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Car2Go: das Auto für Zwischendurch

Hamburg ist ein Testgebiet für das gemeinsame Projekt „Car2Go“ von Mercedes Benz und Europcar und ich habe es heute auf Alltagstauglichkeit getestet.

Das Versprechen: nimm Dir einfach ein Auto, wenn Du es brauchst und fahre damit wohin Du möchtest.

Man bezahlt nur für die Zeit, die man den Wagen nutzt. Solange man den Wagen innerhalb des Rings 2 in Hamburg abstellt, kann man den Wagen wieder frei geben und zahlt nichts für die Standdauer (trägt aber auch das Risiko, dass sich in der Zeit jemand anderes den Wagen ausleiht). Eine Minute kostet € 0,29, eine Stunde maximal € 14,90, ein ganzer Tag stolze € 149,-.

Ich habe mich gestern im Internet registriert und war heute in einer der sechs Vertretungen um mir meinen RFID-Chip abzuholen.
Mit diesem Chip, der auf meinem Führerschein angebracht wird, kann ich den Wagen entriegeln und ihn nutzen. Der Schlüssel steckt im Wagen und ist mit einer PIN gesichert, die ich vorher für mein Konto festgelegt habe. Bin ich einmal im Wagen angemeldet, kann ich das Fahrzeug ganz normal nutzen.

Es handelt sich bei der Car2Go-Flotte ausnahmslos um Smart-Wagen. Ausgestattet mit GPS-Navigationsgeräten, Radio, Solardach. Im Wagen befindet sich zur Sicherheit eine Tankkarte mit der ich kostenlos an allen Shell-Tankstellen tanken kann, was aber eigentlich nicht nötig sein sollte, da fleißige Car2Go-Servicemitarbeiter die Wagen pflegen.

Vor Antritt der Fahrt werde ich vom Bordcomputer zu etwaigen Schäden am Fahrzeug oder dem Innenraum befragt, ebenso nach Fahrtende. Über einen Knopf ist die Car2Go-Zentrale jederzeit direkt aus dem Auto heraus erreichbar.

Wie lief das nun für mich ab?

Nachdem ich mich online registrierte und mir den RFID-Chip abgeholt habe, suchte ich mir einen Wagen.

Wie findet man die Wagen?

Das ist einfacher als man denkt. Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Wagen aufzuspüren:

  1. über die Webseite (GoogleMaps)
  2. über die Hotline (0180 5697777)
  3. über die iPhone-App (mit Wegbeschreibung zum Wagen)

Ich habe mich der Einfachheit halber für die App entschieden. App kostenlos herunterladen, öffnen und schon sieht man eine Karte mit eigenem Standort und dem nächstgelegenen Fahrzeug inkl. Tankanzeige und genauer Straßenangabe mit Hausnummer. In meinem Fall war der Wagen fast um die Ecke, noch nichtmal zehn Minuten Fußweg — in Hamburg ist man ja froh einen so nahen Parkplatz mit dem eigenen Wagen zu haben. Der Tank war noch zu 50% gefüllt.

Wagen gefunden — und nun?

 

Mit meinem Führerschein habe ich die Türen des Wagen entriegelt und konnte einsteigen. Das Navigationsgerät hat mich um meine PIN gebeten und gefragt ob es Schäden am Fahrzeug oder im Inneren gibt.
Danach gibt’s eine  kurze Einweisung in die eigenwillige Semi-Automatik des Smart und schon kann die Fahrt losgehen.

Wie sich der Wagen fährt brauche ich wohl nicht sagen — es ist halt ein Smart.

Im Handschuhfach fand ich die „Zonenkarte“, die mir genau sagt bis wohin ich das Fahrzeug kostenfrei auf einem beliebigen Parktplatz abstellen kann und mit Freude stellte ich fest, dass ich damit bis runter zum Hafen fahren kann.
Gesagt, getan!

Angekommen — was jetzt?

Ich suche mir einen guten Parkplatz, stelle den Wagen ab, bestätige die erneute Frage nach Schäden und verlasse das Fahrzeug. Mit meinem Führerschein verriegele ich die Türen und die Mietzeit endet. Ich zahle jetzt nichts mehr für das Fahrzeug.

Dafür könnte sich jetzt natürlich jemand anderes das Fahrzeug ausleihen.

Der Rückweg

Ich gehe einkaufen und hoffe, dass der Wagen danach auch noch da ist. Mit den Einkäufen auf dem Arm und der App in der Hand checke ich die Position des Smarts und stelle erfreut fest: er ist noch da!

Also, gleiches Spielchen von vorne: Führerschein entriegelt, einsteigen, Navi befriedigen, losfahren.
Zu Hause angekommen stelle ich den Wagen auf irgendeinem Parkplatz ab und gehe nach Hause. Ich bin durch damit.

In meinem Benutzerkonto bei Car2Go finde ich nun die Rechnung für meinen Ausflug. Inklusive Start und Zielort, denn das GPS des Fahrzeugs ist ständig aktiviert:

Fazit

Ich bin positiv überrascht, wie reibungslos das Car2Go-System zur Zeit funktioniert. In meinem direkten Umkreis (weniger als zehn Gehminuten) stehen gerade acht freie, der insgesamt 300, Fahrzeuge und die Benutzung ist wirklich einfach.

Ob sich finanziell für mich lohnen würde, wage ich noch zu bezweifeln. Zwar scheinen € 0,29 pro Minute nicht viel zu sein, aber für den Hinweg meiner kleiner Testfahrt sind heute schon € 5,22 angefallen (nur der Hinweg, Rückweg etwa genauso). Das ist zwar immer noch billiger als mit dem Taxi (Kosten hierfür: etwa € 18,-) aber definitiv nichts für jeden Tag. Ich werde den Dienst aber sicher hin und wieder verwenden.

Nachtrag September 2011

Car2Go hat sein Geschäftsgebiet erweitert und bietet jetzt auch die Möglichkeit die Miete leicht außerhalb des Ring 2 zu beenden und die Fahrzeuge dort abzustellen. Nun komme auch ich in den Genuss die kleinen Smarts direkt vor meiner Haustüre parken zu können.

Letzte Überarbeitung des Artikels: 8. August 2014


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