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Genussvoller Filterkaffee? Besser handgefiltert!

Seit selbst jede Tankstelle über einen Vollautomaten verfügt, sehne ich mich nach einer guten Tasse Filterkaffee. Doch dafür extra eine Kaffeemaschine anschaffen? Mit handgefiltertem Kaffee kann man genau eine Tasse zubereiten.

Handgefilterter Kaffee

Seit Kaffeevollautomaten und kleinere Kapselkünstler den Markt für Kaffeemaschinen geflutet haben, ist der gute alte Filterkaffee in Verruf geraten.
Zu bitter“, „schmeckt wie abgestandenes Spülwasser“ und „das hat doch keinen Pep!“, höre ich die Leute sagen. Und ein Stück weit kann ich es ja verstehen.
Der Standard-Filterkaffee aus der Maschine, der gut und gerne mal eine halbe Stunde braucht, bis er fertig ist, ist geschmacklich wahrlich keine Offenbarung. Vor allem nicht, wenn man ebenso schmackhafte wie kostengünstige Alternativen wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato zur Verfügung hat, die heutzutage ja fast jede Haushaltsmaschine produzieren kann.

Wo bleibt mein Filterkaffee?

Aber ab und an vermisse ich ihn schon, den leicht herben Geschmack und die hohe Dichte an Aromen, die so ein Filterkaffee mit sich bringt.
Da wir meist nur am Wochenende Kaffee trinken — und dann gerne auch mal einen Latte Macchiato — haben wir so eine praktische Kapselmaschine bei uns stehen.
Für die vier Kaffee in der Woche lohnt die Anschaffung einer formidablen Siebträgermaschine einfach nicht.

Bei all der Grübelei, kam mir eine ganz hervorragende Tasse Kaffee in den Kopf, die ich vor Jahren mal auf dem Kiez vorgesetzt bekam. Es war wohl so gegen vier Uhr morgens, als wir im Silbersack einkehrten. Alle etwas müde und erschöpft von der Kieztour. Ich bestellte mir einen Kaffee — und bekam ihn handfiltriert direkt in die Tasse!

Keine Ahnung, welche Bohnen Erna genommen hatte oder wie lange und nach welcher Machart sie den Kaffee filterte — aber er schmeckte hervorragend (mag auch an den äußeren und inneren Umständen gelegen haben).

Gibt es denn noch Handfilter?

Eine kurze Recherche im Internet später stand fest: Kaffeefilter gibt es immer noch! Zwar nicht mehr von Melitta, aber von anderen Herstellern. Damit bot sich eine kostengünstige und viel mehr noch: platzsparende Alternative zur Kaffeemaschine.

Der Weg zum perfekten, handgefilterten Kaffee

tasse-filterkaffee

Und wenn man seinen Kaffee nun schon handfiltriert, sollte man die Bohnen auch selbst mahlen, beschloss ich, und besorgte mir zum Filter gleich noch eine Kaffeemühle dazu.

Wie gelingt der beste Kaffee?

Das Beste an handgefiltertem Kaffee ist, dass man alle Faktoren, die den Geschmack des Kaffees beeinflussen, selbst in der Hand (handgefiltert — Hand, haha, Wortwitz!) hat. Von der Bohne, über den Mahlgrad und die Wassertemperatur bis hin zur Extraktionszeit.

Ein Pfund Kaffee später, habe ich die für mich schmackhafteste Kombination der einzelnen Faktoren herausgefunden, die ich an dieser Stelle gerne teilen möchte.

Das Zubehör

Neben dem Kaffeefilter, der die Filter und das Kaffeepulver hält, ist vor allem eine Wasserkanne wichtig, die eine möglichst schmale Öffnung hat, sodass man das Wasser grammgenau dosieren kann. Ein haushaltsüblicher Wasserkocher hat meist eine zu große Öffnung.

Die Vorgehensweise

  1. Bohnen abwiegen
    Ich habe viel experimentiert, um eine aromatische Tasse Kaffee zu brühen und bin jetzt bei 16 Gramm Bohnen gelandet. Die Bohnenmenge hängt, neben der Art der Bohnen und ihrer Röstung, auch mit dem Mahlgrad und der Extraktionszeit zusammen.
  2. Bohnen mittelfein mahlen
    Auch hier habe ich viel ausprobiert. Ich habe erst mittelgrob angefangen und die Bohnen von Tasse zu Tasse etwas feiner gemahlen. Bei ganz feinem Kaffeepulver dauert mir die Extraktion zu lange und der Kaffee wird mir zu bitter.
  3. Wasser aufkochen
    Am Ende sollte das Wasser eine Temperatur von 94°C haben — hier ist die Geschmacksdifferenz im Gegensatz zum Mahlgrad und der Extraktionszeit nicht ganz so deutlich heraus zu schmecken. Das Wasser darf in jedem Fall nicht mehr kochen!
  4. Filter durchspülen
    Das verhindert, dass der Kaffee später nach Papier schmeckt. DAS schmeckt man auch raus!
    Dran denken: das Wasser aus der Servierkanne vor dem Brühvorgang abgießen. Sonst wird’s ein Blümchenkaffee!
  5. Kaffeepulver in den Filter geben
    Möglichst plan einschütten. Manche machen auch eine Mulde, wie man mag.
  6. Blooming
    Das Kaffeepulver einmal kurz mit 50 ml heißem Wasser aufbrühen, dann 30 Sekunden ziehen lassen
    Durch das sogenannte „Blooming“ entfaltet der Kaffee beim weiteren Brühprozess seine Aromen besser
  7. Aufbrühen
    Stets in kreisenden Bewegungen regelmäßig Wasser hinzugeben und extrahieren lassen.
    Das Kaffeepulver sollte nicht trocken werden. Am besten kurz bevor das Wasser durchgelaufen ist, wieder nachschenken.
  8. 200 Gramm
    Punkt 7 so lange wiederholen, bis die Waage 200 Gramm anzeigt.
    Inklusive 16 Gramm Bohnen passt das genau in eine Tasse (≠Becher).
  9. 2:30 — 3:00 Minuten
    Irgendwo zwischen zwei und drei Minuten ist der Kaffee dann fertig und kann eingeschenkt werden.

Wem das jetzt alles zu theoretisch klingt, dem empfehle ich folgendes Video, welches den Prozess in Echtzeit vorführt und textlich untermalt:

In diesem Sinne: Prost Kaffee! ☕️




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