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Barcamp Hamburg

Wer damit per sé nichts anfangen kann, mag sich vielleicht durch’s Wiki blättern.

BarCamp ist ein internationales Netzwerk von „Unkonferenzen“ (offenen, partizipatorischen Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt wird), zu Themen wie Webapplikationen in frühem Stadium, Open-Source-Technologien und Social Software.
Der Name ist eine Anspielung auf eine von Tim O’Reilly initiierte Veranstaltungsreihe names FooCamp und bezieht sich auch auf den Begriff Foobar.
http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp

Heute Abend startet das Barcamp mit einer großen Sause im „Bar Hamburg“ neben dem Altantic Hotel.
Im Rahmen meines Real-Life-Supportings werde ich hier direkt vom Barcamp bloggen und Euch auf dem neuesten Stand halten.

Hier treffen sich nun mal alle Freaks, Geeks und Nerds im Real Life!
Wenn das mal keine große Aktion wird!

Also, behaltet mein Blog im Auge Leute :-D.

Vorab schonmal eine Liste der wichtigsten Barcamp-Links:

Die Warmup Party

Ab 19:00 Uhr sollte es losgehen und nachdem ich mir mit der Community-Managerin von Qype noch einen Iced Caramel Macchiato von Balzac genehmigt hatte schlugen wir dort auch so gegen 20:00 Uhr auf.
Die Party war schon voll in Gange, hatte sich derweil auf die Straße ausgeweitet – n der Lounge selbst war es fast leer.

Die Bedienung war flott unterwegs und versorgte uns stets fleißig mit Getränken.
Die Gespräche waren vielfältig, zumindest im Rahmen der Freaks, Geeks und nerds denn alles drehte sich um’s Web und die Möglichkeiten aber auch Risiken von web 2.0.
Anbei ein paar Impressionen des Abends:
Warmup-Party 1

Warmup Party 2

Alles in allem eine gelungene Auftaktveranstaltung die Lust auf’s Weekend gemacht hat.

1. Tag – Samstag

Nachdem sich die ganze Truppe in der Lounge gesammelt hatte ging es daran Sessions zu finden und wenigstens ein Bißchen zu organisieren:
Sessionaktivierung
Und das kam dann am Ende bei raus:
Die Sessions

Frostablog & Saftblog

Eine Gemeinschaftssession von Felix Ahlers, Marketingleiter Frosta, und Kirstin Walther vom Saftblog, die jeweils über die Entwicklung ihrer Blogs gesprochen haben.
Felix Ahlers und Kirstin Walther
Also der Weg von der ersten Motivation ein Blog zu betreiben bis zum heutigen Tag.
Das Frostablog musste auf diesem Weg einige Abmahnungen einkassieren und hat viel gelernt.
Erstaunlich ist da die Tatsache, dass die Frostamitarbeiter sich lediglich an ein paar simple Regeln beim Bloggen halten müssen:

  1. nichts über Zukunftsprojekte verraten
  2. niemanden Beleidigen

Dabei stellt das Blog eine veränderte Kommunikationsform für Unternehmen dar, die besondere Umgehensweisen mit Problemen welcher Art auch immer erfordert.
So wurde beispielsweise im Saftblog sehr ausufernd und bebildert von Problemen mit der Verpackung gesprochen.
Auf den ersten Blick vielleicht kein Problem – aus Marketingsicht jedoch eine Katastrophe.
Doch durch die offene Kommunikation von Kirstin konnte aus dieser kleinen Krise ein positives Fazit gezogen werden.
In den Kommentaren und per E-Mail wurden kurz nach der Veröffentlichung schon Lösungsvorschläge angeboten.
Das Problem ist inzwischen vom Tisch :-).

Frosta nutzte die Session den neuen Werbespot vorzustellen und man erfuhr nebenher, dass das Frostablog ca. 7.000 „Zugriffe“ pro Tag hat.
Gar nicht so viele, wie ich mir immer vorgestellt hatte.

