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Kater kastrieren — warum, wieso, weshalb?

Auch unter Katzenbesitzern ist die Kastration ein heftig diskutiertes Thema. Oft als Allheilmittel gepredigt, sind die Erwartungen groß und die Ernüchterung folgt meist schnell.

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Es ist jetzt gut einen Monat her, seit dem wir unsere beiden Kater Hemingway und Igor kastrieren ließen und im folgenden Artikel möchte ich einen kurzen Überblick über die verschiedenen Motivationen geben, wieso man seinen Kater kastrieren lassen möchte und über unsere eigenen Erfahrungen damit schreiben.

Das Markieren

Von einem Tag auf den anderen fing einer unserer beiden Kater an zu markieren (wahrscheinlich Hemingway, da er der Ältere ist). In der Wohnung.
Der Geruch, als ich abends nach Hause kam, lag wie ein dicker Nebel in der Wohnung. Es ist nicht mit Urin zu vergleichen, viel schwerer, leicht süßlich und vor allem aber rümpft man ganz automatisch die Nase.

Wir wussten zwar, dass dieser Tag kommen würde, hatten aber natürlich gehofft, es würde nie passieren. Doch nun war es so weit und wir mussten handeln.

Doch was tun?

Erstmal schnell mit unserem Züchter telefoniert, der uns zu einer Erste-Hilfe-Maßnahme riet: drübermarkieren. Mit dem Duft des Menschen drübermarkieren oder ins Katzenklo markieren.
Glücklicherweise ist damit nicht gemeint, dass ich jetzt ins Katzenklo machen soll oder irgendwo in der Wohnung an die Wand pinkeln muss. Als Menschenduft kann man zum Glück auch das eigene Deo oder Parfum nehmen, welches man täglich benutzt; denn die Katzen haben diesen Duft schon mit “ihren Menschen” assoziiert.

Und dann natürlich so schnell wie möglich einen Termin beim Tierarzt zur Kastration machen — damit er sich gar nicht erst ans Markieren gewöhnt.

Sollte einer der beiden in unserem Beisein erneut markieren, kann man ihn sich auch schnappen und ganz eng festhalten (aber nicht wehtun) und ihm bedrohlich in die Augen starren. Wenn er sich windet und weg möchte, weiter festhalten und immer schön in die Augen schauen. Nicht blinzeln! So lange, bis er anfängt zu winseln oder zu wimmern. Dann kann man ihn sofort loslassen und ihn seiner Wege gehen lassen. Wir mussten diesen Kniff zum Glück nicht anwenden, da er vor der Kastration nicht mehr markiert hatte.

Keinesfalls sollte man aber die Nase des Katers in seine Markierung stippen — das sagt ihm nämlich nur “ja, ich bin hier der Boss, das ist meine Note”. Man kann ihn höchstens mal intensiv am eigenen Körper riechen lassen — unter den Armen oder am parfümierten Hals zum Beispiel.

Die Freiläufer

Lässt man den Kater frei in der Gegend rum rennen, sprechen zwei Gründe für eine Kastration:

Zum Einen wird die unkontrollierte Vermehrung der Streunerkatzen damit natürlich eingedämmt, weil der Kater nicht quasi beliebig viele Katzen decken kann, und zum Anderen verlängert man damit das Leben des Katers. Denn durch die Kastration haben die Kater nicht mehr das Bedürfnis ein möglichst großes Revier haben zu müssen und sie laufen nicht mehr “blind vor Liebe” über die Straße, sondern schauen schon eher mal nach links und rechts.

Unsere Kastrationserfahrung

Da wir leider nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen konnten, wer von den beiden nun markiert hat, haben wir gleich beide kastrieren lassen. Zum Zeitpunkt der Kastration war Hemingway gerade acht Monate alt und Igor sieben Monate.

Wir haben beide zu Dr. Dagmar Steele in Schenefeld zur Kastration gebracht und waren höchst zufrieden!
Frau Dr. Steele ist eine richtig Nette und wir hatten ein gutes Gefühl, unsere beiden Katertiere bei ihr zu lassen. Wir haben sie wach abgegeben und auch wieder wach zurückbekommen. Klar, topfit waren die beiden nach der OP nicht, aber sie sind Zuhause gleich wieder herumgelaufen und haben gefressen und getrunken. Die Wunde wurde mit Silberpuder behandelt, sodass keine Nachuntersuchung nötig war und unsere beiden haben alles auch gut verkraftet und es sind keine Komplikationen aufgetreten.

Was danach passierte

Vielfach hört man ja Bedenken bezüglich einer Kastration. Kater werden fett, verändern sich in ihrem Wesen, ziehen sich vielleicht sogar zurück und entwickeln sich nicht normal weiter. All das trifft auf unsere beiden nicht zu. Beide fressen ganz normal, nehmen ganz normal zu (sind ja noch im Wachstum) und auch ihr Wesen hat sich nicht verändert. Beide sind noch genauso verschmust wie am Anfang.

Bisher haben wir also nur eine Veränderung: keiner hat je mehr markiert.

Natürlich sind sie physisch immer noch in der Lage dazu, zu markieren und sollten wir uns mal arg daneben benehmen, kann es immer noch passieren, dass markiert wird. Dann aber nicht mehr aus dem Grund des Revierabsteckens, sondern eben weil wir zwei blöde Katzenangestellte sind ;)




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