stehen. Die Kanäle stehen hier dicht an dicht und ein paar WLAN-Geräte weniger helfen hoffentlich. Ansonsten muss ich wohl doch noch härtere Geschütze auffahren und ein paar zusätzliche AccessPoints installieren. Davon will ich aber erstmal absehen.

Die Nachrichten waren ansonsten voll von Lockerungsmeldungen, Bollerwagenplanungen für morgen, die Plaza der Elbphilharmonie öffnet wieder und auch die Gastro hat ja nun wieder geöffnet.
Die Fernsehberichte sind voll von Planungsbeiträgen zum Sommerurlaub in Deutschland. Was geht, was geht nicht. Naja, wir werden sehen. Unseren Sommerurlaub haben wir ja nun schon verbraucht. Und dass, ohne dabei die Wohnung zu verlassen. Wir sind also durch für dieses Jahr.

5.045 Fälle in Hamburg (+11).

 

Donnerstag, 21. Mai 2020

Feiertag in Deutschland und auch wir chillen ein bisschen vor dem Fernseher und genehmigen uns ein paar Serien. Abends noch ein spontanes Treffen mit den Nachbarn — natürlich mit Abstand — aber mit Wein und Bier. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Das Lufthansa-Rettungspaket steht auch wackligen Beinen, aber immerhin steht es.

5.051 Fälle in Hamburg (+6).

 

Freitag, 22. Mai 2020

Der letzte Urlaubstag geht zu Ende und nächste Woche geht die Toberei „im Büro“ wieder los. Ich bin gespannt, was sich in der einen Woche Abwesenheit getan hat.
Anfang der Woche hatte ich noch gelegentlich in meine E-Mails geschaut, aber zuletzt nicht mehr. Es schien alles so weit ruhig zu sein — also den Umständen entsprechend ruhig.

Auf der Suche nach Sars-CoV-2-Atemschutzmasken

Ich habe heute meine letzte Maske „verbraucht“, um nach mehr Masken Ausschau zu halten. Sollten wir in den nächsten Wochen doch wieder das Haus verlassen, dann sind zwei Masken etwas zu wenig, um flexibel genug sein zu können und die hemdsärmeligen Hygienestandards einhalten zu können.

Leider war ich nicht sonderlich erfolgreich. Zwar gibt es hier und da diese Community-Masken — und sogar zu akzeptablen Preisen — aber leider mit Gummiband für Ohren. Mit Bändern zum Zusammenknoten finde ich angenehmer zu tragen und ich bekomme davon auch nicht so Segelohren.
Also werden wir wohl doch noch mal welche Nähen müssen. Genug Stoffreste und Bänder haben wir wohl noch da.

Nachher werden die Masken wieder ausgekocht und sind dann hoffentlich bis morgen getrocknet. Denn vielleicht, aber nur ganz vielleicht, wagen wir uns noch mal auf den Wochenmarkt. Mal schauen, wie sicher sich das dann so anfühlt.

Ansonsten war es eher ruhig in Deutschland. Schauen wir mal, was dann in zwei Wochen los ist, wenn die Inkubationszeit von Himmelfahrt rum ist.

5.055 Fälle in Hamburg (+4).

 

Samstag, 23. Mai 2020

Hotels und Campingplätze in Niedersachsen dürfen ab Montag wieder bis zu 60% belegt werden, in einem Restaurant in Leer haben sich sieben Menschen angesteckt und in Hamburg und vielen anderen Städten gibt es heute wieder diese unsäglichen Demonstrationen gegen die Einschränkungen. Bei all den Lockerungen frage ich mich echt, was die Menschen jetzt noch für ernstzunehmende Probleme haben. Geht doch alles so halbwegs.

In Rostock ist scheinbar die gesamte achtköpfige Crew eines Frachtschiffes an Sars-CoV-2 erkrankt und das Schiff steht erstmal unter Quarantäne.

Während in Hamburg heute nur drei Neuinfektionen addiert werden müssen, kommen in Niedersachsen satte 73 Neuinfektionen hinzu.

Wir bleiben derweil weiter daheim und genießen das letzte freie Wochenende, bevor es wieder „ins Büro“ geht.

5.058 Fälle in Hamburg (+3).

 

Sonntag, 24. Mai 2020

Mediziner warnen davor, dass es schon zur Urlaubssaison zu einer zweiten Welle kommen könnte, die Lufthansa möchte in Juni wieder mit den ersten Flügen starten und am Wochenende waren die Autobahnen voll und es kam, seit langem mal wieder, zu Staus.

