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OSZE in Hamburg

Vom 8. bis 9. Dezember tagt die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ kurz OSZE (engl. OSCE) mitten in Hamburg in den Messehallen. Dieser Standort wurde bewusst gewählt, um Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen. Doch die Praxis sieht ganz anders aus.

osze-in-hamburg-2016

Mir war schon klar, dass ich an den zwei Tagen keine großen Touren in die Innenstadt unternehmen sollte. Doch mit dem Auto zum Einkaufen im Norden Hamburgs sollte ja kein Problem sein.
Doch leider irrte ich.

Über 13.000 Beamte der Polizei und Bundespolizei für rund 1.300 Diplomaten (hey, das sind mal locker 100 Beamte pro Diplomat!) und bummelig 20 Hubschrauber sind im Einsatz, um unsere Freiheit zu verteidigen!
Dabei wurden nicht nur die Bereiche um die Messehallen und das Rathaus gesperrt, sondern scheinbar machen die Gäste des Sicherheitsgipfels zur Mittagspause auch noch eine Rundfahrt durch Hamburg.

So war der Ring 2 an einigen Stellen voll gesperrt und auch meine Schleichstrecke, die Alsterkrugchaussee kreuzend, war leider voll gesperrt.
Insgesamt eine Stunde lang konnte ich mit zig anderen genervten Verkehrsteilnehmern zuschauen, wie erst immer mehr Sixpacks eintrudelten, dann vier Hubschrauber der Bundespolizei und schließlich eine kleine Kolonne, eingeschlossen von mehreren Einsatzfahrzeugen.

Bürgertelefon

Wer, wie ich, an unerwarteten Stellen im Stau steht und nicht weiß, wann es wieder weitergeht, kann sich werktags zwischen 08:00 und 16:00 Uhr an das Infotelefon der Hamburger Polizei unter 08000 4286-50 wenden oder eine E-Mail an osze-buergerinfo@polizei.hamburg.de schicken.

Ich frage mich, wie sich die Motivation der Bürgerbeteiligung durch einen zentral gelegenen Veranstaltungsort in der Praxis darstellen soll. Insbesondere, wenn laut dem NDR, der Bereich um die Messehallen „mit einem massiven Polizeiaufgebot abgeschirmt“ wurde (Quelle: NDR).

Wie dem auch sei, meine 20-minütige Einkaufstour, die nun eineinhalb Stunden brauchte, ist nun vorüber und ich sitze wieder unbehelligt in meinen vier Wänden. Hoffen wir, dass es auch morgen aus terroristischer Sicht ruhig bleibt und sich keine genervten Autofahrer spontan radikalisieren (ganz ausschließen mag ich das aber nicht).

Wer weitere Informationen braucht, findet beim NDR eine gute Auflistung über aktuelle Verkehrsbehinderungen: ndr.de/verkehr.

Frieden, anyone?

Und vielleicht bringt dieses Treffen aus politischer Sicht ja sogar etwas. Frieden in der Ukraine und Syrien vielleicht? Oder die Vertreter hauen sich einfach selbst die Köpfe ein, ohne dabei Zivilisten umzuleiten. Das wäre doch auch mal was.




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