Mittagessen im Frosta-Bistro

Frosta sponserte das leckere mittagessen im Hamburger Frostabistro wohin es mit dem viel zu kleinen Bus ging:
Mittagspause
Und wer steht da in fescher Klamotte und kocht für die Barcamper?
Felix Ahlers
Ja, der Marketingleiter höchst persönlich!
Frosta ist für alle da!

Frosta ist für alle da!

Nach dem Mittagessen zurückgekehrt hatte sich auch schon eine Ecke mit Suche/Biete aufgetan:
Barcamp: Kontaktbörse
Und so sieht es dann aus, wenn Freaks, Geeks und Nerds an einem Barcamp teilnehmen:
Barcamp Hamburg Eindrücke
Barcamp Hamburg Eindrücke

Auswirkungen von Online-Communities auf Wirtschaft & Gesellschaft

Getreu dem Motto:

if this is your first barcamp, you must present

habe auch ich eine Session veranstaltet.
Dazu habe ich mich mit Anne Wangrin, der Community Managerin von Qype, zusammengetan um über die Bewegungsdynamik und die Auswirkungen von Online-Communities auf das Real Life zu diskutieren.
Als Themeneinführung haben wir eine kleine Präsentation vorbereitet, die ich auf dieser Seite auch gerne als PDF-Datei und PPT-Datei zur Verfügung stellen möchte.
Die anschließende Diskussion war sehr spannend, denn wir hatten den Forscher Dr. Kai-Uwe Hellmann vom Markeninstitut unter uns mit dem die Gruppe wunderbar Begrifflichkeiten klären konnte.
Denn unser Verständnis der Gruppenbewegung war natürlich nicht identisch mit der Definition der Bewegungslehre und auch unsere Wortwahl zur Unterscheidung künstlicher und natürlicher Communities war nicht ganz scharf.
Mit geschärftem Blick geht es für Anne und mich nun in die zweite Runde: wir wollen auf jeden Fall am Thema bleiben und die Auswirkungen genauer prüfen.

Businessmodelle für web 2.0 Applikationen

Die zweite Session an diesem Tag widmete sich der Frage, inwiefern sich web 2.0 Projekte monetarisieren lassen.
Dies war eine sehr gut organisierte und mit vielen fundierten Folien gestaltete Session von Frank Engel von der Supreme New Media GmbH.
Frank Engel
Zunächste behandelte er das Thema Businesspläne.
Gute Businesspläne berücksichtigen folgende Umstände:

Um einen Businessplan zu entwickeln, der sich in möglichst vielen Punkten dieser Liste dem Ideal annähert gilt es Nischenlösungen zu finden.
Nischenlösungen findet man z.B. wenn man die Wertschöpfungskette von bestimmten Wirtschaftszweigen aufschlüsselt und dort nach Lücken sucht.
Diese Lücken kann man ausfüllen.

Um zum Punkt der Monetarisierung zu kommen, ist es außerdem wichtig den Lifetime Value der Kunden zu kennen und den CostByCustomer zu ermitteln.
Folgende Faktoren spielen immer eine Rolle bei der Monetarisierung von Dienstleistungen:

Frank Engel

Und, um nun endlich zum Punkt zu kommen, wie monetarisiere ich?

Obwohl Werbung der Klassiker der Monetarisierung ist, sind Werbebanner so gut wie tot.
Auf der Überholspur ist im Moment die lokal orientiertee Werbung.

2. Tag – Sonntag

Huch, wo sind die denn alle hin?
Tag zwei

Agile Softwareentwicklung

Die Session zur agilen Softwareentwicklung war ein Streifzug durch die Entstehungsgeschichte von SCRUM, feature driven development, extreme programming und getting real.
Wichtigstes Fazit, das agile Manifest:
Auf der linken Seite, die agilen Gebote:

  1. Kunden & Kommunikation
  2. funktionstüchtige Software
  3. Kundenzusammenarbeit
  4. Änderungen annehmen

Die Rechte Seite stellt die „alten Gebote“ auf:

  1. Prozesse & Regelwerke
  2. Allumfassende Dokumentation
  3. Verträgen folgen
  4. Plänen folgen

Ziel der agilen Softwareentwicklung ist es, die überbewertete rechte Seite zu zu Gunsten der linken Seite zu vernachlässigen um die Kundenzufriedenheit nachhaltig zu steigern.
Denn nur eine sinnvolle Mischung beider Seiten stellt den richtigen Mix für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kunde und Dienstleister zur Verfügung.