Und offensichtlich hat irgendwer in den USA den Staat China auf Schadenersatz wegen der Coronainfektionen verklagt – auf seltsame Ideen kommen die Leute in ihrer Quarantäne ja schon manchmal.

Und mein lieber Freund Uli Salm hatte am Wochenende auch eher das Gegenteil von Spaß: sein Zwick in Pöseldorf wurde von der Polizei geräumt und geschlossen:

Die Hamburger Polizei hat das Lokal Zwick im Stadtteil Pöseldorf wegen der Verletzung der Corona-Regeln vorübergehend geschlossen. In der Nacht auf Sonntag hatten sich 89 Menschen in der Kneipe aufgehalten. Nachbarn beschwerten sich über den Lärm. Die anrückenden Polizisten staunten nicht schlecht, als sie das Lokal kontrollieren wollten. Es sei so eng gewesen, dass die Beamten nicht in die Kneipe eintreten konnten, sagte ein Polizei-Sprecher am Montag. Alle Gäste standen dicht an dicht. Niemand von ihnen habe eine Gesichtsmaske getragen.

NDR, 25. Mai 2020

Das wundert mich eigentlich, denn so wie erzählte, wollte er sich eigentlich schon recht genau an die Regeln halten.

5.061 Fälle in Hamburg (+3).

 

Montag, 25. Mai 2020

Erster Arbeitstag nach einer Woche Urlaub. Posteingang voll, Kalender halbvoll. Erstmal bringe ich mich auf den aktuellen Stand, um danach Statusreports zu schreiben und die Woche vorzubereiten. Was kommt als nächstes? Was ist dringender? Was muss wann fertig sein? Aber so weit alles halbwegs ruhig. Es lodert zwar noch hier und dort, aber zumindest brennt es nicht mehr lichterloh. Das ist gut.

Eurowings hatte heute seinen ersten Ferienflug. Leider etwas unbedacht, denn der Flughafen am Zielort ist für internationale Flüge noch geschlossen. Deshalb musste der Flieger wieder kehrt machen und ist nun schon wieder zurück in Deutschland.
Das war wohl ein recht kurzer Kurzurlaub für die zwei Passagiere.
Den CO2-Ausgleich von den beiden möchte ich lieber nicht zahlen …

Dieses Sars-CoV-2-Video geht einem echt unter die Haut

Die letzten Tage habe ich mich ja dezent über die zahlreichen Lockerungen echauffiert. Genauso unlogisch, wie die Beschränkungen kamen, kommen nun auch die Lockerungen. Deshalb möchte ich mal auf dieses Video von Craig Spencer hinweisen, Notfallambulanzarzt in New York City:

Immer noch der Meinung, die Lockerungen kommen zu spät?

In Hamburg haben derweil die Schulen nun für alle Klassenstufen geöffnet.
Unterrichtet wird nach dem Rotationsprinzip für mindestens einen Tag in der Woche.
Meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach, reicht dieser eine Tag zeitlich gerade einmal aus, um die Hausaufgaben einzusammeln und die neuen Aufgaben zu besprechen und zu verteilen. Aber nungut, aller Anfang ist schwer.

Die App der Deutschen Bahn soll aufgebohrt werden und Reisende in Zukunft vor volleren Zügen warnen, sodass diese bestenfalls einen Zug früher/später nehmen können.
Mal schauen, wie das in der Praxis ausschaut, wenn ich denn mal wieder in einen Zug steigen sollte.

In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern dürfen die Freibäder ab heute wieder öffnen und in Hamburg sind die MOIAs wieder ganz regulär unterwegs und dürfen auch von Menschen genutzt werden, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Und man darf jetzt wieder durch Dänemark hindurch fahren. Wenn man z.B. von Schleswig-Holstein nach Schweden oder Norwegen möchte.

Währenddessen fordert Carola Reimann für Niedersachsen eine Masken- und Abstandspflicht, bis es einen Impfstoff gibt. Das kann ja wohl noch ein bisschen dauern.

Unveränderte 5.061 Fälle in Hamburg (+0).

 

Dienstag, 26. Mai 2020

Der Büroalltag nimmt so langsam wieder Fahrt auf und die Meetings häufen sich. Heute ging’s noch. Nur drei Stunden Meetings. Morgen wohl wieder den ganzen Tag. Muss dann heute Abend noch mal dran denken, meine Kopfhörer aufzuladen, damit ich den Tag mit NoiseCancelling durchhalte.

