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8. Hamburger Socialbar


Die SocialBar ist in diesem Nerdblog ja bereits eine feste Größe und tauchte hier schon zwei mal auf. Gestern fand die SocialBar Hamburg zum achten Mal statt, dieses mal im Buddhistischen Zentrum Hamburg, in der Thadenstraße 79.

Thema war die „Finanzierung sozialer Initiativen“ und als Referenten geladen waren Ole Keding und Herdolor Lorenz welche bedauerlicherweise beide nicht eintrafen.

So haben wir versucht uns dem Thema Microfunding selbst zu nähern und dank des Engagements der Teilnehmer, die aus vielen verschiedenen sozialen Bereichen kamen, konnten viele meiner Fragen beantwortet werden und ich fühle mich jetzt viel schlauer.

Die Teilnehmergruppe war bunt gemischt und bestand neben vielen kleinen Initativen und Ideengruppen auch aus Leuten von Greenpeace, dem Hamburger HanseHub, Plan International und der freien Universität. Na, und natürlich Weltretter.org 😉

Microfunding: Charakteristika

Um uns dem Thema zu nähern betrachteten wir diverse Microfunding-Beispielfälle aus der jüngsten Vergangenheit, wie etwa Oles Aktion Uwe, die Spendenaktion für den kleinen Blumenladen in Berlin oder auch größer angelegte Aktionen, wie beispielsweise Plans Idee, Kühe, Schafe und Ziegen zu spenden und stellten uns die Frage:

Was macht Microfunding aus, wie funktioniert es und gibt es vielleicht ein Patentrezept um erfolgreich Microfunding zu betreiben?

Im Laufe der Diskussion ist eine lange Liste von Eigenschaften zusammengekommen:
(chronologisch sortiert)

Während viele der hier gelisteten Eigenschaften generell auf alle Arten von Spenden zutreffen, gibt es einige, die besonders beim microfunding an Bedeutung gewinnen (fett markiert).
Die größte Schwierigkeit jedoch, bestand am Abend darin, den Begriff Microfunding eindeutig abzugrenzen. Es konnte nicht abschließend geklärt werden, wann eine Spendenaktion zum Microfunding wird (reichen kleine Spendensummen aus, um von Microfunding zu sprechen?) aber dafür haben wir herausgearbeitet, dass es Microfunding schon seit langem gibt.

Microfunding – You do it, we name it!

Nämlich immer dann, wenn sich eine Gruppe von Menschen spontan zusammenschließt um mit vielen kleinen Mitteln ein Problem zu lösen, mit dem sie konfrontiert werden.
Das muss kein Spendenaufruf von gut vernetzten Bloggern sein und es braucht keine große Organisation wie Plan International dahinterzustehen. Seit vielen Jahren gelebtes Microfunding im offline Leben sind die lokalen Basare der Kirchengemeinden, die damit zum Beispiel ihre neuen Orgelpfeifen finanzieren wollen.
Und wenn man sich etwas flexibel anstellt, gehören auch die Verkäufer von Straßenmagazinen in gewisser Weise zur Grupper der Microfunder.

Obama, der Microfunder

Viele Teilnehmer waren natürlich gespannt auf den Vortrag von Ole Keding von der Graduate School for Media and Communication Hamburg, der sich intensiv mit dem Microfunding in der Obama-Kampagne beschäftigt hat. Da Ole leider nicht kommen konnte, haben wir selbst dann den Bezug von Obamas Kampagne zu unseren erarbeiteten Microfunding-Eigenschaften hergestellt.
Von den von uns ermittelten Eigenschaften, erfüllte Obamas Kampagne einen großteil der oben gelisteten, ging aber noch weiter und erschloss sich zusätzlich auch die klassischen Spendenkanäle.
Für die nächste Socialbar ist angedacht, Ole und Herdolor erneut einzuladen und ihnen dann unsere Ergebnisse vorzustellen und mit ihnen gemeinsam weiter zu entwickeln.

Geschenke, Geschenke, Geschenke!

Die zu-verschenken-Kiste ist von der SocialBar mittlerweile nicht mehr weg zu denken, sodass die Kiste inzwischen pro Abend ein spezielles Thema hat.
Thema der Kiste für den gestrigen Abend war: Bibliothek.
Nachdem die Kiste mit allerlei Zeitungen, Zeitschriften und Büchern gut gefüllt startete blieben am Ende gerade noch zwei Bücher übrig, sehr schön!

Schnacken, Klönen, Vernetzen


Nach der anstrengenden Diskussionsrunde ging es erst ins Café des buddhistischen Zentrums auf einen kleinen Snack und einen Kaffee und dann später, weil das Wetter auch wirklich famos war, noch auf ein Bier in den wunderschönen Innenhof des Meditationszentrums:

Die Gespräche nahmen kein Ende und die Themen überschlugen sich förmlich. Auch nach der anstrengenden Diskussion blieb noch Energie für einen spannenden Austausch in lockerer Atmosphäre in dem das Thema Microfunding gleich praktisch ausprobiert wurde (Raummiete gesammelt).
Ich habe wieder viele neue und interessante Menschen kennengelernt und freue mich schon sehr auf die nächste SocialBar, die aller Voraussicht nach am 10. Juni 2010 im Konsum stattfinden wird. Alle Infos dazu rechtzeitig im Wiki der SocialBar.

Ich hoffe, dass ich in der nächsten Zeit mal dazu komme, das Thema Microfunding näher zu beleuchten und detailliert auf die einzelnen, von uns erhobenen Aspekte einzugehen.
Der Beitrag wird dann von mir hier in den Kommentaren verlinkt.

(Die Mitschrift der SocialBar ist zusätzlich hinterlegt: im Wiki der SocialBar)

Letzte Überarbeitung des Artikels: 7. Februar 2014


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