Wichtigstes Tool der agilen Softwareentwicklung ist die Retrospektive.
Mit Retrospektiven lassen sich Problem aus der Vergangenheit aufspüren und Aktionen ableiten um diese Probleme für die Zukunft zu vermeiden.

Idea Engineering

Die Session zum Idea Engineering suchte für das Versuchskaninchen Cem Basmann einen Firmennamen und benutzte dabei eine moderne Mischung verschiedener Kreativitätstechniken.
Ich denke, es nur all zu verständlich, wenn ich hier kaum etwas erzählen kann.
Es war in jedem Fall eine spannende Session in der ein Haufen kreativer Menschen nicht nur über Kreativitätstechniken gesprochen hat, sondern sie aktiv angewandt hat – das hat mir gut gefallen!
Interessanter Fakt am Rande: an der Universität Magdeburg ist Idea Engineering ein eigener Studienbereich im Ingenieurswesen dessen Ziel es ist, die Betriebsblindheit zu überwinden und mit einer Kombination optimierter Kreativitätstechniken folgende Ziele zu erreichen:

Mittagspause

Heute kommt der Gegenbesuch von Frosta:
Frosta ist für alle da!

Förderungsmöglichkeiten für Gründer

Robert Basic und Sarik Weber moderieren die Session zur Gründungsförderung

Cellity hat die Erfahrung gemacht, dass Business Angels nicht immer gut sind und Verträge unbedingt immer genau geprüft werden sollten.

Denn manche Investoren sind keine Investoren, sondern eiskalte Dealer.
Und sollten angestrebte Vertragsänderungen stets in neue Sackgassen führen, sollte man die Verhandlungen besser abbrechen und sich bei anderen Investoren umschauen.

Die Zinsen bei Investoren (z.B. Wellington) liegen zwischen 7% und 15%.

Venture Capitalists wollen vom eingeschossenen Kapital meist mindestens das Zehnfache (!) zurück.

Seed-Fonds investieren bis zu € 200.000,– als stille Beteiligung (gilt als Fremdkapital) sofern andere Investoren involviert sind.

Wichtig ist in jedem Fall der KnowHow-Transfer durch Kommunikation unter Gründern!

HighTech-Gründerfonds bieten eine Standardinvestition von € 500.000,– als Technologieförderung.

Egal welche Form von Investor sich schlussendlich findet, sollte man die Portfolios der Investoren haargenau überprüfen.
Beispielsweise empfiehlt es sich, die Firmen bei denen der Investor investiert hat anzurufen und sich nach dem Verhalten des Investors zu erkundigen.
Hat er nur Geld gegeben?
Wollte er nach einem Jahr schon wieder was raus haben?
Hat er sonst Unterstützung geleistet?

Denn Investoren können das Business nicht nur durch Geldspritzen beleben, sondern auch als „Babysitter“ (Yieeha) fungieren und in vielen Bereichen des Gewerbes Beistand leisten.

Hier sitzt jetzt ein Haufen von etwa 100 Leuten zusammen, die sich über „Die Investoren“ unterhalten.
Die Investoren sprechen sich ab.
Man trifft Investoren überall.
Investoren hier und Investoren da – eine abstrakte soziale Gruppe, scheinbar.
Dabei könnte doch jeder Investor sein.
Ganz besonders, da sich hier gerade abzeichnet das Geld nicht das liebste „Geschenk“ der Investoren ist.
Wenn Knowhow ebenso gesucht ist, kann doch jeder irgendwo investieren!
Die Frage ist nur die des ROI.