Ich bin über eine interessante Artikelreihe von Thomas Pueyo zur gesamten Historie der Corona-Pandemie gestoßen, bei der die verschiedenen Konzepte der Länder miteinander verglichen werden. Leider sind die Artikel alle sehr lang und mir fehlt gerade die Zeit, mir das in Ruhe durchzulesen, aber wer Zeit hat kann gerne mal hier reinschauen. Sieht auf den ersten Blick vielversprechend und gut recherchiert aus:

In Hamburg tagte heute der Senat und hat weitere Lockerung beschlossen: ab 4. Juni weiten die Kitas ihr Angebot aus, ab dem 2. Juni dürfen Freibäder und Kinos wieder öffnen. Der Eintrittskartenverkauf darf bei Kinos aber ausschließlich online erfolgen, um lange Schlangen vor den Kassen zu vermeiden.

In Lüneburg wurde eine Bar von der Polizei geräumt und geschlossen, weil über 100 Gäste dort gefeiert haben. Ohne Abstand und ohne dokumentierte Gästeliste und zudem ohne Speisenverkauf, sondern mit Fokus auf Getränke – und das ist im Moment noch gar nicht erlaubt (soso, wieder was gelernt).

5.064 Fälle in Hamburg (+3).

 

Mittwoch, 27. Mai 2020

Hatte ich es diesen Monat schon mal erwähnt? Nein? Nicht? Dann jetzt:

Alles Mist.

Und damit zum Wetter:

Die Corona-Krise scheint Donald Trump nicht zu bekommen

Donald Trump hat mal wieder gewittert und Twitter hat seinen Tweet einem Faktencheck unterzogen, jetzt will der Präsident das Netzwerk abschalten.

Christian Drosten wird von der bild-Zeitung-belästigt. Wer das verpasst hat, findet bei der Zeit eine gute Übersicht und Tagestouristen dürfen an Pfingsten wieder nach Helgoland.

Derweil habe ich mal nachgezählt, wie oft ich im Mai das Haus verlassen habe. Ganze sechs Mal habe ich mich in die verseuchte Welt gewagt. Hier die Anlässe:

  1. Spazieren gehen
  2. Arztbesuch
  3. Einkaufen
  4. Tanken
  5. Einkaufen
  6. Spazieren gehen

5.069 Fälle in Hamburg (+5).

 

Donnerstag, 28. Mai 2020

Diese Woche ist wirklich schnell vergangen. Gefühlt habe ich mich nur in ein paar Meetings eingewählt und zack ist Donnerstag. Verrückt.

Die Corona-App wird nach anfänglichem Hin und Her nun doch als dezentrale und quelloffene App entwickelt, die sogar auf die bereitgestellten Schnittstellen von Apple & Google zurückgreift. Weitere Details zur App gibt’s auf einer Webseite, die sogar auf den Quelltext verweist: coronawarn.app

Und bald soll es sogar schon ein mehr oder weniger gut wirkendes (zugelassenes!) Medikament geben, dass die Symptome von Covid-19 lindern und die Dauer der Erkrankung um vier Tage mindern soll. Remdesivir heißt der alte Bekannte, von dem wir schon im April mal hörten. Dem Medikament wurde in den USA eine gewisse Wirksamkeit gegen die Symptome nachgewiesen und die Zulassung in Deutschland soll schon bald erfolgen. Hoffentlich mindert/verhindert das Medikament auch die Folgeschäden der Erkrankung.

Zu Pfingsten werden aller Orte wieder viele viele Besucher erwartet und alle freuen sich. Sogar der ADAC hat wieder Gelegenheit vor Staus zu warnen. Tolle Sache.

Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht, wie sich Viren über die Luft in Fahrgastkabinen von Zügen und Flugzeugen ausbreiten. Spannend für mich als Pendler.

In Hamburg haben sich viele Bar- und Kneipenbetreiber zum „barkombinat“ zusammengeschlossen und fordern Unterstützung zum Überstehen der Krise. Sonst sei es bald aus mit der bunten Vielfalt in Hamburg.

5.071 Fälle in Hamburg (+2).

 

Freitag, 29. Mai 2020

Letzter Arbeitstag der Woche, wieder gespickt mit schmackhaften Meetings. Zwischendrin aber tatsächlich mal Zeit, ein paar E-Mails zu beantworten.

Wer überlegt am Pfingstwochenende einen Ausflug zu unternehmen, für den hat der NDR eine schöne Übersicht der aktuell geltenden Verbote zusammengestellt. Frohes Rumreisen!

