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Gwenadine

Im Krimi-Dreiteiler „Das Messer“ von Francis Durbridge steht ein altes walisisches Volkslied im Mittelpunkt der Geschichte. Der Titel des Stückes lautet im Film „Gwenadine“ — im wahren Leben kennt man das Lied als „Suo Gân“.

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Die Suche nach dem Ursprung

Nicht jeder mag Kriminalgeschichten mit vielen Explosionen, heißen Feuergefechten, den abstrusesten Mordhintergründen und revolutionärsten Ermittlungsmethoden, wie sie derzeit allabendlich über unseren Bildschirm flimmern.

Wer die gute alte Kriminalschule á la „Inspektor Barnaby“ oder „Edgar Wallace“ bevorzugt, dem seien die Informationen bei der IMDB ans Herz gelegt. Ohne viel Gewalt, dafür mit umso mehr Dialogen, nähern sich die Ermittler von Scotland Yard und dem Geheimdienst dem Täter an. Zugegeben, man muss etwas Zeit mitbringen; die meisten Durbridge-Krimis sind Dreiteiler und damit ein abendfüllendes Programm.

Im Krimi „Das Messer“ geht es um eine ermordete Geheimdienstagentin und die Frage, was ein bestimmtes Lied damit zu tun hat: Gwenadine.

Gwenadine soll ein altes walisisches Kinderlied sein. Das Lied hört man im Verlaufe des Films mehrfach und daher habe ich mich mal für die Geschichte dieses Stücks interessiert.
Doch zu meiner Verwunderung fand ich im Internet so gut wie nichts zu dem Suchbegriff „Gwenadine“.

Das Lied gibt es tatsächlich, doch nicht unter diesem Namen.
Der Titel des Liedes lautet eigentlich „Suo Gân“.
Es ist ein Schlaflied für Kinder, stammt aus dem Jahre 1800 und wurde erstmals von dem Waliser Dichter Robert Bryan aufgeschrieben.
Der Text lautet:

Suo Gân

Huna blentyn ar fy mynwes
Clyd a chynnes ydyw hon;
Breichiau mam sy’n dynn amdanat,
Cariad mam sy dan fy mron;
Ni chaiff dim amharu’th gyntun,
Ni wna undyn â thi gam;
Huna’n dawel, annwyl blentyn,
Huna’n fwyn ar fron dy fam.

Huna’n dawel, heno, huna,
Huna’n fwyn, y tlws ei lun;
Pam yr wyt yn awr yn gwenu,
Gwenu’n dirion yn dy hun?
Ai angylion fry sy’n gwenu,
Arnat ti yn gwenu’n llon,
Tithau’n gwenu’n ôl dan huno,
Huno’n dawel ar fy mron?

Paid ag ofni, dim ond deilen
Gura, gura ar y ddôr;
Paid ag ofni, ton fach unig
Sua, sua ar lan y môr;
Huna blentyn, nid oes yma
Ddim i roddi iti fraw;
Gwena’n dawel yn fy mynwes
Ar yr engyl gwynion draw.

Chor des King’s College der anglikanischen bischöflichen Kirche von Italien:

Alternativer Text

Wer, so wie ich, des Walisischen nicht mächtig ist, findet bei Wikipedia auch eine Übersetzung des walisischen Textes ins Englische in Englisch:

Sleep child on my bosom
Cozy and warm is this;
Mother’s arms are tight around you,
Mother’s love is under my breast;
Nothing may affect your napping,
No man will cross you;
Sleep quietly, dear child,
Sleep sweetly on your mother’s breast.

Sleep quietly, tonight, sleep;
Sleep sweetly, the pretty of his picture;
Why are you now smiling,
Smiling softly in your sleep?
Are angels above smiling,
On you smiling joyfully,
You smiling back in sleeping,
Sleeping quietly on my breast?

Do not fear, nothing but a leaf
Knocks, knocks on the door;
Do not fear, a small lonely wave
Murmurs, murmurs on the seashore;
Sleep child, there’s nothing here
Nothing to give you a fright;
Smile quietly in my bosom,
On the angels white yonder.

Außerdem gibt es bei YouTube noch viele weitere Versionen des Schlafliedes. Unter anderem die scheinbar bekannteste, aus Steven Spielbergs Film „Empire of the sun“ (1987).


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