Sarik holt die Gruppe zurück auf den Boden der Tatsachen: „Investoren schießen Geld rein und ziehen sich dann zurück. Alles Weitere ist ein Traum, ein Investoren-Mythos.“

Jede Möglichkeit mit Investoren zu sprechen sollte genutzt werden; daraus kann man nur lernen.
Wenn der Investor dann abspringt, weil man sich verplappert hat, ist das kein Beinbruch sondern Lehrgeld für den großen, wichtigen und begehrten Investor den man später treffen wird.

Und von Geheimhaltung ist abzuraten.
Es gibt auf der Welt über 6,6 Milliarden Menschen – Ideen sind nicht mehr einzigartig.
Mit Sicherheit arbeitet bereits jemand anderes an der Idee, deshalb sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen und für seine Idee trommeln.
Klappern gehört zum Geschäft!

Ideenklau ist nicht zu befürchten, denn sowas gibt es.
Und es spricht sich rum.
Daher sind Ideenklauer meist alleine.

Eine weitere, jedoch sehr seltene Investitionsart sind die Corporate Capitalists.
Dabei investieren einstige Kunden ins Business.
Diese Investitionsart gilt als eine der gefährlichsten, da man sich in große Abhängigkeiten begeben kann.

Skalierung / Load Balancing

Das Thema Skalierung war in der Session leider nicht so ergiebig.
Ein spannendes Thema welches sich leider als sehr komplex un vielfältig erwies weswegen es wenig Neues gab 🙁

Wie organisiere ich ein Barcamp?

Andreas Dittes & Co. berichten über ihre Erfahrungen bei der Planung.
Das ganze startet gerade erstmal mit einer kleinen Pro-/Kontrarunde in der JEDER, ja jeder Barcamper ein paar Sätze zu seinen persönlichen Erfahrungen kund tun kann.
Das alleine läuft jetzt schon die veranschlagte halbe Stunde *lol*
Whooops – war da noch was?
Nach dreimal „VIVA: BARCAMP!“ ist’s schon vorbei.
Schade, wird wohl nichts mehr vonwegen „wie organisiere ich e in Barcamp?“ :'(.

Das war dann auch schon das Barcamp Hamburg.
Ein Wochenende, zweieinhalb Tage extremer Austausch unter Freak, Geeks und Nerds.
Nun, wie üblich, mein Fazit zu dieser Reallife-Aktion:
Ich bin sehr zufrieden!
Es gab hier ja schon wahrlich gewagte und bewegende Reallife-Aktionen, aber keine gelungene Reallife-Aktion MIT Freaks, Geeks und Nerds.
Denn eigentlich sucht man mit diesen Aktionen ja gerade dem Technikkram zu entgehen und sich auf anderes zu besinnen.
Doch Freaks, Geeks und Nerds in einer so hoch konzentrierten Dichte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen ist schon etwas sehr besonderes.
Wo sonst trifft man auf Dialoge wie „Die Domain www.***.de ist noch frei, *lol*, da könnte man tolle Sachen mit machen *rofl*, aber ich hab‘ schon so viel Zeugs“ – sowas traut man sich in anderer Gesellschaft nicht mal zu denken; da es ja keiner verstehen würde!
Und so sah übrigens mein Arbeitsplatz aus:
Support Real Life!

Letzte Überarbeitung des Artikels: 8. Mai 2016


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2 Kommentare zum Artikel
“Barcamp Hamburg”

  1. sorry, ich habe erst kruz vor der session gesehen, dass sie in ‚abschluss-session‘ umbenannt wurde. ich wollte die leute dann doch nicht mit organisatorischen sachen langweilen. aber wir können dazu gerne mal skypen.
    ein beitrag mit ‚best practices‘ wollte ihc auch noch schreiben…

  2. […] Im vergangenen Jahr fand in den Räumen von Cellity das erste Hamburger BarCamp statt und dieses Jahr fand in den Räumen der Otto-Gruppe das zweite BarCamp in Hamburg statt. […]


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