Für das längere Wochenende haben wir uns per Lieferdienst mit frischen Getränken eingedeckt und ich habe ein bisschen Organisatorisches erledigt.

Außerdem machen wohl irgendwelche Hohlbratzen seit kurzem Jagd auf Fledermäuse, weil sie glauben, dass diese Sars-CoV-2 übertragen würden. So ein Schwachsinn! Damit Fledermäuse überhaupt irgendwelche Krankheiten an Menschen übertragen könnten, müsste man schon einen recht engen Kontakt zu ihnen pflegen — und wer bitte kuschelt denn mit Fledermäusen oder wälzt sich in ihren Hinterlassenschaften?

Jedenfalls sah sich Niedersachsens Landesbetrieb für Naturschutz nun dazu genötigt, die Leute darauf hinzuweisen, dass Fledermäuse zum Einen Sars-CoV-2 nicht übertragen, und sie zum Anderen unter strengem Artenschutz gelten und selbst das Stören von Fledermäusen schon strafbar ist.

In Leer sind aus den 200 euphorischen Restaurantbesuchern nun 34 infizierte Restaurantbesucher geworden. Die Anderen harren noch in Quarantäne aus. Voll super mit den Lockerungen!

In Bremen gibt es aktuell an zehn Schulen aktive Fälle von Covid-19-Erkrankten.

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: an den, wegen der Corona-Pandemie lange Zeit menschenleeren Stränden der Ostsee, haben es sich junge Kegelrobben gemütlich gemacht, wie Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums Stralsund mitteilten.

Und noch eine hoffnungsvolle Neuigkeit vom viel umjubelten und skurril kritisierten Christian Drosten:

„Ich glaube, dass wir sogar eine Chance hätten, ohne Impfung hier mit dieser generellen Steuerung von Maßnahmen glimpflich in den Herbst und in den Winter zu kommen, sprich ohne eine tödliche neue zweite Welle.“

28.05.2020, Christian Drosten via Podcast „Die rote Murmel kontrollieren

Alle Reiselustigen aufgemerkt: am 15. Juni öffnet Dänemark seine Grenzen wieder!
Zwar mit kleineren Einschränkungen, aber immerhin. So müssen Touristen mindestens sechs Nächte bleiben, dürfen Kopenhagen und Frederiksberg aber nur besuchen, nicht dort schlafen — was immer das mit Sars-CoV-2 zu tun hat ¯\_(ツ)_/¯

Korrektur zu meiner Meldung vom 27. Mai 2020:

Ich war heute noch mal einkaufen. Im Supermarkt. Das kommt so schnell aber gewiss nicht mehr vor.
Im kleinen Bioladen um die Ecke war alles ja recht entspannt. Leerer Laden, viel Abstand, alle trugen Masken und wichen einander aus. Aber im regulären Supermarkt drehen die Leute alle frei. Vor dem Supermarkt stehen Bekannte in Grüppchen — natürlich ohne Maske — rum und unterhalten sich über Gott und die Welt und hätte der Supermarkt keinen Türsteher, der die Leute am Eingang abfängt und auf die Maskenpflicht hinweist, würden die Menschen da drin alle ohne Atemmaske rumrennen.

Zwar kleben überall auf dem Fußboden Markierungen und Hinweisschilder zur Abstandsregelung, aber die Gänge sind so schmal, dass das wie ein schlechter Scherz wirkt.

Ich habe locker drei mal so lang zum Einkaufen benötigt, weil ich ständig in großem Bogen um die Leute rumlaufen musste, dann laufen ständig apokalyptische Durchsagen zur Maskenpflicht und was für tolle Menschen wir doch sind, wenn wir nur unsere Masken tragen, Abstand halten und bargeldlos bezahlen — das reinste Varieté!

Ein Wunder, dass der Supermarkt so nicht zum nächsten „Superspreader“ wird, denn an Abstände halten die Leute sich wirklich nicht. Wenn man nicht ständig die Augen offen hält und den Idioten aus dem Weg springt, würden sie einem noch über die Füße laufen. Dass sie dann zu allem Überfluss auch noch ihre Maske runterziehen, um sich mit anderen Kunden oder Angestellten zu unterhalten, ist da schon kaum noch eine Erwähnung wert.

Nach meinen verhältnismäßig positiven Einkaufserfahrungen in der Drogerie und dem Bioladen, habe ich beschlossen den Supermarkt bis auf Weiteres zu meiden. Da kriegen mich keine zehn Pferde mehr rein in diese Seuchenhöhle!

Und wo wir schon dabei sind:

In Restaurants werde ich in naher Zukunft auch nicht gehen.
Auf dem Rückweg kam ich an zwei Lokalitäten vorbei, deren Außenbereiche bis auf den letzten Platz — mit regulärem Tischabstand — gefüllt waren und die Angestellten zuppeln ständig mit ihren Virengriffeln die Maske rauf und runter.

Da bleibe ich lieber, wenn auch leicht unterversorgt, dafür aber sicher in meiner sogenannten freiwilligen Selbstisolation.

5.075 Fälle in Hamburg (+4).

 

Samstag, 30. Mai 2020

Wir haben es uns heute mal gut gehen lassen und uns zum Frühstück Brötchen bringen lassen und zum Abendessen allerfeinstes Sushi, welches wir mit einem feinen Wein genossen haben.

Wenn wir schon nicht mehr rausgehen, soll wenigstens die Kulinarik der Lokalität „Zuhause“ überzeugen 😉

Wenn es nach der CDU geht, soll es in Hamburg bald an allerlei öffentlichen Plätzen Desinfektionsmittelspender geben:

„Spielplätze, Sport- und Grünanlagen, Wochenmärkte und Haltestellen müssen standardmäßig mit Desinfektionsspendern ausgestattet werden.“

Bezirkspolitischer Sprecher der Fraktion, André Trepoll

Und hier ein kleiner Ticket mit den weiteren Meldungen:

  • In Hamburg haben heute elf Demonstrationen mit insgesamt 400 Teilnehmern gegen die Einschränkungen aufgrund von Corona demonstriert.
  • Spanien will ab dem 22. Juni 2020 wieder Touristen ins Land lassen.

5.081 Fälle in Hamburg (+6) // aktuell 130 Sars-CoV-2-Erkrankte.

 

Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Auch wir haben das gute Wetter heute für einen kurzen Spaziergang durchs Viertel genutzt — damit habe ich im Mai also acht Mal das Haus verlassen, um einkaufen zu gehen oder zu spazieren. Man sieht, die Lockerungen kommen auch bei uns an. Mal schauen, was der Juni so bringt.

Wissenschaftler haben untersucht, wie Firmen mit HomeOffice umgehen. Ich habe dazu ja auch schon einen kurzen Artikel geschrieben und hoffe, dass bald wieder HomeOffice-Normalität einkehren wird und wir „im Büro“ aus dem Feuerlöschmodus herauskommen. Laut den Wissenschaftlern kommen die meisten Unternehmen gut mit der Umstellung auf HomeOffice klar und meiner Meinung nach wäre es in Zukunft auch wünschenswert, wenn ich mir etwas Pendelei ersparen kann. Vier Stunden am Tag im ÖPNV zu sitzen steigert nicht gerade die Laune und klaut zu dem wertvolle Arbeitszeit.

Ab morgen geht’s wieder zum Arzt

Ab Pfingstmontag, dem 1. Juni 2020 müssen wir alle wieder zum Arzt Dackeln, wenn wir eine Krankschreibung benötigen. Hoffentlich hält meine gesunde Phase noch eine Weile ein. Die übliche Frühjahrserkältung habe ich ja schon mal erfolgreich ausgesetzt — was nicht zuletzt sicher auch am fehlenden Kontakt zu anderen erkälteten Menschen liegt.

Und sonst so?

  • Die Besatzung auf dem Frachtschiff, welches in Rostock unter Quarantäne stand, darf ab Mitternacht endlich das Schiff verlassen. Alle Besatzungsmitglieder gelten als genesen
  • Der Quelltext der Corona-App wurde veröffentlicht und kann nun von der Community auf Sicherheitslücken untersucht werden.
  • Ansonsten schien es an Pfingsten bisher ruhig geblieben zu sein. Mal schauen, was uns morgen erwartet.

5.088 Fälle in Hamburg (+8).

Kommentarbenachrichtigungen
Benachrichtige mich bei
Bitte gib hier Deinen Namen an (benötigtes Feld)
Bitte gib hier Deine E-Mail-Adresse an, diese wird nicht veröffentlicht. (benötigtes Feld)
Wenn Du magst, kannst Du hier Deine Webseite angeben. Diese Information wird veröffentlicht.
Wie bewertest Du den Artikel?
Wie hat Dir der Artikel gefallen? Ich würde mich über eine kurze Bewertung von Dir freuen.
Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Webseite einverstanden (benötigtes Feld)
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments